"Strategisch mehr als sinnvoll"Evonik-Tochter Syneqt will Eigenständigkeit beibehalten – auch unter Konkurrent BASF

Die zum Verkauf gestellte Evonik-Tochter Syneqt möchte auch in Zukunft nicht zum Konkurrenten BASF gehören.
"Die Eigenständigkeit der Syneqt ist gut und strategisch mehr als sinnvoll", sagte der Sprecher der Syneqt-Geschäftsführung, Thomas Basten, auf Reuters-Anfrage: "Ohne Konzern-Korsett sind wir agiler und leistungsfähiger." BASF-Chef Markus Kamieth hatte in der vergangenen Woche gesagt, sein Konzern gehe davon aus, die zu Syneqt mit 3500 Beschäftigten gehörenden Chemieparks in Marl und Wesseling selbst betreiben zu können. "Evonik will den Chemieparkbetreiber Syneqt verkaufen", hatte er gesagt: "Unser Blick ist dabei offener."
Evonik hatte die neue Infrastrukturgesellschaft Syneqt zum 1. Januar 2026 in eine selbstständige Gesellschaft ausgegliedert, die die Aktivitäten an den nordrhein-westfälischen Chemiestandorten Marl und Wesseling bündelt und auf einen Jahresumsatz von rund 1,8 Milliarden Euro kommt. Der Essener Konzern will nach früheren Angaben den Verkaufsprozess für die Tochter im kommenden Jahr starten.
"Wir haben die Ausführungen des BASF-Chefs zu Syneqt zur Kenntnis genommen", sagte Basten. "Was für uns zählt, ist die bestmögliche Zukunft für Syneqt", betonte er. Das Unternehmen wolle seine Wachstumsstrategie umsetzen. Die 3500 Arbeitsplätze seien nicht in Gefahr. "Wir suchen lediglich einen neuen, besseren Eigentümer und wollen die Arbeitsplätze dauerhaft erhalten", sagte er.
BASF sucht Kamieth zufolge den Schulterschluss mit Evonik. "Ein Zusammenschluss von BASF und Evonik wäre eine starke deutsche Antwort auf den globalen Wettbewerb", hatte er gesagt. Insidern zufolge hatte BASF zuletzt ihr Übernahmeangebot auf mehr als elf Milliarden Euro erhöht. BASF habe dem Evonik-Vorstand eine Offerte über 24 Euro je Aktie unterbreitet.
Nordrhein-Westfalen bliebe als Standort auch nach einem Verkauf an BASF wichtig, sagte Kamieth in einer Videobotschaft. Mindestens ein Vorstandsressort soll dort angesiedelt werden. Anders als Evonik könne sich BASF dabei vorstellen, die Chemieparks in Marl und Wesseling selbst weiter zu betreiben. Basten setzt dagegen auf Eigenständigkeit.