Ungewisse US-Zinspolitik bremst Dax aus
Das Rätselraten über die US-Geldpolitik in den kommenden Monaten hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss vorsichtig gestimmt. Nach den stärker als erwartet ausgefallenen US-Jobdaten kletterte der Dax, kam dann aber wieder zurück. Am Ende ging der Leitindex 0,2 Prozent fester mit 26.046 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte ebenfalls 0,2 Prozent im Plus bei 6396 Stellen.
In Wallung gerieten die Investoren allerdings bei den Autowerten. Nach der Billigung des Sanierungsplans durch den VW-Aufsichtsrat schossen die Papiere des Wolfsburger Autobauers zeitweise um fast zehn Prozent in die Höhe. Davon blieb immerhin ein dicker Zugewinn von 6,5 Prozent übrig. In einer Zeit großer Umbrüche auf den Automärkten sei das Konzept ein positiver Schritt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von VW, erklärten die Analysten von JPMorgan.
Auf der Unternehmensseite sorgte in den USA die erneute Prognosesenkung bei Lululemon für Aufsehen. Die Titel von Adidas und Puma fielen zunächst kräftig. Während Adidas zum Handelsschluss um 0,2 Prozent zulegten, sackten Puma um 1,8 Prozent ab.
Droht jetzt der Herbst-Blues?
Der September gilt als Angstmonat an der Börse. Statistisch ist er der schwächste Monat des Jahres - der Dax hat in diesem Monat oft Federn gelassen. Ob sich die Geschichte diesmal wiederholt und wie Anleger sich darauf einstellen können, darüber spricht Raimund Brichta mit Julius Weiß von der HSBC.
Widerstand gegen KI in den USA: "Sind Rechenzentren fertig, sind Arbeitsplätze weg"
KI und ihre Gefahren gehören nach Einschätzung von US- und Finanzexpertin Sandra Navidi zu den wenigen Themen, bei denen Menschen in den USA parteiübergreifend zusammenkommen. Dabei geht es um Macht, Kosten und am Ende auch um die eigenen vier Wände.
Bitcoin gerät nach US-Jobdaten unter Druck
Der Arbeitsmarktbericht für August hatte mit 162.000 neu geschaffenen Stellen einen deutlich stärkeren Zuwachs als erwartet gezeigt, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,1 Prozent lag. Risikoreichere Anlagen wie Bitcoin, der bis dahin eine positive Woche verzeichnet hatte, geraten unter Druck. Bitcoin ist wieder unter die Marke von 80.000 US-Dollar gefallen und notiert mit einem Minus von 2,4 Prozent bei 79.531 US-Dollar.
Trump macht nach US-Jobdaten mit wirren Aussagen Druck auf Fed
US-Präsident Donald Trump lässt nicht locker. Nach den besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen fordert er von der Fed um ihren Chef Kevin Warsh Zinssenkungen. In einem Beitrag auf Truth Social meinte Trump: "EIN STARKES LAND BEDEUTET EINEN NIEDRIGEREN ZINSSATZ - DAS IST EINE BESSERE KREDITWÜRDIGKEIT ... Ganz einfach! Wir sollten den NIEDRIGSTEN ZINSSATZ aller Länder der Welt haben, wie 'in den alten Zeiten.' Ohne die Zustimmung der Vereinigten Staaten, ihnen ihre großen Überschüsse zu gestatten, und wir könnten das sofort beenden, würden sie nicht länger als finanzielle ELITE gelten! SENKEN SIE DEN ZINS ODER ICH WERDE DEN HANDEL MIT LÄNDERN EINSTELLEN, MIT DENEN WIR EIN DEFIZIT HABEN."
Ölpreise geben nach - Wall Street verhalten
Die US-Börsen starten kaum verändert in den Freitagshandel, nachdem die offiziellen Arbeitsmarktdaten für August überraschend stark ausgefallen sind. Das wiederum gibt Zinserhöhungssorgen neue Nahrung und treibt vor allem am kurzen Ende des Anleihemarkts die Renditen nach oben. Der Dow-Jones-Index fällt um 0,3 Prozent auf 53.509 Punkte. Der S&P-500 sinkt 0,1 Prozent, der Nasdaq-Composite legt um 0,1 Prozent zu.
