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ThüringenSaison-Höhepunkte in den neuen Theaterspielplänen

14.09.2026, 05:02 Uhr
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(Foto: Heiko Rebsch/dpa)

Von Goethe bis Drag Queens: Die neuen Spielpläne bieten Uraufführungen, Klassiker und spannende Experimente an Thüringens Bühnen.

Erfurt (dpa/th) - Mit dem Herbst gehen die Theater in die neuen Spielzeiten. Welche Besonderheiten und Höhepunkte das Publikum erwarten.

Deutsches Nationaltheater Weimar

Insgesamt 21 Neuproduktionen in Schauspiel und Musiktheater, darunter 4 Uraufführungen und 8 Weimarer Erstaufführungen, sowie 10 Sinfonie- und mehrere Sonderkonzerte der Staatskapelle Weimar stehen auf dem Programm. Beim Theaterfestival "Äquinoktium" vom 2. bis 4. Oktober steht unter anderem die Premiere von Goethes "Faust II" an.

Besonderheit: Bei den Uraufführungen sticht etwa die Adaption von Kaleb Erdmanns Roman "Die Ausweichschule" hervor. Erdmann erlebte als Kind den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium mit und nähert sich in dem Buch diesem Schreckensereignis.

Theater Altenburg Gera

Das Theater mit fünf Sparten und zwei Hauptstandorten in Altenburg und Gera bietet 25 Neuproduktionen, 7 Uraufführungen und 9 Philharmonische Konzerte. Dazu zählen etwa die Theatergroteske mit Schauspiel und Puppen, "Yvonne, die Burgunderprinzessin", und der Opern-Klassiker "La Traviata". In Gera steht etwa die Premiere von "√Mytopia: Auferstanden aus Ruinen", einem interaktiven Theaterstück von Sophie Oldenstein, an.

Besonderheit: Das Theaterzelt am Großen Teich als Interimsspielstätte in Altenburg soll im April 2027 abgebaut werden. Der Spielbetrieb zieht dann auf die Hinterbühne des eigentlichen Stammhauses, das weiter saniert wird. In Gera lädt das Theater im März zum kostenlosen "Klassikkaraoke" ein.

Theater Erfurt

Sinfonie- und Solokonzerte des Philharmonischen Orchesters und auch 13 Premieren stehen im Spielplan 26/27 des Theaters Erfurt. Dazu gehört das Ballett "Romeo und Julia" nach Shakespeares Tragödie, eine Koproduktion mit dem Thüringer Staatsballett. Einen weiteren Klassiker können Besucher mit der Oper "Eugen Onegin" von Peter Tschaikowski erleben. Deutlich jünger ist dagegen die Oper "The Listeners" von Missy Mazzoli, die Fragen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung aufwirft.

Besonderheit: Der Monolog "Prima Facie" von der früheren britisch-australischen Anwältin Suzie Miller auf der Studio-Box-Bühne soll laut Theater "Machtmissbrauch gegenüber Frauen in künstlerischen Arbeitssituationen" thematisieren. Vom 4. Oktober bis 14. November öffnet ein Tanztheater-Festival den Blick auf die internationale Tanzszene.

Theater Waidspeicher

Das Puppentheater in Erfurt, das erwachsenes und junges Publikum gleichermaßen ansprechen möchte, präsentiert in der neuen Spielzeit unter anderem vier Premieren. Zu den Neuproduktionen zählen Shakespeares "Der Sturm" und die Adaption des Kinderbuches "Der Mann, der eine Blume sein wollte", ein Lehrstück über die Kraft von Wünschen. "Bilder deiner großen Liebe" von Wolfgang Herrndorf blickt auf die Herausforderungen des Erwachsenwerdens.

Besonderheit: Die Spielzeit bringt einen Abschied mit sich: Sibylle Tröster verlässt nach 18 Jahren als Intendantin das Haus.

