Niedersachsen & Bremen88 Verfahren nach sexuellen Übergriffen durch Lehrer

Sexuelle Übergriffe von Lehrkräften auf Schülerinnen und Schüler schlagen oft hohe Wellen. Aber wie oft passiert so etwas eigentlich in Niedersachsen?
Hannover (dpa/lni) - Seit 2019 hat es in Niedersachsen 88 abgeschlossene Disziplinarverfahren gegen Lehrkräfte wegen Vorwürfen sexualisierter Grenzverletzung, sexueller Belästigung oder sexualisierter Gewalt gegeben. In 17 der 88 Fälle von Übergriffen auf Schülerinnen und Schüler kam es zum Disziplinarklageverfahren, wie aus einer Statistik des Kultusministeriums hervorgeht. Immerhin 7 Lehrer wurden aus dem Beamtenverhältnis entfernt, andere mussten eine Geldbuße zahlen oder wurden zurückgestuft. Zuvor hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.
Landesweite Zahlen zu Hinweisen, Beschwerden oder Verdachtsmeldungen liegen laut Ministerium nicht vor. Ebenfalls nicht von der Statistik erfasst werden demnach eingeleitete Disziplinarverfahren sowie arbeitsrechtliche Maßnahmen bei entsprechenden Vorwürfen. Die Zahl der sexuellen Übergriffe dürfte daher höher sein als die der abgeschlossenen Disziplinarverfahren.
Schutz von Kindern und Jugendlichen hat "höchste Priorität"
Hintergrund der Zahlen ist eine Antwort des Kultusministeriums auf eine entsprechende Anfrage des CDU-Abgeordneten Christian Fühner im Landtag. Dieser bezog sich in seiner Anfrage ausdrücklich auf den Podcast "Die Lieblingsschülerin" des Deutschlandfunks, in dem drei Frauen über emotionale und sexualisierte Gewalt berichten, die sie laut Sender im Alter von 15 Jahren durch Lehrkräfte erlebt haben. Laut Ministerium ist seit Juli bekannt, dass darin auch ein Fall aus Niedersachsen geschildert wird.
Das Ministerium betonte in seiner Antwort: "Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt, insbesondere vor sexualisierter Gewalt und Grenzverletzung, hat für die Landesregierung höchste Priorität."