ThüringenWarnstreiks bei Zeiss, Jenoptik und Jena-Optronik

Die Tarifverhandlungen kommen laut Gewerkschaft nicht voran. Deswegen haben Beschäftigte in Jena die Arbeit niedergelegt. Was sie fordern – und was die Arbeitgeberseite anbietet.
Jena (dpa/th) - Beschäftigte von Zeiss, Jenoptik und Jena-Optronik haben im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie zeitweise die Arbeit niedergelegt. 400 Menschen beteiligten sich am Warnstreik in Jena, wie ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall auf Anfrage sagte. Sie starteten demnach gegen 9.00 Uhr und zogen zum Holzmarkt, wo am späten Vormittag eine Kundgebung stattfand. Für drei Stunden ruhte die Arbeit.
Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem verlangt sie eine besondere Entlastung für Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen und Auszubildende sowie die tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Seit Anfang der Woche finden in mehreren Betrieben Warnstreiks statt.
Arbeitgeber verweisen auf schwierige Lage
Die Arbeitgeber boten in der zweiten Verhandlungsrunde eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts für Juli 2027 an. Diese kann nach den Tarifregeln je nach Betrieb angepasst werden. Ab Juli 2028 sollen die Entgelttabellen um 1,3 Prozent steigen. Der Arbeitgeberverband VMET begründete das Angebot mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Branche.
In Thüringer Betrieben der Metall- und Elektroindustrie arbeiten nach VMET-Angaben mehr als 80.000 Menschen. Die laufenden Tarifverhandlungen betreffen laut Verband rund 28.000 Beschäftigte. Zwischen 2019 und 2026 seien in der Branche rund 11.600 Arbeitsplätze weggefallen, teilte der VMET mit.