Regionalnachrichten

Mecklenburg-VorpommernBauwirtschaft in MV wartet auf Effekte des Sondervermögens

27.10.2026, 14:35 Uhr
image

Die Umsatzzahlen des Statistik-Amtes zeigen nicht so nach oben, wie von der Baubranche im Nordosten erhofft. Warum ist das so?

Schwerin (dpa/mv) - Wo bleibt der Aufschwung durch die Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket des Bundes? Die Bauwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns jedenfalls spürt bisher keine Aufbruchsdynamik, wie der Landesbauverband berichtet. Geschäftsführer Christoph Jansen befürchtet, dass ein erheblicher Teil des Geldes an den Firmen in MV vorbeifließt. Die Losgrößen der Aufträge seien zu groß für viele der eher kleinen Unternehmen im Nordosten, sagt er der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Beispiel seien die neuen, landesweit einheitlichen Feuerwehrgerätehäuser. Die Baufirma Goldbeck Nordost GmbH wurde im März 2026 mit der Umsetzung der 58 standardisierten Gebäude im Gesamtwert von 63,8 Millionen Euro beauftragt, wie die Landesregierung seinerzeit mitteilte.

Verband fordert kleinere Ausschreibungen

Jansen sagt, das Unternehmen habe zwar zwei Büros in Rostock und Schwerin, sitze aber in Leipzig und gehöre zum Baukonzern Goldbeck mit Sitz in Bielefeld, so der Verbandschef. "Das kann im schlechtesten Fall heißen, dass die Bauaufträge an Subunternehmen außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern vergeben werden."

Jansen sagte weiter: "Die Landesregierung hätte den Bau der Gerätehäuser einzeln ausschreiben sollen, dann wären unsere Unternehmen eher zum Zuge gekommen." Jedes der standardisierten Feuerwehrhäuser soll 1,1 Millionen Euro kosten. Jansen sieht auch bei den acht geplanten Polizeistationen in MV die Gefahr, dass die Losgrößen der Aufträge zu groß für die Unternehmen in MV werden und die Wertschöpfung andernorts stattfindet.

Umsatz in diesem Jahr

"Der baugewerbliche Umsatz blieb im bisherigen Jahresverlauf leicht im Plus, lag im August jedoch unter dem Vorjahreswert", bilanziert Jansen mit Blick auf vorliegende Daten der ersten acht Monate. Besonders auffällig sei dabei der Umsatzrückgang von 9,4 Prozent im öffentlichen Bau in den ersten acht Monaten. Im August allein betrug es dem Verband zufolge sogar 15,5 Prozent.

"Die Investitionsmittel des Bundes und die der Sondervermögen kommen bislang nicht in der Baukonjunktur in MV an", stellt er fest und fordert: "Die angekündigten Projekte müssen zügig vergeben und umgesetzt werden."

Nachlassender Auftragseingang

Die Auftragsbücher sind bislang ebenfalls besser gefüllt als im Vorjahr, doch auch dort ging es zuletzt wieder abwärts, wie Bauverbandschef Jansen weiter berichtet. In den ersten acht Monaten dieses Jahres gab es demnach ein Auftragsplus von 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im August jedoch lagen die Auftragseingänge plötzlich 13,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Jansen spricht von einer "nachlassenden Dynamik".

Quelle: dpa

Regionales