Regionalnachrichten

HessenDrei Explosionen - Ermittler prüfen Zusammenhang

14.09.2026, 12:11 Uhr
image
(Foto: Mike Seeboth/dpa)

Ist es eine Serie? Erneut hat ein lauter Knall Anwohner in Frankfurt aufgeschreckt. Derweil haben Polizisten nach einer vorherigen Explosion einen 15 Jahre alten Tatverdächtigen festgenommen.

Frankfurt/Main/Offenbach (dpa/lhe) - Mehrere Explosionen in Frankfurt und in Offenbach beschäftigen die Ermittler. Nach zwei Fällen am Sonntag gab es am Montagfrüh erneut in Frankfurt eine Explosion - dabei wurde mitten in einem Wohnviertel die Eingangsglastür eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Bockenheim zerstört. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Nachbarinnen berichteten von einem lauten Knall, der sie aus dem Schlaf gerissen hatte. Motiv und Hintergründe waren zunächst unklar. "Es wird in alle Richtungen ermittelt", sagte ein Polizeisprecher. Dabei gehe es auch darum, ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen bestehe. Zugleich bilde aufgrund der Rahmenbedingungen bei den Taten das Phänomen "Violence as a Service" einen Ermittlungsschwerpunkt.

15-jähriger Tatverdächtiger soll Haftrichter vorgeführt werden

Bei der Explosion in Frankfurt-Sachsenhausen war ein Kiosk stark beschädigt worden. Kurz danach sei in der Nähe ein 15 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen worden, sagte der Polizeisprecher. Er sollte noch am Montag einen Haftrichter vorgeführt werden.

Laut den Angaben der Ermittler hatte es etwa neun Minuten zuvor in Offenbach eine Explosion gegeben. Dort waren die Schaufensterscheiben einer Bar und eines gegenüberliegenden Cafés zu Bruch gegangen. Verletzt worden sei bei beiden Fällen am Sonntag niemand.

Immer wieder kommt es zu ähnlichen Vorfällen im Rhein-Main-Gebiet, in Offenbach waren unter anderem bisher eine Shishabar und ein Restaurant betroffen.

Was hat es mit dem Phänomen "Violence as a Service" auf sich?

Das ist eine relative neue Form, bei der Gewalt wie eine Dienstleistung angeboten wird. Kriminelle Netzwerke lagern hierfür die Vorbereitung und Durchführung von Gewalthandlungen gegen einen Lohn an Dritte aus. "Häufig werben sie Minderjährige oder junge Täter an, die dann Drohungen, Angriffe oder Tötungen gegen Bezahlung ausführen", schreibt dazu das Bundeskriminalamt. Die Anwerbung erfolge oft über Plattformen oder Messenger-Dienste.

Quelle: dpa

Regionales