Berlin & BrandenburgFrauen betäubt und vergewaltigt - Urteil nicht akzeptiert

Dutzende Frauen werden durch Videos als mutmaßliche Opfer identifiziert. Die Nachricht der Polizei ist für sie ein Schock. Vor Gericht gesteht der Mann, seine Strafe akzeptiert er jedoch nicht.
Berlin (dpa/bb) - Nach einer Serie von Vergewaltigungen zuvor betäubter Frauen akzeptiert der verurteilte 69-Jährige seine Bestrafung nicht. Der geständige Deutsche hat Revision gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 28. Oktober eingelegt, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage sagte.
Die Richter hatten den Mann zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Zudem ordneten sie die anschließende Sicherungsverwahrung nach verbüßter Strafhaft an. Nach dem Urteil muss der 69-Jährige zudem mehreren Opfern Zehntausende Euro Schmerzensgeld zahlen.
Das Gericht hatte den Mann der Vergewaltigung in 22 Fällen sowie der gefährlichen Körperverletzung und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen schuldig gesprochen. 14 Frauen habe er bei Treffen in seiner Wohnung in Berlin-Lichtenberg mit sedierenden Substanzen im Getränk betäubt, dann vergewaltigt und dabei gefilmt.
Nach Überzeugung der Richter hatte der Mann bewusst nach Opfern gesucht. Sein Interesse sei es gewesen, Macht über die schlafenden Frauen auszuüben. Dabei habe er das Vertrauen der Frauen ausgenutzt, die Nähe und eine Beziehung gesucht hätten. Der gelernte Elektriker hatte seine Opfer aus Berlin und Brandenburg über Online-Dating-Plattformen kennengelernt. Die Opfer hatten erst im Zuge der Ermittlungen erfahren, was ihnen angetan wurde.
Im aktuellen Verfahren ging es um Übergriffe auf 14 Frauen im Alter von seinerzeit 50 bis 60 Jahren. Wegen weiterer mutmaßlicher Taten in der Zeit von 2016 bis 2022 zum Nachteil von 44 Frauen wird den Angaben zufolge noch ermittelt. Der 69-Jährige ist seit März in Untersuchungshaft.