Positiv wird aufgenommen, dass die Ölpreise nachgeben, was Inflations- und damit Zinserhöhungssorgen lindert. Das Barrel Brentöl verbilligt sich um 1,2 Prozent auf 94,35 Dollar, nachdem es am Donnerstag im Verlauf zeitweise über 97 Dollar gekostet hat.
Hannovers OB: VW redet sich selbst schlecht
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sieht den VW-Vorstand in der Pflicht, für klare Zukunftsperspektiven in den deutschen Werken zu sorgen. "Es kann doch nicht wahr sein, dass ein Vorstand eines deutschen Unternehmens den Industriestandort Deutschland derart kampflos aufgibt", sagte der Grünen-Politiker. "Wir brauchen keinen Vorstand, der ständig mantraartig wiederholt, wir müssen kürzen, sparen und Stellen streichen. Dafür brauchen wir ehrlich gesagt keinen hochbezahlten Manager-Vorstand. Wir brauchen Menschen, die eine klare Perspektive entwickeln können."
Nach US-Jobdaten: Zinswetten nehmen zu - Goldpreis fällt
Nach dem stärker als erwartet ausgefallenen Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt im August nehmen die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed zu. Händler an den Terminmärkten taxieren die Wahrscheinlichkeit dafür auf nun 65 Prozent nach rund 55 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt auf 4,796 Prozent von 4,748 Prozent. Der Dollar-Index legt um 0,3 Prozent auf 99,293 Punkte zu. Der Goldpreis rutscht um 1,6 Prozent ab. Die US-Terminkontrakte signalisieren eine schwächere Eröffnung an den Aktienmärkten, während der Dax stabil bleibt und 0,4 Prozent im Plus notiert.
US-Jobmarkt mit kräftigem Stellenplus - Fed in der Zwickmühle
Der US-Arbeitsmarkt hat im August weitaus mehr Stellen aufgebaut als gedacht. Unter dem Strich entstanden 162.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, wie aus dem Bericht der Regierung hervorgeht. Experten hatten mit 56.000 Jobs gerechnet. Im Juli waren nach revidierten Daten 21.000 Stellen entstanden. Ursprünglich war ein Minus von 23.000 Jobs gemeldet worden. Die Arbeitslosenquote verharrte im August bei 4,1 Prozent.
Die US-Notenbank Fed soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen. Sie hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. An den Finanzmärkten wird gerätselt, ob sich die Fed Mitte des Monats zu einer Zinserhöhung durchringen kann. Notenbankchef Kevin Warsh äußerte zuletzt Sorge über die hartnäckige Inflation und nannte den Arbeitsmarkt zugleich "recht stabil".
"Mehr Fleisch als Fisch: die Arbeitsmarktdaten geben eher den Ausschlag für die Fed, den Leitzins zu erhöhen", meinte Bastian Hepperle von Bethmann HAL. "Fed-Chef Warsh sieht den Arbeitsmarkt im Großen und Ganzen ohnehin als recht stabil an. Für die Fed ist die hartnäckig über dem Zielwert verharrende Inflation aktuell das größte Problem. Das Zünglein an der Zinswaage werden die anstehenden Erzeuger- und Verbraucherpreise sein."
Mögliches Aus für US-Werk drückt Wacker-Aktie
Die Aussicht auf eine mögliche Schließung eines Werks von Wacker Chemie in den USA schmeckt den Anlegern gar nicht. Die Aktien des Spezialchemiekonzerns rutschen im MDax um bis zu 6,4 Prozent ab. Laut Reuters steht ein Polysilizium-Werk des Konzerns im US-Bundesstaat Tennessee aufgrund der US-Handelspolitik vor dem möglichen Aus. Eine Entscheidung über die Stilllegung der Anlage mit rund 600 Mitarbeitern werde in den kommenden Wochen erwartet. Die von der US-Regierung als Schutz für die heimische Chip-Industrie gedachten Maßnahmen hätten die letzten noch verbliebenen Kunden des Werks vergrault, hieß es. Polysilizium wird für Chips und Solarmodule verwendet.
