Berlin & BrandenburgGeschäftsmann entführt und erpresst? Angeklagte schweigen

Ein Geschäftsmann hofft im Streit mit einem einstigen Partner auf eine gütliche Einigung. Doch ein angekündigtes klärendes Gespräch soll eine Falle gewesen sein.
Berlin (dpa/bb) - Wegen Geiselnahme stehen acht Männer vor dem Landgericht Berlin. Die Angeklagten im Alter von 26 bis 60 Jahren sollen vor mehr als drei Jahren einen Geschäftsmann entführt und unter Todesdrohungen die Zahlung von 280.000 Euro verlangt haben. Die Verteidiger erklärten zu Prozessbeginn, dass ihre Mandanten zunächst zu den Vorwürfen schweigen werden.
Das mutmaßliche Opfer soll im September 2023 im Streit mit einem 43-jährigen Angeklagten um Zahlungen zu einem Treffpunkt am Flughafen Berlin-Brandenburg gelockt worden sein - "unter dem Vorwand einer gütlichen Einigung", heißt es in der Anklage. Der Geschäftsmann habe sich darauf eingelassen in der Hoffnung, "dass vorherige Drohungen gegen ihn und seine Familie beendet würden".
"Bedrohliche Präsenz"
Als es zum Treffen kam, seien allerdings die meisten Angeklagten vor Ort gewesen. Ihr Ziel sei es gewesen, den Geschäftsmann "durch die bedrohliche Präsenz und massive Überzahl" zu nötigen, die Forderung des 43-Jährigen in Höhe von 280.000 Euro zu begleichen.
Die Angeklagten sollen den Geschäftsmann gezwungen haben, mit ihnen zu einem Ladenlokal in Berlin-Wedding zu fahren. Dort sei er für mehrere Stunden unter ständiger Bewachung in einem verschlossenen Raum festgehalten und auch mit dem Tode bedroht worden. Die weiter geplante Verbringung des Mannes in ein Appartement sei durch die alarmierte Polizei verhindert worden, heißt es in der Anklage.
Diverse Bild- und Videoaufnahmen werden in der Beweisaufnahme eine Rolle spielen, hieß es am Rande der Verhandlung. Für den Prozess sind bislang 20 weitere Tage bis Mitte Januar 2027 terminiert.