Berlin & BrandenburgKampfmittel in Potsdam erfolgreich beseitigt

In Potsdams Norden wurden am Morgen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Gegen Mittag wurde der Sperrkreis aufgehoben.
Potsdam (dpa/bb) - Kampfmittelspezialisten haben im Potsdamer Stadtteil Groß Glienicke mehrere Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. "Der Kampfmitteleinsatz (...) im Waldgebiet bei Groß Glienicke war erfolgreich", teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Alle vier Sprengungen seien durchgeführt worden. Der Sperrkreis wurde demnach um 11.59 Uhr aufgehoben. "Damit sind auch alle Sperrungen rund um den Fundort aufgehoben."
Dort wurde am Morgen ein Sperrkreis von 1.500 Metern errichtet. Der Sperrkreis um die Groß Glienicker Heide reichte auch bis nach Berlin-Spandau. Rund 700 Menschen sollen betroffen gewesen sein - etwa 150 davon aus Berlin.
Demnach wurde von den Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg - unter anderem Bomben, Granaten und Handgranaten - bereits ein Großteil abtransportiert. Die restlichen im Waldgebiet gefundenen Gegenstände sollten in vier Phasen gesprengt werden, sagte Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg.
Wer von der Sperrung betroffen ist
Die Sperrung umfasste in Spandau rund 50 Einfamilienhäuser, den Landschaftsfriedhof Gatow, Teile der Rieselfelder und den Habichtswald. In Potsdam betraf der Sperrkreis demnach folgende Orte: die Waldsiedlung Groß Glienicke, die Preußenhalle, das Landesamt für Umwelt, eine Gemeinschaftsunterkunft sowie eine Einrichtung für betreutes Wohnen. Außerhalb des Sperrkreises lag laut Karte die an Groß Glienicke grenzende Ortschaft Seeburg der Gemeinde Dallgow-Döberitz.
Wie der Autoverkehr betroffen ist
Die Sprengung beeinträchtigte auch den Verkehr. Der Landeshauptstadt Potsdam zufolge wurde die Bundesstraße 2 gegen 9.30 Uhr dichtgemacht. Autofahrer wurden über den Ritterfelddamm, den Kladower Damm und die Gatower Straße bis zur Heerstraße umgeleitet. Auch die Landesstraße nach Seeburg und Falkensee war ab dem Kreisverkehr vor Groß Glienicke gesperrt.
Kampfmittel wohl im Sommer 1945 in den Wald gebracht
Die Kampfmittel seien überwiegend deutscher Herkunft, stammten aber auch von den Alliierten, wie Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst erklärte. Sie seien vermutlich vom Flugplatz Gatow gekommen und im Sommer 1945 in das Waldgebiet gebracht worden.