Zu hohen Haftstrafen verurteiltSieben Franzosen entgehen Todesstrafe im Irak

Wegen ihrer Zugehörigkeit zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind sieben Franzosen im Irak zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.
Sechs der Männer wurden am Dienstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt; gemäß dem irakischen Rechtssystem entspricht dies 20 Jahren Haft. Ein weiterer Mann wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Die sechs zu lebenslanger Haft verurteilten Männer wurden für schuldig befunden, als Angehörige der IS-Miliz dazu beigetragen zu haben, "Terror zu verbreiten". Laut dem Richter entgingen die Verurteilten der Todesstrafe, da sie jung seien und ihnen eine Chance gegeben werden solle, in der Zukunft einen anderen Weg einzuschlagen.
Der zu 15 Jahren Haft Verurteilte war von seiner Mutter als Minderjähriger nach Syrien gebracht worden. Die Frau hatte sich dort vor mehr als zehn Jahren der IS-Miliz angeschlossen.
Der Anwalt Matthieu Bagard, der vier der sieben Verurteilten vertrat, zeigte sich erleichtert, dass keine Todesstrafen verhängt worden seien. Gleichzeitig beklagte er, dass die Franzosen "ohne faires Verfahren" verurteilt worden seien. Die Urteile änderten nichts "an den erlittenen Folterungen und den erzwungenen Geständnissen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Es handelte sich um die ersten Urteile im Fall von 47 französischen mutmaßlichen IS-Mitgliedern, die im vergangenen Jahr aus Syrien in den Irak überstellt worden waren. Unter ihnen ist Adrien Guihal, der den Lkw-Anschlag von Nizza im Jahr 2016 mit 86 Toten für die IS-Miliz reklamiert hatte. Im Irak sind bislang hunderte Menschen wegen Gräueltaten im Land oder im benachbarten Syrien zum Tode oder zu Haftstrafen verurteilt worden.