Nordrhein-Westfalen70 Maschinenpistolen gehandelt: Urteil in Wuppertal erwartet

Geheimtüren, verborgene Räume, unzählige Schusswaffen und fast 100.000 Schuss Munition: Der Prozess um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland geht zu Ende.
Wuppertal (dpa/lnw) - In einem aufsehenerregenden Prozess gegen einen mutmaßlichen Waffenhändler aus Remscheid wird am Freitag das Urteil erwartet. Gemäß einem vorab geschlossenen sogenannten Deal im Strafprozess muss der 60-jährige Angeklagte für nicht weniger als sechs und nicht mehr als sieben Jahre ins Gefängnis. Der Kfz-Meister hat sich im Gegenzug am Wuppertaler Landgericht schuldig bekannt, mit 70 Maschinenpistolen des Typs Skorpion gehandelt zu haben.
In dem Prozess geht es laut Staatsanwaltschaft um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. In der Kfz-Werkstatt des Mannes hatte die Polizei im vergangenen Oktober vier versteckte Waffenkammern ausgehoben. Es gab in dem Gebäude Geheimtüren, hinter Zwischenwänden versteckte Räume und verborgene Schließmechanismen.
Neben Deko-Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg fanden die Ermittler dort auch eine große Zahl scharfer Gewehre und Pistolen. Rund 300 scharfe Schusswaffen sowie fast 100.000 Schuss Munition wurden am Ende sichergestellt.
Angeklagter gab sich als harmloser Waffensammler
Die Räumung der Kammern und die Katalogisierung der Waffen hatte Wochen gedauert. Eine Vielzahl von Polizisten war an der Aktion beteiligt. Der Wuppertaler Polizeipräsident Markus Röhrl hatte nach einem Besuch der Örtlichkeit gesagt, so etwas habe er zuvor nicht gesehen.
Waffen, Munition und Sprengstoffe lagern seitdem an einem geheim gehaltenen Ort. Manche Funde mussten in der Nähe des Fundortes gesprengt werden. Der Angeklagte hatte während der Ermittlungen gesagt, er sei nur ein harmloser Waffensammler.
Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hatte dem Mann zudem den Kriegswaffen-Handel mit einem Zeugen aus Polen vorgeworfen. Der 24-Jährige hatte behauptet, 300 Waffen an den Remscheider verkauft zu haben. Diese Vorwürfe ließen sich aber im Prozess nicht erhärten.
Zwei Mittäter des Angeklagten waren schon zu rechtskräftigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie hatten Waffenverkäufe eingeräumt, an denen der Hauptangeklagte beteiligt war.