Niedersachsen & BremenFeuerwehr-Trecker verlässt Wiesmoor – Testphase endet

Ein Jahr lang ist die Feuerwehr im ostfriesischen Wiesmoor testweise mit einem Trecker ausgerückt. Wie die Bilanz ausfällt und warum das Fahrzeug vorerst nicht mehr in Ostfriesland zum Einsatz kommt.
Wiesmoor (dpa/lni) - Nach einem Jahr Testphase bei der Feuerwehr Wiesmoor geht ein in Niedersachsen entwickelter Feuerwehr-Trecker demnächst zu weiteren Vorführungen und Messen auf Europatour. Für die Feuerwehr in Wiesmoor (Landkreis Aurich) endet damit allerdings die auf ein Jahr angelegte Erprobung des Prototyps, wie die Stadt Wiesmoor und die Herstellerfirma Reaktis mitteilten. Die Wehr muss daher nun auf ihr lieb gewonnenes, neues Einsatzfahrzeug verzichten.
Die Stadt Wiesmoor werde den Trecker nicht kaufen, sagte Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Er hält das Fahrzeug für besonders vielseitig, um es allein in einer Kommune vorzuhalten. Schon während des vergangenen Test-Jahres rückte die Feuerwehr mit dem Trecker auch außerhalb der Stadtgrenzen zu Einsätzen aus, um andere Wehren etwa bei Großbränden zu unterstützen.
Was der Trecker kann
Seit August 2025 wurde die 300-PS-Maschine samt Blaulicht als Prototyp eines Herstellers für Sonderfahrzeuge mit der Wehr der ostfriesischen Kleinstadt getestet. Die Feuerwehrleute gaben dem Hersteller Rückmeldungen. Je nach Einsatzlage wird der Trecker mit verschiedenen Geräten ausgerüstet. Zum Beispiel mit einer Sandsackfüllmaschine für Hochwassereinsätze oder einem Tankanhänger, um Wald- und Moorbrände zu bekämpfen - wie bei einem Schweizer Taschenmesser gibt es verschiedene Module.
"Es ist eigentlich viel zu schade, dass dieses Fahrzeug hier nur dann in Wiesmoor genutzt werden würde", sagte Bürgermeister Lübbers. Das Fahrzeug gehöre in den Zivil- und Katastrophenschutz. "Das ist ein Produkt aus Niedersachsen. Deswegen möchte ich das Land Niedersachsen, aber auch alle kreisfreien Städte und auch die Landkreise ermutigen, sich Gedanken darüber zu machen, ein derartiges Fahrzeug in den Bestand aufzunehmen."
Die Stadt Wiesmoor und die Freiwillige Feuerwehr habe durch das ungewöhnliche Feuerwehrfahrzeug bundesweit Aufmerksamkeit bekommen. "Der Feuerwehr-Trecker hat natürlich dafür gesorgt, dass auch die letzten Menschen in Deutschland wissen, wo Wiesmoor jetzt liegt." Jetzt sei der Trecker serienreif für die Produktion. "Und ich hoffe natürlich, dass das Fahrzeug nun in den Markt findet", sagt Lübbers.
Firma verhandelt mit anderen Kommunen
Mit 16 Kommunen und Landkreisen in Deutschland verhandelt die Firma Reaktis nun nach eigenen Angaben, wo und wie solche Trecker künftig eingesetzt werden könnten. "Wir sind schon in konkreten Verhandlungen und das ist super", sagte Entwicklungsleiter Hendrik Becker.
Auch wenn der Trecker nun aus der Stadt verschwinde, sei der Prototyp "für immer mit Wiesmoor verheiratet". Zusammen mit der Feuerwehr habe man mit dem Trecker etwas Neues für den Brand- und Katastrophenschutz entwickelt, sagte Becker. "Und etwas, wo wir eben auch sehen, dass das in Zukunft hervorragende Arbeit in Einsätzen leisten kann."