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SachsenSachsen nicht mehr im Rennen um Atommüll-Endlager

27.10.2026, 15:19 Uhr
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Kleinere Gebiete in Sachsen galten als mögliche Standorte für ein Atommüll-Endlager. Warum sie bei der weiteren Suche nun nicht mehr berücksichtigt werden.

Peine/Dresden (dpa/sn) - Sachsen ist nicht mehr Teil der laufenden Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Die bisher als möglicherweise geeignet eingestuften Standorte werden nicht weiter geprüft, wie die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine mitteilte. Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz, Berlin und dem Saarland wird demnach nicht mehr nach einem Standort gesucht. Das letzte Wort für die Auswahl des Standortes hat aber der Bundestag.

Kretschmer: Gute Nachricht

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einem beruhigenden Ergebnis. "Für uns in Sachsen ist das eine gute Nachricht", sagte er im Anschluss an die auswärtige Kabinettssitzung in Plauen. Der Freistaat habe darauf gesetzt, dass die Endlagersuche ein wissenschaftsgeleitetes Verfahren sei und es darum gehe, welcher Bodentyp der richtige sei.

"Für uns war immer klar, dass die Formation Granit nicht geeignet ist, weil Granit sehr porös ist", fügte Kretschmer hinzu. Das habe sich nun auch bei der Suche der BGE herausgestellt. Der Ministerpräsident forderte, die Suche nach einem geeigneten Standort zu beschleunigen. "Wir brauchen diese Infrastruktur."

Teile Sachsens gut, aber nicht bestens geeignet

Bisher waren in Sachsen kleinere Teile der Kreise Bautzen, Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und des Erzgebirges als besonders geeignete Gebiete ausgewiesen. Diese Flächen kategorisiert die BGE nach weiterer Prüfung als gut geeignet.

Die weitere Suche für einen Endlagerstandort konzentriert sich jedoch auf Gebiete mit bester Eignung. Dafür werden deutschlandweit weniger als fünf Prozent der Landesfläche weiter untersucht. Die BGE hat in diesem Jahr erstmals Flächen ausgewiesen, die zwar gut, aber nicht bestens geeignet sind und damit nicht mehr im Rennen sind.

Positives Signal für Einstein-Teleskop in der Lausitz

Das Projektteam des "Einstein Telescope Lausitz" wertete die Einstufung der BGE als positives Signal für die Oberlausitz als Wissenschaftsstandort und die gemeinsame Bewerbung mit Sardinien um das europäische Forschungsvorhaben eines Teleskops zur Messung von Gravitationswellen. Ein möglicher Nutzungskonflikt trete damit in den Hintergrund, hieß es in einer Mitteilung. "Damit kommt die Vision eines internationalen Wissenschaftsstandorts in der Oberlausitz einen Schritt näher."

In der Region entsteht zudem das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA). Im Granit der Lausitz – einem Ort mit größter seismologischer Ruhe – soll ein Untergrundlabor in einer Tiefe von etwa 200 Metern betrieben werden. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) hatte sich daher dafür eingesetzt, die Lausitz von der Suche auszunehmen. Die wissenschaftliche Nutzung stünde im eindeutigen Widerspruch zu einer möglichen Nutzung des Gebietes als Endlager, sagte er im vergangenen Jahr.

Größter Teil Sachsens nicht oder wenig geeignet

Für den größten Teil der Flächen in Sachsen stand zuvor fest, dass sie für ein Endlager entweder nur sehr gering oder gar nicht geeignet sind. Ende 2027 will die BGE Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Die Entscheidung über die infrage kommenden Regionen trifft schließlich der Bundestag. Als Zieldatum für die Entscheidung über ein Endlager ist derzeit 2050 angepeilt.

Quelle: dpa

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