Dax fällt den dritten Tag in Folge
Weiter steigende Zinsen an den Kapitalmärkten haben den deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte erneut belastet. Nach seiner Höchstmarke vom Freitag verlor der Dax weitere 0,5 Prozent und schloss bei 25.839,33 Punkten. Am dritten Verlusttag in Folge fiel der Dax auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Ende vergangener Woche hatte er bei 26.618 Zählern ein Rekordhoch erreicht. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab am Mittwoch um 0,67 Prozent 31.958,41 Punkte nach.
Die jüngsten Verluste am deutschen Aktienmarkt sind eine Reaktion auf kräftig steigende Renditen an den Anleihemärkten. Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Staatspapiere erreichte heute mit knapp 3,40 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Als die Renditen am Nachmittag etwas von ihren Hochs zurückkamen, grenzten die Aktienmärkte ihre Verluste wieder etwas ein.
"Die Anleiherenditen befinden sich weltweit aufgrund der steigenden Energiepreise weiterhin im Aufwärtstrend", schrieb Anleihenexperte Martin Hartmann von der Commerzbank. Die Märkte preisten für die großen Zentralbanken immer mehr Zinserhöhungen ein und die Renditen von Anleihen mit längeren Laufzeiten erreichten mehrjährige Höchststände.
"Qualität der Investoren in Bitcoin verändert sich"
Übernahmepläne machen Lottomatica zu schaffen
Die geplante Übernahme von Cirsa belastet die Aktien des italienischen Wettunternehmens Lottomatica. Die Aktien fallen an der Mailänder Börse um bis zu 11,5 Prozent. Die Papiere von Cirsa rücken um mehr als 18 Prozent vor.
Mit der Verschmelzung soll der weltweit zweitgrößte börsennotierte Glücksspiel- und Sportwettenanbieter entstehen. Im Rahmen eines Aktientauschs erhalten die Aktionäre des spanischen Glücksspielunternehmens Cirsa 0,668 Lottomatica-Aktien für jede Cirsa-Aktie. "Der Markt wurde von diesem Strategiewechsel überrascht", sagt ein Händler in Mailand. Jefferies zufolge müssen die Lottomatica-Investoren "wahrscheinlich erst noch von den Vorteilen der Fusion überzeugt werden".
Uber streicht weltweit 3.300 Stellen
Uber streicht 3.300 Stellen, um Managementebenen abzubauen und Geschäftsbereiche zu verschlanken.
Rund 10 Prozent der Belegschaft des Unternehmens würden abgebaut, teilte Uber-CEO Dara Khosrowshahi heute in einem Brief an die Mitarbeiter mit. Das Unternehmen beschäftigte Ende letzten Jahres weltweit 34.000 Mitarbeiter. Die Umstrukturierung erfolgt, nachdem Uber im vergangenen Monat seinen Ausblick gesenkt hatte.
Khosrowshahi sagte, das Unternehmen sei in den letzten Jahren schnell gewachsen, habe aber Ebenen und Managementstrukturen hinzugefügt, die sinnvoll gewesen seien, als das Geschäft noch kleiner war. Die Entlassungen würden es ermöglichen, die Einsparungen künftig zu reinvestieren, fügte er hinzu.
Das Unternehmen werde zudem seine globale Standortstrategie anpassen, hieß es in dem Memo. Die Aktie von Uber legte leicht zu.
Für Dell geht es mehr als 12 Prozent nach oben
Nach einer leichten Entspannung bei den Marktzinsen und beim Ölpreis ist die Tendenz an der Wall Street zum Start behauptet. Der Dow-Jones-Indes steigt um 0,5 Prozent. Der marktbreitere S&P-500 steigt ganz leicht, die Nasdaq-Indizes liegen knapp im Minus.
Für Dell geht es um 12,3 Prozent nach oben. Der Server- und Computerbauer steigerte dank der guten Nachfrage nach Servern Umsatz und Gewinn im Quartal deutlich.
Das Papier des Herstellers von Software-Entwicklungstools Gitlab schießt um 12,6 Prozent nach oben. Hier übertraf das Quartalsergebnis die Erwartungen deutlich. Brown-Forman legen um gut 5 Prozent zu. Der Spirituosenhersteller hat mit seinem Quartalsgewinn die Erwartungen der Analysten geschlagen.
