Nordrhein-WestfalenKöln-Wuppertal: Bahn plant mit regulärem Fahrplan ab Oktober

Die Bahnstrecke von Köln nach Wuppertal ist mit großem Aufwand generalsaniert worden. Doch seitdem läuft längst noch nicht alles rund. Nun macht die Bahn ihren Kunden etwas Hoffnung.
Leverkusen/Wuppertal (dpa/lnw) - Knapp ein Vierteljahr nach dem eigentlichen Ende der Generalsanierung will die Bahn auf der Strecke Köln-Wuppertal wieder nach regulärem Fahrplan fahren. Ab dem 1. Oktober sollen die Züge wieder auf beiden Gleisen über den Fluss Wupper rollen können, wie eine Bahnsprecherin auf Anfrage sagte. Damit gäbe es zum ersten Mal seit Anfang Februar wieder uneingeschränkten Zugverkehr auf der für Fern-, Regional- und Güterzüge wichtigen Strecke.
Die Bahn hatte die Schienen zwischen Köln, Wuppertal und Hagen von Februar bis Juli für knapp 800 Millionen Euro generalsaniert. Doch ausgerechnet am letzten Tag der Sanierung fiel ein Riss in der Brücke über die Wupper bei Leverkusen-Opladen auf. Die Brücke musste gesperrt werden, so dass auf der frisch sanierten Strecke im Moment weiterhin zahlreiche Regionalzüge ausfallen und Fernzüge mit Verspätung unterwegs sind. Besonders betroffen ist die Linie RB48.
Züge fahren auch in Zukunft langsamer
Die Brücke werde nun so instand gesetzt, dass ein "sicherer Bahnverkehr" auf beiden Gleisen wieder möglich sei, sagte die Bahnsprecherin. Kleinere Einschränkungen werde es aber auch nach dem 1. Oktober noch geben. "Die Züge werden im Bereich der Brücke langsamer unterwegs sein", betonte die Sprecherin. "Die Fahrpläne wurden hinsichtlich der verminderten Geschwindigkeit angepasst. Nach jetzigem Stand wird es jedoch zu keinen Halt- oder Zugausfällen kommen."
Klar sei auch, dass die fast 80 Jahre alte Brücke noch umfassend saniert werden müsse. Dies sei derzeit für die 2030er Jahre vorgesehen. "Ein genauer Zeitpunkt wird aktuell erarbeitet", sagte die Sprecherin.
Brücke wurde bei Generalsanierung ausgeklammert
Die 1949 errichtete Brücke über die Wupper besteht aus zwei Teilen - das heißt, für jedes Gleis gibt es eine eigene Brücke. Ein Brückenteil ist unbeschädigt, der andere ist wegen des Risses im Material derzeit gesperrt.
Die Brücke war nach Angaben der Bahn bei der Generalsanierung nicht erneuert worden. Denn bei den bisherigen Inspektionen hätten sich keine Schäden gezeigt.
Die Bahn hatte den Reisenden zwischen Köln, Wuppertal und Hagen eigentlich versprochen, dass es nach der fünfmonatigen Sperrung für die Generalsanierung spürbare Verbesserungen für sie gebe. Der Zugverkehr sollte "verlässlicher und leistungsfähiger" werden. Dass es unmittelbar nach der Generalsanierung wieder zu monatelangen Verspätungen und Zugausfällen kam, hat der Bahn massive Kritik aus Politik und Wirtschaft eingebracht.
Generalsanierungen dauern länger
Die marode Infrastruktur ist nach Angaben der Bahn der Hauptgrund für die vielen Verspätungen und Ausfälle im Zugverkehr. Doch das Konzept, die Strecken bundesweit mit großangelegten Generalsanierungen zu erneuern, stößt an Grenzen. Bahnchefin Evelyn Palla hatte deshalb zuletzt angekündigt, das Tempo bei den Arbeiten herunterzufahren.
In Nordrhein-Westfalen ist noch eine ganze Reihe umfassender Sanierungen geplant. Im Moment ist dafür die Strecke von Troisdorf nach Wiesbaden gesperrt. Ab Oktober betrifft Reisende aus NRW die Generalsanierung zwischen Hannover und Berlin: Die Fahrt mit dem Zug in die Bundeshauptstadt wird dann 14 Monate lang rund 80 Minuten länger dauern.