Berlin & BrandenburgVorsichtsmaßnahme: Läden am Ku'damm schützen Schaufenster

Vor den Protesten von "Gen Z regelt" morgen sichern Geschäfte am Kurfürstendamm ihre Schaufenster mit Holzplatten. Wie Händler und Polizei die Lage einschätzen.
Berlin (dpa/bb) - Vor dem Protest von "Gen Z regelt" am Samstag schützen einige Läden auf dem Berliner Kurfürstendamm ihre Schaufenster mit Holzplatten. Am Morgen bauten vor mehreren Läden Arbeiter einen Schutz aus Pressspanplatten vor den Scheiben auf. Einige Läden planen auch, früher zu schließen. So hing am Morgen ein Schild vor der Filiale von Huawei, auf der eine Schließung am Samstag um 13 Uhr angekündigt wurde.
Die Initiative "Gen Z regelt" ruft für Samstag zu Protesten in rund 30 Städten auf. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein. Dabei lehnt sie Gewalt ausdrücklich ab. Bei Protesten in Frankreich und in anderen europäischen Ländern war es zu Krawallen gekommen.
Keine Erkenntnisse über Gewaltaufrufe
Bei den Protesten in Berlin werden Tausende erwartet. Die Polizei sieht Konfliktpotenzial wegen der Kombination von Aufrufen der Initiative "Gen Z regelt" und Halloween, rechnet aber nicht mit Plünderungen und hat keine Erkenntnisse über gezielte Gewaltaufrufe.
Für Samstag sind zwei Demonstrationen angekündigt: Zu der am Brandenburger Tor ab 14.00 Uhr sind 10.000 Menschen angekündigt. Die Polizei rechnet mit einem friedlichen Verlauf. Kritischer fällt die Einschätzung für eine Demonstration in den frühen Abendstunden am Rosenthaler Platz (17.30 Uhr) aus. 400 bis 500 Menschen werden erwartet, es könnten aber auch mehr werden. Der Veranstalter ist laut Polizei dem linken Spektrum zuzuordnen, auch Teilnehmer der propalästinensischen Szene werden erwartet.
Verband: Ketten reagieren überregional
Der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, sagte, der Verband wolle seinen Mitgliedern nicht raten, ihre Geschäfte zu verrammeln. Die Sicherheitsbehörden beider Länder hätten glaubhaft vermittelt, dass es keinerlei Anzeichen für organisierte Plünderungen gebe.
Dass gleichwohl Geschäfte am Ku'damm geschlossen bleiben oder die Schaufenster mit Brettern schützen, führt Busch-Petersen auf europaweite Regelungen der Unternehmen zurück. Die Filialen der ausländischen Ketten seien in der Regel nicht im Einzelhandelsverband organisiert und hätten deswegen offensichtlich nicht die örtlichen Informationen.
Für die Verbandsmitglieder habe es in Berlin und Brandenburg gezielte Informationsrunden gegeben, sagte Busch-Petersen. "Wir rechnen in Berlin mit einem normalen Geschäftsverlauf", sagte er. In Brandenburg sind wegen des gesetzlichen Feiertages (Reformationstag) ohnehin die meisten Geschäfte geschlossen.