Uber ziehen um 0,9 Prozent an. Das Unternehmen ist laut CEO Dara Khosrowshahi so stark gewachsen, dass nun 10 Prozent der weltweiten Belegschaft abgebaut würden. Das werde "Uber einfacher und schneller machen" und "mehr Kapazitäten schaffen, um in unsere Zukunft zu investieren."
"Teufelscocktail für die Märkte"
Die US-Staatsschulden wachsen rasant – und gleichzeitig steigen die Zinsen am Anleihemarkt. Eine gefährliche Mischung, die auch für die Aktienmärkte zum Problem werden kann. Was das für Anleger bedeutet und wie sie sich dagegen absichern können, darüber spricht Raimund Brichta mit Kay-Peter Tönnes von der Fondsgesellschaft Antecedo.
Adidas setzt sich an die Dax-Spitze
An Europas Börsen geht es nach dem Rücksetzer weiter nach unten. Der Dax verliert 0,6 Prozent auf 25.810 Punkte. Charttechniker erwarten weitere Verluste im Dax und sehen ihn erst ab rund 25.600 Punkten unterstützt. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,3 Prozent auf 6.349 Zähler nach.
Tagesgewinner im Dax sind Adidas. Sie verteuern sich nach einer Hochstufung durch Barclays um 1,2 Prozent. Schlusslicht sind Zalando mit einem Minus von 4,5 Prozent. Goldman Sachs hat die Aktie von der Favoritenliste gestrichen. Für Gea geht es um 2,6 Prozent nach unten. Belastend wirkt eine Platzierung von 5 Millionen Aktien aus dem Besitz der Kuwait Investment Authority.
Shein-Aktie unter Druck
Die Aktie des Online-Modehändlers Shein ist auch am zweiten Handelstag nach dem lang erwarteten Börsengang unter Druck geraten. Das Papier gab in Hongkong um mehr als fünf Prozent auf 46 Hongkong-Dollar nach. Bereits am Vortag hatte die Aktie ein verhaltenes Debüt hingelegt: Sie war zeitweise um zehn Prozent gefallen, bevor sie dank sogenannter Stabilisierungsmaßnahmen nahe an ihrem Ausgabepreis von 48,56 Hongkong-Dollar schloss.
Anleger und Analysten zufolge belasten höhere Einfuhrzölle in wichtigen Märkten, wachsende regulatorische Risiken und ein verschärfter Wettbewerb die Wachstumsaussichten des Unternehmens. "Sheins schwache Performance spiegelt wider, dass Investoren eine Wachstumsgeschichte neu bewerten, die schwieriger geworden ist", kommentierte Brandon Ho von Arta Finance.
Ryanair setzen hohe Kerosinkosten zu
Europas größter Billigflieger Ryanair hat wegen hoher Treibstoffkosten seine Passagierprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt und vor einem Gewinnrückgang gewarnt. Die Fluggesellschaft peilt nun noch 214 Millionen Fluggäste statt der zuvor erwarteten 216 Millionen an, wie das Unternehmen mitteilte. Um die Belastung durch hohe Kerosinkosten im Winter zu begrenzen, soll die Kapazität in der kalten Jahreszeit im Vergleich zum Vorjahr stabil gehalten werden. Dies könne den saisonal üblichen Verlust um 70 bis 100 Millionen Euro verringern.
Der Gewinn in dem bis März laufenden Geschäftsjahr 2027 werde voraussichtlich unter dem Rekordwert des Vorjahres liegen. Hintergrund sind durch den Irankrieg gestiegene Ölpreise. Während Ryanair 80 Prozent seines Treibstoffbedarfs bis März 2027 zu einem Preis von rund 67 Dollar je Barrel abgesichert hat, liegt der aktuelle Marktpreis bei etwa 140 Dollar. Im Juli hatte die Fluggesellschaft wegen der Kostenentwicklung fünf Flugzeuge von ihrer Basis im belgischen Charleroi abgezogen und das Angebot in Brüssel für den Winter 2026 und den Sommer 2027 um zwei Millionen Sitzplätze verringert.
VW unter Druck: "Sehen in Wolfsburg pure Panik"
Die Verhandlungen zwischen dem VW-Vorstand und der Betriebsrat ist extrem verfahren. Diese eigene Schwächung "wundert wirklich viele", wie ntv-Wirtschaftschefkorrespondent Uli Reitz unterstreicht. Auch das Aus für vier Standorte bringe keine schnelle Lösung.
