HessenHessens SPD-Chef würdigt Bas nach Rücktritt wegen Todesfalls

Die SPD-Bundesvorsitzende gibt ihre Spitzenämter nach dem Tod ihrer Stieftochter auf. Wie äußert sich der hessische SPD-Chef Bartol zu diesem überraschenden Schritt?
Wiesbaden/Berlin (dpa/lhe) - Hessens SPD-Landesvorsitzender Sören Bartol hat sich nach dem Rücktritt von Parteichefin Bärbel Bas bestürzt gezeigt und sie als bodenständige Politikerin gewürdigt. Vor ihrer Entscheidung habe er "großen Respekt, aber sie macht mich auch ganz persönlich betroffen, besonders vor dem familiären Hintergrund, der zu diesem Schritt geführt hat", teilte Bartol mit.
Ähnlich äußerte sich Hessens Vizeregierungschef Kaweh Mansoori (SPD): "Wenn ein persönlicher Verlust das Leben verändert, muss Raum sein für Trauer, für die Familie und für sich selbst."
Bas hatte ihren Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin angekündigt und unter anderem auf den Tod ihrer Stieftochter verwiesen. Nachfolger an der Spitze des Arbeitsministeriums soll der einstige SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz werden.
"Bärbel hat die Sozialdemokratie über viele Jahre hinweg geprägt und sich leidenschaftlich für unser Land, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Partei engagiert", sagte Hessens SPD-Chef Bartol. Sie sei sich stets treu geblieben: "Sie hat ihre Haltung klar nach außen getragen, ist dabei vor allem aber immer bodenständig und offen auf die Menschen zugegangen."
Um diese habe sich für Bas alles gedreht, besonders um "diejenigen, die auf einen starken Sozialstaat und eine Politik angewiesen sind, die ihre Lebenswirklichkeit sieht", ergänzte Bartol, der auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium ist und im Bundestag sitzt.
"Leidenschaft und Haltung"
Hessens Wirtschaftsminister Mansoori fügte mit Blick auf Bas hinzu: "Sie hat mit Leidenschaft und Haltung für soziale Gerechtigkeit in unserem Land gekämpft und Politik mit einem klaren Blick für die Menschen gemacht, die auf gute Arbeit, soziale Sicherheit und faire Chancen angewiesen sind."
Der SPD-Bezirksvorsitzende Hessen-Nord, Thomas Spies, wünschte sich mit Blick auf Bas' Verweis auf öffentliche Angriffe gegen sie – auch aus der Union –, "dass es jetzt nicht bei Krokodilstränen über den unmenschlichen Umgang in der Politik bleibt, sondern alle den Blick darauf richten, Auseinandersetzungen ehrlicher in der Sache und weniger als Kritik an Personen zu führen".