Mecklenburg-VorpommernSicherung des "Hochzeitskrans" soll in der Nacht starten

Wegen eines festgestellten Schadens an einem historischen Kran auf einem ehemaligen Werftgelände in Rostock mussten Anwohner aus ihren Wohnungen. So soll die Reparatur erfolgen.
Rostock (dpa/mv) - Die aufwendige Sicherung des beschädigten historischen Hellingkrans in Rostock soll in der Nacht zu Mittwoch starten. "Um 24 Uhr soll es losgehen, wenn der Wind mitspielt", sagte der zuständige Senator Chris von Wrycz Rekowski (SPD).
Am Dienstagnachmittag waren bereits zwei für die Arbeiten vorgesehenen Kräne auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft. Die übrigen drei seien im Zulauf, sagte Wrycz Rekowski. Um die Reparatur zu beschleunigen, soll die teils gerissene Zugstange nicht geschweißt werden. Dies hätte einen aufwendigen Prüfprozess nach sich gezogen. "Und hier geht es ja darum, dass die Anwohnerinnen und Anwohner möglichst schnell in ihre Wohnungen, in ihre Häuser zurückkönnen." Wegen der Gefahr, dass der Ausleger des Krans auf nahegelegene Gebäude stürzt, waren diese am Freitag evakuiert worden.
Klemmen statt Schweißen
Statt zu schweißen, sollen zwei Klemmen an die Zugstange angebracht und dann mit Stahlseilen gesichert werden, wie Wrycz Rekowski weiter erklärte. "Es werden sogenannte Lochbleche aufgebracht, die dann mit vielen Bolzen und Muttern verschraubt werden."
Insgesamt vier Kräne sollen demnach den Hellingkran sichern, unter anderem den Ausleger. Ein Fünfter soll demnach einen Arbeitskorb halten, von dem aus gearbeitet werden soll. "Bevor dann auf Hubsteiger umgestiegen wird. Aber das geht erst, wenn der Hellingkran wirklich gesichert ist, damit keine Gefahr für die beteiligten Arbeiter auftritt."
Ob Kletterer eingesetzt werden können, sei noch unklar. "Im Moment gehen wir davon aus, dass die ersten Arbeiten aus so einem Arbeitskorb geschehen."
Arbeiten könnten Freitag abgeschlossen werden
Zum Zeitplan sagte der Senator, der den Bereich der Feuerwehr verantwortet und daher für den Einsatz zuständig ist: "Wenn alles gut läuft und der Wind nicht wieder stärker wird, schätzt das beteiligte Unternehmen ein, dass wir am Freitag fertig sind." Anschließend müsse ein Statiker die Sicherheit bestätigen. "Ich vermag jetzt nicht einzuschätzen, wie lange dieser Prozess dauert", so der Senator.
Zur möglichen Ursache des Schadens hatte er am Montag von eventuell nicht ordnungsgemäß durchgeführten Schweißarbeiten gesprochen. Am Dienstag ergänzte er: "Es ist jetzt noch mal der Gedanke aufgetaucht, dass vielleicht Regenwasser in die Zugstange eingelaufen ist und die Menge des Regenwassers zu viel Last erzeugt hat." Daher sollten in die Zugstange Löcher gebohrt werden, um das Wasser in Zukunft abzulassen. "Wir werden es erst erfahren, wenn die Arbeiter oben sind, und dann werden wir auch die Ursache feststellen. Der Rest ist jetzt ein bisschen Spekulation natürlich."
Einem Fußgänger war der Knick am Freitag aufgefallen. Er hatte anschließend den Förderverein Tradition Ostseeschifffahrt informiert, dem der Kran gehört. Der Großkran aus DDR-Zeit war bis 2024 für rund zwei Millionen Euro umgebaut worden. Im Inneren finden Veranstaltungen statt. Der Kran ist auch eine Außenstelle des Rostocker Standesamtes und wird für Hochzeiten genutzt. Die Zeremonien finden im ehemaligen Maschinenraum des früheren Schiffbaukrans statt.
Nach letztem Stand geht Wrycz Rekowski nicht davon aus, dass das nahegelegene Einkaufszentrum noch von zusätzlichen Absperrmaßnahmen betroffen sein wird. Die Geschäfte in der ehemaligen Werfthalle sind weiterhin geöffnet.
Der Großkran soll auch ein wichtiges Teil verlieren: "Der Haken des Krans kommt ab", erklärte Wrycz Rekowski. "Der bewegt sich natürlich auch im Wind und trägt Last auf." Man wolle einen Zustand erreichen, "der dann das Optimum an Sicherheit bietet".