Deutsche-Bank-Chef Sewing warnt vor Populismus
Vor der anstehenden Landtagswahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt hat der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing vor den wirtschaftlichen Folgen eines Erstarkens populistischer Kräfte in Deutschland gewarnt. Konzepte wie Abschottung, Nationalismus und das Schüren von Misstrauen lösten kein einziges Problem, sagte Sewing auf dem "Handelsblatt"-Bankengipfel in Frankfurt. "Vielmehr schwächt all das den Standort, schreckt Investitionen und Fachkräfte ab und gefährdet Wachstum." Populisten gäben vor, einfache Antworten zu haben, die jedoch den Grundlagen des Erfolgs entgegenstünden.
Sewing lobte die ersten Reformschritte der Bundesregierung wie den Infrastrukturfonds, mahnte jedoch eine konsequente Umsetzung an. Wer nun darüber diskutiere, Reformen zurückzudrehen, handle falsch. Zudem forderte der Bankchef eine schnelle technologische Aufholjagd Europas bei der Künstlichen Intelligenz (KI). Der Rückstand zu den USA und China sei enorm. Europas Chance liege darin, seine industrielle Stärke mit KI zu verbinden. Banken käme dabei eine wichtige Rolle als strategische Partner zu, die Technologie mit Erfahrung und Risikoeinschätzung verbänden.
Zwei Faktoren belasten den Goldpreis
Der Goldpreis gibt nach. Eine Feinunze kostet mit 4321,80 Dollar etwa 0,1 Prozent weniger. Die Stimmung werde wahrscheinlich durch die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, einen stärkeren US-Dollar und steigende Anleiherenditen belastet, so die Analysten von ANZ Research. Die Aussicht auf höhere Energiepreise sorge für Bedenken hinsichtlich des Inflationsdrucks, der die US-Notenbank Fed zu Zinserhöhungen veranlassen könnte.
Hacker im Turbogang - gehen deutsche Unternehmen unter?
Deutschlands Unternehmen kämpfen mit Sicherheitssystemen von gestern gegen KI-Angriffe. Besonders Industrie, Handel, Logistik und kritische Infrastruktur riskieren Millionenschäden. ntv-Finanzexperte Patrick Dewayne erklärt, warum Cybersicherheit zum Wachstumsmarkt wird - und auf welche Anbieter Anleger achten sollten.
Zukunftsängste bei VW
Zwischen Spardruck im Wettbewerb und Angst um Zehntausende Arbeitsplätze und ganze Werke: Volkswagen muss in der aktuellen Krise nach Ansicht der Automobilexpertin Helena Beron Wisbert zügig handeln, um die Perspektive für das Unternehmen zu verbessern. "Die Sparprogramme, die wir jetzt bei allen Autobauern sehen, sind unvermeidbar", sagte sie.
Für die Professorin der Ostfalia Hochschule Wolfsburg ist es umso wichtiger, die Sparmaßnahmen schnell umzusetzen, um sich wieder auf die Weiterentwicklung von neuen Modellen und Technologien zu konzentrieren. Nachdem für den chinesischen Markt alles Mögliche getan worden sei, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen, dürfe nicht der europäische Automobilmarkt aus dem Blick geraten.
An vielen Standorten des VW-Konzerns hatte es in den vergangenen Tagen außerordentliche Betriebsversammlungen gegeben, bei denen die Belegschaft Antworten zum angekündigten verschärften Sparkurs forderte. Unter den Beschäftigten wird um Zehntausende zusätzliche Stellen und vier ganze Standorte gebangt: Konkret genannt werden dabei Emden, Zwickau, das Audi-Werk in Neckarsulm und Hannover, wo Nutzfahrzeuge gebaut werden.
Bitcoin ist in Handelsspanne gefangen
Der Bitcoin legt leicht zu, kämpft aber damit, aus seiner jüngsten Handelsspanne unter der Marke von 80.000 US-Dollar auszubrechen, da der unaufhaltsame Anstieg der globalen Renditen die risikoscheue Stimmung aufrechterhält. Die aktuellen Marktbedingungen sehen für Kryptowährungen nicht günstig aus: Der Ausverkauf bei Anleihen gibt Anlass zur Sorge über die Schuldentragfähigkeit, und höhere Energiepreise schüren die Inflationssorgen. All dies deutet auf ein Umfeld höherer Zinsen hin, das die Attraktivität nicht-traditioneller Vermögenswerte schmälert.