Zwickauer VW-Werk: Minister für Hilfe aus China
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat sich erneut dafür ausgesprochen, das VW-Werk in Zwickau mit Hilfe aus China zu erhalten. Der VW-Vorstand müsse eine "wirtschaftlich tragfähige Alternative und damit eine Lösung für Zwickau vorlegen", erklärte der SPD-Politiker. "Dazu gehört auch, die Produktion von noch nicht in Deutschland verfügbaren, wettbewerbsfähigen Modellen von VW aus China in Zwickau intensiv zu prüfen."
Zwickau gehört zu den Standorten des Volkswagen-Konzerns, die im Zuge der am Donnerstagabend vom Aufsichtsrat angenommenen Sparpläne auf der Kippe stehen. Für das Werk in Westsachsen sowie für die Standorte Hannover, Emden und Neckarsulm laufen ab 2031 die Belegungen aus, bislang gibt es keine neuen Aufträge.
Norwegens Staatsfonds plant massiven Abbau von US-Staatsanleihen
Der weltgrößte Staatsfonds aus Norwegen will seine Anlagen in US-Staatsanleihen abbauen. Mit der umfassenden Neuausrichtung des Portfolios sollen die Renditen verbessert werden, wie aus einem bekanntgewordenen Schreiben von Norges Bank Investment Management (NBIM) hervorgeht. Konkret empfiehlt der Verwalter des 2,3 Billionen US-Dollar schweren Fonds, den Anteil von Staatsanleihen in seinem Referenzindex von 70 auf 50 Prozent zu senken.
Dies würde Berechnungen von Reuters zufolge einen Abbau von US-Staatsanleihen im Wert von fast 80 Milliarden Dollar bedeuten, nach einem Bestand von rund 215 Milliarden Dollar Ende Juni. Die Entscheidung des Fonds, der im Schnitt 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Unternehmen besitzt, könnte die Finanzmärkte beeinflussen.
BASF legt sich mit Tech-Schwergewicht an
BASF hat Apple wegen der Verletzung von Patenten für dessen Gesichtserkennungstechnologie verklagt. Die Klage wurde bei einem US-Bezirksgericht in Midland im Bundesstaat Texas eingereicht. BASF fordert Schadenersatz in nicht genannter Höhe und eine Unterlassung.
In der Klageschrift heißt es, die BASF-Tochter trinamiX habe in den vergangenen zehn Jahren eine Technologie entwickelt, um eine Sicherheitslücke bei herkömmlichen Gesichtserkennungssystemen zu schließen. Diese seien anfällig für Täuschungsversuche, bei denen Betrüger die Gesichtsentsperrung mit Fotos, 3D-gedruckten Masken und Silikon-Nachbildungen umgehen. Apple habe die patentierte Technologie von BASF bei der Einführung der Gesichtserkennung Face ID im Jahr 2017 mit dem iPhone X nicht eingesetzt. Inzwischen werde sie jedoch in zahlreichen Produkten wie dem iPhone 15, 16 und 17 sowie dem iPad Pro verwendet. Apple habe gewusst oder hätte wissen müssen, dass dies sieben Patente von trinamiX verletze und "erheblichen und irreparablen Schaden" verursache.
BNP nennt weiteren Termin für EZB-Zinsanhebung
Der anhaltende Energiepreisschock und die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft der Eurozone bedeuten, dass die EZB auf Kurs sein könnte, ihren Leitzins sowohl im September als auch im Dezember anzuheben, schreiben die Ökonomen von BNP Paribas in einer Research Note. Es wird erwartet, dass die Euro-Notenbank in der kommenden Woche die Zinsen anhebt und wahrscheinlich auch ihre Wachstums- und Inflationsprognosen anheben wird, was für eine weitere Straffung spreche, so die Ökonomen. Anhaltend höhere Energiepreise und eine robuste Wirtschaft machen es wahrscheinlicher, dass Zweitrundeneffekte - für die es bisher nur begrenzte Anzeichen gibt - eintreten. Die Währungshüter würden die Risiken für den Inflationsausblick weiterhin als nach oben gerichtet bezeichnen, meinen die Ökonomen.
