HessenHessen fällt bei Suche nach Atom-Endlager heraus

Ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll soll es in Hessen nicht geben. Doch die Entscheidung über mögliche Standorte woanders in Deutschland ist noch nicht gefallen.
Peine (dpa/lhe) - Hessen ist nicht mehr Teil der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Das teilte die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) im niedersächsischen Peine mit. Auch Rheinland-Pfalz, Berlin, Sachsen und das Saarland kommen nicht mehr infrage. Das letzte Wort für die Auswahl des Standortes hat aber der Bundestag.
Auf der Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll haben die zuständigen Fachleute die deutsche Landesfläche auf weniger als fünf Prozent in anderen Bundesländern eingegrenzt. In diesen Gebieten hält die BGE die geologischen Bedingungen nach eigenen Angaben grundsätzlich für geeignet. Damit ist nun die gesamte Fläche Deutschlands in Bearbeitung.
Am Schluss entscheidet der Bundestag
Die Suche nach einem endgültigen Aufbewahrungsort für den deutschen Atommüll ist damit aber noch längst nicht vorbei. Bis Ende 2027 will die BGE dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Das BASE wiederum bewertet diese Vorschläge für das Bundesumweltministerium. Die finale Entscheidung über diese zu erkundenden Standortregionen trifft am Ende der Bundestag.
Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden erläuterte, seit 2020 habe sich die Suche im Bundesland nur noch auf Teile von Süd-, Nord- und Nordosthessen konzentriert. 2024 habe die BGE für Nord- und Nordosthessen voraussichtlich ungeeignete Steinsalz-Gebiete bekanntgegeben und 2025 den Ausschluss eines großen Teils des hessischen Kristallin-Gebietes mitgeteilt. "Lediglich ein kleiner Teil des Bergsträßer Odenwaldes wurde weiter geprüft. Dieses Gebiet sowie bisher nicht kategorisierte Steinsalz-Gebiete in Nord- und Osthessen wurden nun ebenfalls ausgeschlossen", ergänzte das HLNUG.
Zieldatum 2050
Bis spätestens 2050 soll in Deutschland ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hoch radioaktiven Atommüll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit für eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert deutscher Atommüll in 16 oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern. Die letzten deutschen Atomkraftwerke gingen im April 2023 außer Betrieb.