Positiv zu vermerken sei, dass die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin Widerstandsfähigkeit gezeigt habe, kommentiert Milad Azar von XTB MENA. Eine anhaltende Serie von ETF-Zuflüssen könnte den Markt stützen, während die Wiederaufnahme der Bitcoin-Käufe durch den Großkäufer Strategy nach einer längeren Unterbrechung die Stimmung stützt. Der Bitcoin steigt um 0,2 Prozent auf 77.581 Dollar.
Massive Kapitalspritze für deutschen Raketenbauer
HyImpulse ist bei seiner aktuellen Finanzierungsrunde auf überraschend großes Interesse bei Anlegern gestoßen. Mit 50 Millionen Euro falle die Kapitalspritze um etwa die Hälfte höher aus als geplant, sagte Christian Schmierer, Mitgründer und Chef des Startups. "Damit haben wir für die weiteren Entwicklungsschritte einen Puffer." Die Bewertung des des deutschen Raketenbauers liege damit im dreistelligen Millionenbereich.
"Das gestiegene Investoreninteresse resultiert sowohl aus unserem erfolgreichen Testflug als auch aus dem milliardenschweren Bundeswehr-Programm zur Aufrüstung im Weltraum", fügte der Startup-Manager hinzu. "Inzwischen ist bei allen angekommen, dass der Weltraum nicht nur kommerziell attraktiv, sondern auch für die Landesverteidigung wichtig ist." Das frische Kapital diene unter anderem der Finanzierung des für Ende 2026 geplanten Starts der Suborbitalrakete "SR75" sowie des Jungfernflugs der dreistufigen Rakete "SL1". Darüber hinaus würden die Produktionskapazitäten ausgebaut. Zu den aktuellen Geldgebern zählt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Für uns als DLR-Ausgründung ist dies ein Gütesiegel", betonte der Manager.
Ölpreise hoch, Aktienkurse runter
Der Dax bleibt sich treu – und fällt auch zum Start ins Wochenmittegeschäft weiter. Der deutsche Börsenleitindex, der am Montag 1,2 Prozent und gestern 1,1 Prozent auf 25.970 Punkte eingebüßt hat, notiert aktuell im Bereich von 25.890 Zählern. Vor allem die weiter steigenden und sich der 100-Dollar-Marke nähernden Ölpreise belasten. Hinzu kommen Inflationssorgen, die wiederum die Aussicht auf höhere Zinsen schüren. Das ist keine einfache Gemengelage für Investoren.
Eskalation in Nahost - Börsen taumeln
Mit zum Teil heftigen Abschlägen präsentieren sich die Leitbörsen in Südostasien. Hintergrund sind die wegen einer erneuten Eskalation im Iran-Krieg über Nacht deutlich gestiegenen Ölpreise. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Angriffe seien als Vergeltung für den Versuch des Iran erfolgt, die Straße von Hormus am Wochenende zu verminen und US-Soldaten im Nahen Osten anzugreifen. Der Iran reagierte mit dem Abfeuern von Raketen und Drohnen. Jordanien, Kuwait und Bahrain meldeten feindlichen Beschuss.
Die höheren Ölpreise treiben indes die globalen Anleiherenditen nach oben und schüren erneut die Befürchtung von Leitzinserhöhungen im Kampf gegen die Inflation. Höhere Marktzinsen belasten die Aktienmärkte - vor allem die technologielastigen in Japan und Südkorea. Auch Rekordumsätze und eine angehobene Jahresprognose von Dell Technologies in den USA heben die Stimmung im Technologiesektor kaum.
Der Nikkei sinkt um 2,9 Prozent auf 64.271 Punkte. Der Kospi verliert mit Abschlägen von 3,7 Prozent in ähnlicher Größenordnung. Die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix geben jeweils über 3 Prozent ab. Der chinesische Shanghai-Composite und der HSI in Hongkong verlieren 0,8 und 1,0 Prozent. Der australische S&P/ASX-200 fällt um 1,0 Prozent.
Großaktionär greift nach Hugo-Boss-Mehrheit
Hugo Boss stoppt sein erst vor wenigen Tagen gestartetes Aktienrückkaufprogramm. Grund dafür ist die Ankündigung des britischen Großaktionärs Frasers, seinen Anteil an dem Modekonzern auf über 50 Prozent aufstocken zu wollen, wie Hugo Boss mitteilte. Zudem stelle der Einzelhändler, hinter dem der britische Milliardär Mike Ashley steht, seine Unterstützung für den Hugo-Boss-Aufsichtsratschef Stephan Sturm auf den Prüfstand. Der Vorstand von Hugo Boss habe daher beschlossen, den Rückkauf eigener Aktien mit Ablauf des 8. September bis auf Weiteres auszusetzen.