Neues vom Geldmarkt
Wenig verändert zeigen sich die Geldmarktsätze in Frankurt. Im Fokus steht die EZB-Sitzung am Donnerstag, wobei die begleitenden Kommentare wichtiger sind als die Zinsentscheidung selbst. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent erwartet nahezu jeder Marktteilnehmer, die Swap-Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent ein. Weniger sicher ist allerdings, wie es danach weitergehen wird. Denn die eher schwache Wirtschaftslage in Europa im Vergleich zu den USA und die völlige Unsicherheit um die weitere Ölpreis-Entwicklung lassen noch viele Fragen offen.
Tagesgeld: 2,18 - 2,38 (2,15 - 2,38), Wochengeld: 2,13 - 2,37 (2,13 - 2,37), 1-Monats-Geld: 2,41 - 2,56 (2,27 - 2,57), 3-Monats-Geld: 2,54 - 2,74 (2,53 - 2,72), 6-Monats-Geld: 2,80 - 2,94 (2,80 - 2,94), 12-Monats-Geld: 2,87 - 3,03 (2,87 - 3,03), Euribors: 03.09. 02.09. 3 Monate: 2.6550 2,6460, 6 Monate: 2,7890 2,7700, 12 Monate: 3,1090 3,0290
Droht Apple jetzt sein Glyphosat-Moment?
Nur wenige Tage vor der ersten Keynote des neuen Apple-Chefs John Ternus verklagt BASF den IPhone-Konzern. Die Tochter trinamiX wirft Apple vor, bei der Gesichtserkennung Face ID sieben Patente zu verletzen. Mögliche Schadenersatzzahlungen, Lizenzkosten oder sogar Verkaufsbeschränkungen wären brisant. ntv-Finanzexperte Patrick Dewayne erklärt, was das für Apple und seine Aktionäre bedeutet.
Aktie von Sportbekleidungshersteller stürzt ab
Die erneute Prognosesenkung bei Lululemon schickt die Aktien des Sportbekleidungsherstellers auf Talfahrt. Die Papiere rutschen im vorbörslichen US-Handel um fast 18 Prozent ab. Lululemon rechnet nun für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Umsatzrückgang von fünf bis sieben Prozent, nachdem zuvor ein stagnierender oder maximal um ein Prozent rückläufiger Umsatz prognostiziert worden war. Auch die Gewinnaussichten je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 wurden von zuvor 10,95 bis 11,15 Dollar auf 9,48 bis 9,73 Dollar gesenkt. Seit Anfang 2025 hat die Lululemon-Aktie fast 69 Prozent an Wert verloren. Die Titel von Adidas und Puma fallen im Dax beziehungsweise MDax jeweils um 0,8 Prozent.
VW-Sanierungskonzept macht Lust auf Autoaktien
Die Billigung des Sanierungskonzepts durch den VW-Aufsichtsrat hat für Kauflaune im Autosektor gesorgt. Die Papiere von BMW, Continental und Mercedes-Benz legten zwischen 1,8 und 1,2 Prozent zu. Im MDax notierten die Aktien der Porsche SE, des größten Einzelaktionärs von VW, zeitweise 6,4 Prozent im Plus. Die Analysten von JPMorgan bezeichneten den Sanierungsplan als positiven Schritt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einer Zeit großer Umbrüche auf den Automobilmärkten. Auch die Experten der Bank of America konstatierten: Die einstimmige Absegnung des Konzepts sei eine große Überraschung und beweise, dass VW trotz seiner komplexen regulatorischen und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen eine Umstrukturierung vornehmen könne.
Märkte rechnen mit weiterer Fed-Zinspause
Die Märkte haben die Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank im September zurückgeschraubt, nachdem sich zwei Währungshüter geäußert und eine Präferenz für vorerst unveränderte Zinsen angedeutet hatten. Gestern sagte Fed-Gouverneur Christopher Waller, er würde eine Beibehaltung der Zinssätze unterstützen, wenn die Inflationsdaten für August dies untermauerten.
