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Sachsen-AnhaltTausende Online-Zusagen für Jugendprotest in Magdeburg

27.10.2026, 04:02 Uhr
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"Gen Z regelt" mobilisiert gegen Wehrpflicht, steigende Lebenshaltungskosten und Kürzungen in der Bildungspolitik. Tausende haben online bereits zugesagt. Wie schätzt die Polizei die Lage ein?

Magdeburg (dpa/sa) - Die Initiative "Gen Z regelt" ruft für Samstag in Magdeburg zum Protest gegen Wehrpflicht, steigende Lebenshaltungskosten und Kürzungen in der Bildungspolitik auf. Auf ihrer Homepage haben mehr als 5.100 Menschen ihre Teilnahme an einer Kundgebung zugesagt. Demnach beginnt die Kundgebung um 14.00 Uhr am Willy-Brandt-Platz.

Bei der Polizeiinspektion Magdeburg liegt bislang eine Versammlungsanmeldung mit einer Teilnehmerprognose von 500 vor, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Die Anmeldung stammt von einer Privatperson und steht unter dem Thema "Der Jugend eine Zukunft". Die Kundgebung soll am Nachmittag und Abend im Innenstadtbereich stattfinden.

Die Polizei nehme die Proteste in europäischen Ländern ernst und bewerte die Lage fortlaufend. Zu geplanten Einsatzmaßnahmen könne sie aus einsatztaktischen Gründen derzeit keine Angaben machen. Eine Einschätzung, ob sie in Magdeburg mit Ausschreitungen rechnet, gab sie nicht ab.

Proteste begannen in Frankreich

Die Proteste gehen auf Schülerdemonstrationen in Frankreich zurück, die Ende September begannen. Die Schülerinnen und Schüler fordern dort bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrkräfte und bessere Lernbedingungen. Die Demonstrationen erreichten landesweit Hunderttausende Teilnehmende. Im Zusammenhang mit den Protesten kam es zu Krawallen und Plünderungen. Polizeikräfte und Demonstranten wurden verletzt und Tausende Menschen festgenommen. Auch in Italien und Belgien gab es zuletzt gewalttätige Zusammenstöße mit der Polizei.

Im Netz ruft eine Initiative, die sich "GenZ regelt" nennt, für den 31. Oktober zu Protesten in 23 Städten auf. Die Initiative lehnt nach eigenen Angaben Gewalt ausdrücklich ab. Zur Generation Z gehören junge Menschen, die grob zwischen 1995 und 2010 geboren wurden.

Das fordert die Initiative

In Deutschland geht es bei den Aufrufen teils um andere Schwerpunkte. Die Initiative fordert vor allem Investitionen in Bildung und Gesundheit, bezahlbare Lebenshaltungskosten und mehr Klimaschutz. Zudem lehnt sie die Wehrpflicht ab.

Schülervertretung unterstützt Proteste

Die Bundeskonferenz der Schülerinnen und Schüler unterstützt Proteste für bessere Bildung, soweit sie friedlich verlaufen. Die Sicherheitsbehörden beobachten die Aufrufe bundesweit. Das Bundesinnenministerium tauscht sich dazu eng mit Frankreich und Italien aus und warnt, dass eine gewaltbereite extremistische Szene solche Proteste nutzen könnte. Aus mehreren Städten meldeten die Polizeien bislang keine konkreten Hinweise auf geplante Gewalt.

Quelle: dpa

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