Frasers hatte im Juni vergeblich versucht, Hugo Boss für zwei Milliarden Euro zu übernehmen. Damals hielten die Briten 26 Prozent der Anteile, inzwischen sind sie mit 48 Prozent der größte Aktionär. Wie und wann genau die Marke von 50 Prozent überschritten werden soll, ließ Frasers offen. Sollte der Konzern Sturm das Vertrauen entziehen, werde man dies bekannt geben. Hugo Boss erklärte dazu, die Mitteilung von Frasers führe zu keinen personellen Veränderungen. Sturm bleibe in seinem Amt.
"Investoren schaffen Liquidität"
Europas Börsen dürften mit Abgaben in den Handel starten. Die Ölpreise ziehen weiter an. Die militärischen Schlagabtausche zwischen dem Iran und den USA setzen sich unvermindert fort. Brent geht in der Zwischenzeit bei 95 Dollar das Fass um; damit rückt die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar wieder in den Blick. Die Rendite zehnjähriger Treasurys liegt in der Zwischenzeit bei 4,80 Prozent. Einige Strategen glauben, dass ein Niveau von 5 Prozent zu einem ernsten Problem für die Aktienmärkte werden könnte.
Die steigende Inflation setzt die Zentralbanken zunehmend unter Handlungsdruck. Am Morgen hat die neuseeländische Notenbank die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent erhöht. Eine Zinsanhebung durch die EZB in der kommenden Woche gilt als ausgemacht, eine Anhebung durch die US-Notenbank auf ihrer September-Sitzung wird von den Märkten nach der falkenhaften Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh mit knapp 60 Prozent eingepreist.
"Die Stimmung unter den Investoren ist nicht grundsätzlich schlecht, sie werden nur vorsichtiger und schaffen Liquidität", heißt es bei CMC. An Wirtschaftsdaten steht am Nachmittag die Veröffentlichung der ADP-Arbeitsmarktdaten an. Erwartet wird für August ein Stellenaufbau von 47.000. Daneben veranstaltet Bayer einen Kapitalmarkttag zu Crop Science.
Passives Einkommen mit ETFs: Was Anleger beachten sollten
"Astra" von Open AI ist potenziell gefährlich
OpenAI hat ein kommendes Modell als so leistungsfähig eingestuft, dass es vor einer Veröffentlichung zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erfordert. Das Modell mit dem Namen "Astra" könne mehr Sicherheitslücken aufspüren als die derzeit fortschrittlichsten verfügbaren Modelle des Unternehmens, teilten Vertreter von OpenAI mit. "Mit den richtigen Werkzeugen und dem richtigen Zugang kann Astra bisher unbekannte Sicherheitslücken finden und Wege entwickeln, diese in vielen gut geschützten Systemen auszunutzen, ohne dass eine Person jeden Schritt anleitet", sagte die für Sicherheit zuständige Vizepräsidentin Amelia Glaese.
Es ist das erste Mal, dass ein OpenAI-Modell die strengsten, bisher nur theoretischen Sicherheitsauflagen des Unternehmens auslöst. OpenAI plant, "Astra" demnächst einer begrenzten Gruppe zugänglich zu machen. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund erhöhter Aufmerksamkeit für die Sicherheit von KI-Systemen, nachdem kürzlich andere KI-Agenten des Unternehmens aus einer Testumgebung ausgebrochen waren.
KI-Boom beflügelt Dell
Dell hat wegen der boomenden Nachfrage nach Servern für Künstliche Intelligenz (KI) zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Umsatz- und Gewinnprognosen angehoben. Die Aktien des US-Computerbauers stiegen im nachbörslichen Handel um rund sechs Prozent.
Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte Dell einen Rekordumsatz von 47 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 44,9 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 7,04 Dollar ebenfalls über den Erwartungen von 4,91 Dollar. Für das laufende dritte Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz von 49 Milliarden Dollar, was ebenfalls deutlich über den Prognosen liegt.