Wallers Äußerungen kamen einen Tag, nachdem der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, angedeutet hatte, dass die bisherigen Daten nicht ausreichten, um eine Erhöhung der Kreditkosten zu rechtfertigen. Dies löste eine Umkehr bei den Renditeanstiegen aus. Die Geldmärkte preisen derzeit unveränderte Zinssätze mit einer Wahrscheinlichkeit von 52 Prozent ein und weisen einer Zinserhöhung am 16. September eine Wahrscheinlichkeit von 48 Prozent zu. Am Mittwoch hatte diese noch bei fast 70 Prozent gelegen.
VW-Aktie schießt nach oben
Bei den Dax-Werten steht heute Volkswagen im Fokus. Nach wochenlangem Ringen hat sich der Aufsichtsrat einstimmig für ein Sanierungskonzept ausgesprochen, mit dem der Vorstand die Rendite bis 2030 auf neun Prozent erhöhen will. Dabei fallen rund 50.000 Arbeitsplätze weg, die Zahl der Modelle wird zusammengestrichen und das Beteiligungsportfolio verschlankt. Die Aktie stand mit einem Plus von bis zu 9,7 Prozent an der Dax-Spitze. Derzeit notiert das Papier noch 5,5 Prozent höher.
Trader 2026: Mitspielen, traden und gewinnen
Geld anlegen ohne Risiko? An der Börse gibt es das bekanntlich nicht. Bei einem Börsenspiel schon. In der kommenden Woche startet der Trader 2026. Wie das Spiel funktioniert, wer teilnehmen kann und welche Preise winken, darüber spricht Raimund Brichta mit Anja Schneider von der Société Générale. Jetzt anmelden unter www.trader-boersenspiel.de.
Preissprung bei Öl auf Wochensicht
Die Ölpreise stabilisieren sich nach dem jüngsten Schlagabtausch zwischen den USA und Iran auf einem hohen Niveau. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI notieren kaum verändert bei 95,46 beziehungsweise 91,43 Dollar je Fass. Auf Wochensicht legen die Preise für Brent fast sieben Prozent zu, die für WTI um knapp zehn Prozent.
Die USA planen nach eigenen Angaben keine Gespräche mit dem Iran, solange Teheran seine Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus nicht einstellt. Durch die Meerenge wurden vor Beginn des Krieges Ende Februar rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen transportiert. Die jüngste militärische Eskalation in Nahost war die heftigste seit Juli in dem seit sieben Monaten andauernden Krieg.
Industrie mit drittem Auftragsplus in Folge
Die Auftragslage der deutschen Industrie hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte überraschend deutlich verbessert. Das Neugeschäft wuchs im Juli wegen vieler Großaufträge aus dem Inland um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Das ist bereits der dritte Zuwachs in Folge. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legten die Bestellungen um 13,1 Prozent zu.
Die positive Entwicklung im Juli geht fast ausschließlich auf den Bereich des Sonstigen Fahrzeugbaus zurück, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge gehören. Wegen eines außergewöhnlich hohen Volumens an Großaufträgen vor allem im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau hat sich der Auftragseingang in diesem Bereich zum Vormonat mehr als verdoppelt. Der Staat investiert Milliarden aus dem Sondervermögen in die Verteidigung. "Da kann man schon von einer Sonderkonjunktur sprechen", sagte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dagegen meldete die Automobilindustrie ein Auftragsminus von 12,5 Prozent.
Die Wochenbilanz steht
Der Dax kann zum Start ins Wochenschlussgeschäft etwas zulegen. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 26.015 Punkten, nachdem er im gestrigen Handel 0,6 Prozent auf 26.003 Zähler zugelegt hatte. Er bewegt sich damit zwar über der 26.000er-Marke, ein Wochenminus scheint aber nicht mehr abwendbar zu sein. Von Montag bis Mittwoch hatte der Dax fast drei Prozent eingebüßt.
Zinsspekulationen treiben Tech-Aktien
An den asiatischen Aktienmärkten legen die wichtigen Leitbörsen zu - angeführt von Technologiewerten. Händler verweisen auf günstige Vorlagen der Wall Street, wo Technologietitel ebenfalls gefragt waren. Ausgelöst hatte US-Notenbankgouverneur Christopher Waller die Nachfrage nach Technologiewerten. Denn er zerstreute Befürchtungen über eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung in den USA - in der Folge sanken auch die Renditen am Anleihemarkt.
