Hamburg & Schleswig-HolsteinOpposition kritisiert Schulpolitik in Schleswig-Holstein

Nach den schwachen Pisa-Ergebnissen diskutiert der Landtag, wie das Bildungssystem gestärkt werden kann. Investitionen und mehr Unterstützung für Schulen stehen im Fokus.
Kiel (dpa/lno) - Das schwache Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler in der Pisa-Studie wirft auch in Schleswig-Holsteins Landtag Fragen auf. "Das darf keine Randnotiz sein, das muss ein Alarmzeichen sein", sagte der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat in einer Aktuellen Stunde des Landtags. Zwar werde viel über Handys und soziale Medien debattiert. Stattdessen müsse über notwendige Investitionen ins Bildungssystem gesprochen werden.
Wenn die Voraussetzungen der Kinder heute andere seien, müssten Schulen doch gestärkt werden. Als Beispiele nannte Habersaat die Schulsozialarbeit und Schulpsychologen. Die Schulpolitik von Schwarz-Grün kritisierte der Landtagsabgeordnete. Trotz eines Anstiegs der Schülerzahlen sei die Zahl der Lehrerstellen um mehr als 100 gesunken: "Mehr Schülerinnen und Schüler, weniger Lehrkräfte. Das ist der falsche Weg, den Sie da eingeschlagen haben."
CDU: Ernstes Warnsignal
CDU-Fraktionschef Tobias Koch bezeichnete die Ergebnisse als ernstes Warnsignal. Die Befunde sollten aber nicht vorschnell politisch vereinnahmt werden. 19,4 Prozent der Schüler hätten einen Migrationshintergrund, deren Anteil habe sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Spracherwerb sei entscheidend für den Schulerfolg. "Wer nicht ausreichend Deutsch versteht, kann im Unterricht einfach nicht folgen."
Im neuen Pisa-Vergleich schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. Für die einzelnen Bundesländer gab es in der vergangenen Woche aber keine detaillierten Ergebnisse. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den getesteten 15-Jährigen in Deutschland die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt, wie es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie heißt.