Für das Gesamtjahr erhöhte Dell die Umsatzprognose um 25 Milliarden auf 192 Milliarden Dollar. Zudem erwartet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2027 nun einen Umsatz mit KI-optimierten Servern von 74 Milliarden Dollar, nach zuvor 60 Milliarden Dollar.
Ölpreisschock schürt Ausverkaufsängste
Steigende Ölpreise nach US-Luftangriffen auf den Iran schicken die Börsen in Asien auf Talfahrt. Die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts und einer neuen Inflationswelle lässt Anleger Aktien verkaufen. "Die Gefahr weiterer Störungen an der Straße von Hormus hat neue Inflationsängste ausgelöst und einen Ausverkauf bei Aktien an den meisten großen Märkten sowie einen Einbruch an den globalen Anleihemärkten verursacht", so die Analysten von Westpac.
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fällt 1,5 Prozent. In Südkorea gibt der Kospi-Index mehr als drei Prozent nach, während der japanische Nikkei-Index 2,6 Prozent auf 64.473,16 Punkte verliert. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen erreicht mit 4,8122 Prozent den höchsten Stand seit fast drei Jahren, was die Aktienmärkte zusätzlich unter Druck setzt.
Nestle-Vitamine gehen an Finanzinvestor
Nestle verkauft sein Geschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln für eine Milliarde Dollar an den US-Finanzinvestor Yellow Wood Partners. Zu der Sparte gehören unter anderem Marken wie Nature's Bounty und Osteo Bi-Flex sowie das US-Geschäft mit Handelsmarken, teilten die beiden Unternehmen mit. Nestle-Chef Philipp Navratil erklärte, der Konzern wolle seine Ressourcen auf Bereiche mit dem größten Wettbewerbsvorteil konzentrieren. Das Massengeschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln erfordere unter einem spezialisierten Eigentümer einen anderen Ansatz.
Die Transaktion soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden. Für die in Boston ansässige Beteiligungsgesellschaft Yellow Wood ist es der sechste Zukauf von großen Konsumgüterherstellern seit 2019, darunter die Übernahme der Lippenpflegemarke ChapStick von Haleon im vergangenen Jahr.
Ölpreisanstieg ist nicht zu bremsen
Am Rohstoffmarkt setzt sich der Anstieg der Rohölpreise fort. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 1,3 Prozent auf 95,91 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,7 Prozent fester bei 90,87 Dollar.
Für den jüngsten Schub beim Ölpreis sorgte die Nachricht, dass das US-Militär nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen den Iran gestartet hat. Diese seien eine Reaktion auf die jüngsten Angriffsversuche der iranischen Revolutionsgarden gegen die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und gegen in der Region stationierte US-Soldaten, hieß es von dem für die Region zuständigen US-Militärkommando.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 160,24 Yen und legt leicht auf 6,7224 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,8125 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1581 Dollar und zieht leicht auf 0,9410 Franken an.
Konsolidierung nimmt Fahrt auf
Der Dax beendet den August mit einem Minus von 1,2 Prozent und ist mit einem weiteren Abschlag in den statistisch betrachtet schwächsten Börsenmonat des Jahres, den September, gestartet. Der deutsche Börsenleitindex schloss gestern mit einem Minus von 1,1 Prozent und einem Stand von 25.970 Punkten. Die 26.000er-Marke ist damit erst einmal wieder Geschichte. Steigende Ölpreise infolge der wiederaufflammenden Kämpfe zwischen den USA und dem Iran sowie steigende Renditen an den Anleihhemärkten drückten auf die Anlegerstimmung und die Kurse gleichermaßen. Inflationssorgen taten dann ihr Übriges.
Marktexperten sehen den Dax zwar zurück in einer Konsolidierungsphase. Charttechnisch bewege sich der Leitindex aber weiterhin noch in der Range zwischen 25.900 und 26.573 Punkten, heißt es etwa von Marcel Mußler. Die Stoßrichtung zeige daher nur kurz nach unten.
Heute rückt die Wirtschaftsentwicklung in den Vordergrund, denn das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) stellt seine neue Konjunkturprognose vor. Zuletzt haben sich die wirtschaftlichen Aussichten aufgehellt - auch durch milliardenschwere staatliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur. Führende Forscher trauen Deutschland nach einer längeren Phase der Stagnation nunmehr ein stärkeres Wachstum im laufenden Jahr zu. Das gewerkschaftsnahe IMK rechnet mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von "mindestens 1,1 Prozent".
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