Der japanische Nikkei steigt um 1,3 Prozent auf 64.938 Punkte, der breiter gefasste Topix um 0,2 Prozent. Der Yen legt unterdessen weiter deutlich zu - die japanische Währung hat in dieser Woche etwa 2,6 Prozent aufgewertet. Märkte preisen zunehmend eine mögliche Zinserhöhung der Bank of Japan bei ihrer Sitzung im September ein.
Der südkoreanische Kospi gewinnt um 1,8 Prozent. In China zieht der Shanghai Composite um 0,4 Prozent an, der HSI in Hongkong folgt stärker den internationalen Vorgaben und gewinnt 2,1 Prozent. Der Kurs des chinesischen Technologieriesen Alibaba rückt um 3,1 Prozent vor, Baidu um über 4 Prozent.
VW verleiht Autosektor Flügel
Unternehmensseitig steht der Automobilsektor mit dem Beschluss des Aufsichtsrats von VW im Blick. Der Restrukturierungsplan wurde genehmigt, und zwar einstimmig, also auch von der Arbeitnehmerseite in dem Gremium. Die RBC-Analysten sprechen von einer Überraschung und einem ermutigenden Zeichen.
Die Einigung im VW-Aufsichtsrat trifft im Handel auf ein sehr positives Echo. Ein Teilnehmer sieht eine "Einigung auf hohem Niveau" und spricht von einem "Aufbruchssignal" nicht nur für VW. Die Restrukturierung sei breit angelegt, auch wenn natürlich noch nicht alles in trockenen Tüchern sei. Im Handel schließt man hohe Aufschläge in der VW-Aktie heute nicht aus, insbesondere sollte es zu Shorteindeckungen kommen. Vorbörslich wird VW rund fünf Prozent fester taxiert.
US-Jobdaten als Taktgeber
Der Dax wird wohl höher in den Handel starten. Gestern hatte er mit Rückenwind der Wall Street 0,6 Prozent auf 26.003 Punkte zugelegt. Anlegern gefielen die Aussagen von Fed-Direktoriumsmitglied Christopher Waller, die Spekulationen auf eine anhaltende Zinspause der US-Notenbank im September nährten. Die Stimmung im US-Softwaresektor hellte ein rosiger Ausblick von Snowflake auf. Die wichtigsten Indizes an der Wall Street stiegen um mehr als ein Prozent.
Zum heutigen Wochenschluss dürften die US-Arbeitsmarktdaten die weitere Richtung an den Börsen vorgeben. Für August erwarten Ökonomen einen Stellenaufbau von 56.000, nachdem im Juli überraschend unter dem Strich 23.000 Jobs weggefallen waren. Die Arbeitslosenquote könnte laut der Expertenschätzung bei 4,1 Prozent verharren.
"Einige Faktoren sprechen für steigende Goldnachfrage"
Tesla startet fahrerloses Robotaxi
Tesla hat im Bundesstaat Texas sein neues "Cybercab" vorgestellt und mit ersten Fahrten begonnen. Die Fahrten würden in "ausgewählten Gebieten von Austin" angeboten, teilte das Unternehmen mit. Für Firmenchef Elon Musk ist das Modell ein entscheidender Schritt, um Tesla zu einer dominierenden Kraft bei fahrerlosen Autos zu machen. Analysten und Investoren betrachten das autonome Fahren als zentrales Zukunftsgeschäft, weil Tesla auf dem Markt für Elektroautos zunehmend Konkurrenz durch chinesische Hersteller erfährt.
Bislang betreibt Tesla einen begrenzten Robotaxi-Dienst mit Fahrzeugen des Typs Model Y in einigen Städten in Texas und Florida. Künftig soll das Cybercab, das ohne Lenkrad und Pedale auskommt, das Hauptmodell dieser Flotte werden. Die Produktion lief nach Angaben des Unternehmens im April an. Der Milliardär verspricht seit Jahren den baldigen Durchbruch seiner selbstfahrenden Autos, verfehlte seine ehrgeizigen Ziele für die Markteinführung jedoch wiederholt.
