Nordrhein-WestfalenBerufungsverfahren nach Tod eines Mädchens im Krankenhaus

Eine 12-Jährige starb 2019 nach einer Behandlung im Klinikum Lippe. Der Assistenzarzt wurde vom Amtsgericht verurteilt und legte Berufung ein. Im November beginnt der nächste Prozess.
Detmold (dpa/lnw) - Nach dem Tod eines 12-jährigen Mädchens im Klinikum Lippe im Jahr 2019 beginnt im November am Landgericht Detmold das Berufungsverfahren. Das geht aus der Terminvorschau des Gerichts hervor. Das Amtsgericht Detmold hatte einen Assistenzarzt nach einem Behandlungsfehler wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Gegen das Urteil hat der Arzt, der mittlerweile in Berlin lebt, Berufung eingelegt.
Die Eltern hatten den Notarzt gerufen, weil das Mädchen nach mehreren Tagen mit Fieber und Durchfall zusammengebrochen war. Im Krankenhaus hatte der Arzt dann laut Amtsgericht eine unzureichende Diagnose gestellt und falsch behandelt. Nach Überzeugung eines Gutachters hatte der Mediziner eine falsche Infusionslösung angeordnet.
Zustand des Mädchens verschlechterte sich
Die Mutter der 12-Jährigen hatte in der Nacht das Personal noch auf die sich verschlechternde Situation des Kindes aufmerksam gemacht. Am Morgen war das Mädchen dann nicht mehr ansprechbar, wurde auf die Intensivstation verlegt und erfolglos reanimiert.
Das Landgericht hat bis Mitte Dezember Verhandlungstermine angesetzt und will 13 Zeugen und zwei Sachverständige hören.