Regionalnachrichten

Niedersachsen & BremenStärkste Kraft im Rat - Salzgitter wird AfD-Hochburg

14.09.2026, 00:28 Uhr
image

Der Abstand zu der SPD und der CDU ist zwar knapp, aber eindeutig. Auch bei der Oberbürgermeisterwahl mischt die AfD weiter mit.

Salzgitter (dpa/lni) - Salzgitter wird zu einer Hochburg der AfD in Niedersachsen: Mit knappem Vorsprung ist die AfD stärkste Kraft im Stadtrat von Salzgitter geworden. Auch bei der Oberbürgermeisterwahl in der Stadt ist die Partei weiter im Rennen.

Von allen abgegebenen Stimmen entfielen bei der Stadtratswahl 27,39 Prozent auf die Partei. Damit landete die AfD knapp vor der SPD (25,85 Prozent) und der CDU (23,23). Der Verfassungsschutz in Niedersachsen stuft die AfD als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt ein. Die Partei wehrt sich dagegen juristisch.

Im Kampf um das Oberbürgermeisteramt in Salzgitter geht zudem die AfD-Kandidatin Patricia Mair in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Frank Klingebiel (CDU). Klingebiel vereinte 45,61 Prozent der Stimmen auf sich, Mair kam auf 25,67.

Amtsinhaber siegte vor fünf Jahren im ersten Anlauf

Bei der vorherigen Wahl 2021 hatte Klingebiel mit 54,91 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit geholt. Im Stadtrat lag seine CDU damals auf Rang zwei hinter der SPD. Die AfD rangierte mit rund 10 Prozent auf dem dritten Platz

Salzgitter hat einen großen Migrantenanteil, soziale Problemlagen und eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote. Zuletzt sorgte die Stadt bundesweit für Aufmerksamkeit, als der Stadtrat im Dezember 2025 mehrheitlich beschloss, eine Arbeitspflicht für Asylbewerber prüfen zu lassen. In der Stadt, die ein Zusammenschluss mehrerer Orte ist, leben rund 100.000 Menschen.

AfD auch landesweit deutlich verbessert

Auch landesweit schnitt die AfD in Niedersachsen gut ab. Die Partei wurde laut einer kurz nach 22.00 Uhr vom NDR veröffentlichte Hochrechnung von Infratest dimap drittstärkste Kraft mit 16,5 Prozent der Stimmen. Damit konnte sie ihr Ergebnis von 4,6 Prozent bei der vorherigen Kommunalwahl mehr als verdreifachen.

Der niedersächsische Landesvorsitzende der AfD, Ansgar Schledde, sah seine Partei deshalb als "eindeutigen Gewinner des Abends". Laut einer Mitteilung sagte er: "Die AfD ist seit heute Kommunalpartei und wir werden mit diesem gewaltigen Rückhalt und den neu geschlagenen Wurzeln gestärkt in die Landtagswahl gehen."

Quelle: dpa

Regionales