Staatstheater Meiningen

Die neue Spielzeit steht in Meiningen weiter unter dem Eindruck eines Jubiläums – der 200. Geburtstag von "Theaterherzog" Georg II. von Sachsen-Meiningen. So gibt es etwa die Musical-Uraufführung von "Der Herzog & Ich. Das Theatermacher-Musical" von Christoph Zirngibl und Titus Hoffmann. Das Schauspiel "Mephisto" nach Klaus Mann über die Karriere eines Schauspielers in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Musikkomödie "The Legend of Georgia McBride" von Matthew López über amerikanische Drag Queens gehören zu den Premieren. Eine Uraufführung im Ballett gibt es mit "Buena Vista Dancing Club" von Jorge Pérez Martínez.

Besonderheit: "Asyl im Paradies" heißt der gefragte Theater-Konzertabend über die Silly-Frontfrau Tamara Danz. Wer sich beeilt, hat noch Chancen auf Karten für die Sommervorstellung 2027.

Landestheater Eisenach

Das eng mit dem Staatstheater Meiningen verbundene Haus listet ein Sinfoniekonzert und mehr als ein Dutzend Premieren auf. Ballett, Musiktheater und vor allem Schauspiel für junges Publikum gehört dazu, darunter etwa "Alfons Zitterbacke" nach dem Kinderbuch von Gerhard Holtz-Baumert. Für das erwachsene Publikum stehen etwa Henrik Ibsens Drama "Ein Volksfeind", die Mozart-Oper "Don Giovanni" und das Schauspiel "Das perfekte Geheimnis" auf dem Spielplan.

Besonderheit: Die Regisseurin und Schauspielerin Anna Magdalena Fitzi hat in der neuen Spielzeit die Schauspielleitung übernommen.

Schiller-Theater Rudolstadt

Das Stadtjubiläum 1250 Jahre urkundliche Ersterwähnung Rudolstadts prägt die Spielzeit. Premieren, die darauf abstellen, sind Thornton Wilders "Unsere kleine Stadt", sowie "Das Stück vom Glück - Die Allianz von Schiller und Goethe" von Michael Kliefert. Das Theaterstück schaut auf die erste Begegnung der zwei Dichter und Freunde Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller in Rudolstadt. Zudem wird das Musical "Cabaret" gezeigt.

Besonderes: Ein ungewöhnliches Schmankerl dürfte die politische Komödie "Zufälliger Tod eines Anarchisten" sein, nach der Vorlage von Dario Fo.

Theater Nordhausen

Kammer- und Sinfoniekonzerte, Schauspiel, Komödien und mehr erwarten die Besucher in Nordhausen und Sondershausen. Zu den Premieren gehören etwa "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke", ein Schauspiel nach dem Roman von Joachim Meyerhoff, "Das Neinhorn", nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Marc-Uwe Kling und das Musical "Der Graf von Monte Christo" von Frank Wildhorn sowie der Ballettabend "Othello & Medusa".

Besonderes: Die neue Spielzeit soll die letzte im "Theater im Anbau" sein. Der Wechsel ins sanierte Theatergebäude steht dann für die Spielzeit 2027/28 an.

Theaterhaus Jena

Das Haus ist für Experimentierfreude bekannt. Diese Saison hat es 16 Premieren parat, darunter 14 Uraufführungen. Mit "Abseits im Malsaal" (Konzept: Céline Karow, Mona Louisa-Melinka Hempel) soll ein feministischer Blick auf Fußball und die dazugehörige Fankultur geworfen werden. "Das blaue Haus" von Laura N. Junghanns handelt von einem Familienleben in einem speziellen Gebäude. "Lieber AIDS als gar nichts aus dem Westen" von Thomas Schmale und Daniel Neumann setzt sich mit der Aids-Politik in der DDR auseinander.

Besonderes: Am Tag der offenen Tür am 26. September bekommen Interessierte einen Einblick in die neue Spielzeit.

Theaterprojekt Suhl

In Suhl bringt das Theater- und Filmkollektiv "künstlerische Intelligenz" ein Projekt über die Geschichte der traditionsreichen Moped-Marke Simson auf die Bühne - auf dem Gelände des einstigen Produktionswerkes der heutigen Kult-Mopeds. Zur Uraufführung von "Freiheit:Simson" wird laut Regisseur ein Nachfahre der jüdischen Familie Simson mit seiner Familie erwartet.

Quelle: dpa

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