"Einsparungen allein werden Volkswagen nicht retten"
Die Sparmaßnahmen bei Volkswagen reichen nach Einschätzung des Automobilexperten Stefan Bratzel nicht aus, um aus der Krise zu kommen. "Einsparungen allein werden Volkswagen nicht retten", sagte der Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zwar müsse VW "seine Kosten drastisch senken und das auch zügig". Die Überkapazitäten in den heimischen Werken setzten den Autobauer zunehmend unter Druck. Neben einem Stellenabbau könne eine Erhöhung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich ein Weg sein, um die hohen Produktionskosten zu senken. Die Schließung von vier Werken hält Bratzel jedoch für übertrieben: "Zwei Standorte sollten reichen."
Darüber hinaus fordert Bratzel mehr Investitionen in neue Wachstumsfelder - etwa autonomes Fahren oder Robotik. Er traut dem Konzern zu, dort eine wichtige Rolle zu spielen. "Volkswagen hat hervorragende Techniker und Ingenieure, da ist viel Potenzial." Dafür müsse das Unternehmen nun mutiger werden und stärker ins Risiko gehen. "Nicht alles wird funktionieren", sagt Bratzel. Aber ohne einen "riesigen Mindset-Change" werde VW kaum wieder wettbewerbsfähig werden.
Lufthansa bleibt in der Warteschleife
Das Stühlerücken im deutschen Leitindex Dax bleibt aus. Wie die Indextochter der Deutschen Börse, ISS Stoxx, mitteilte, bleibt der Dax unverändert. Die Deutsche Lufthansa hat damit erneut die Rückkehr in die erste deutsche Börsenliga verpasst. Das Dax-Gründungsmitglied wartet seit sechs Jahren vergeblich auf ein Comeback. Bereits im März und Juni war sie knapp an der Hürde gescheitert. Sie bleibt damit weiterhin im Nebenwerteindex MDax.
2020 hatte die Corona-Krise die Fluggesellschaft zum Abstieg verurteilt. Der Passagierverkehr kam weltweit praktisch zum Erliegen, die Airline erlitt Milliardenverluste und musste mit einem Rettungspaket vom Staat gestützt werden. Die Aktien rauschten in der Folge auf ein Rekordtief von knapp über fünf Euro. Zwar lag der Kurs mit zuletzt 7,71 Euro wieder deutlich darüber, von den Höchstständen von 22 Euro zum Jahreswechsel 2017/2018 ist er aber meilenweit entfernt. Das Branchenumfeld bleibt mit den Kriegen in der Ukraine und dem Iran, die zu Luftraumsperrungen, Flugausfällen und stark gestiegenen Kerosinkosten führen, herausfordernd.
Gedämpfte Zinssorgen - Aktienkurse steigen
Die asiatischen Aktienmärkte legen zu, gestützt von nachlassenden Zinssorgen in den USA, nachdem ein hochrangiger Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung gedämpft hat. Dies setzt den Dollar unter Druck und beflügelt im Gegenzug den japanischen Yen, der in dieser Woche um 2,6 Prozent auf 155,7 zum Dollar aufwertet. Fed-Gouverneur Christopher Waller sagte, jüngste Daten deuteten auf einige Anzeichen einer nachlassenden Inflation hin. Sollten kommende Berichte diesen Trend bestätigen, würde er es befürworten, die Zinsen bei der Sitzung in diesem Monat stabil zu halten. Daraufhin schraubten die Anleger ihre Erwartungen für eine Zinserhöhung in diesem Monat deutlich zurück.
"Waller stellt sich gegen die Kernaussage von Warsh aus der vergangenen Woche, wonach es kaum Beweise für einen Rückgang der Kerninflation gebe", schrieben Analysten von JPMorgan in einer Analyse. "Wir glauben, dass Vorsitzender Warsh eine Anhebung durchsetzen wird, wenn er sie befürwortet. Ohne seine Befürwortung bestärkt die Rede von Gouverneur Waller unsere Ansicht, dass die Hürde für Daten, die eine datenabhängige Mehrheit zu einer Anhebung in diesem Monat überzeugen könnten, hoch bleibt."
In Tokio legt der Nikkei-Index 0,9 Prozent auf 64.769,74 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 0,2 Prozent niedriger bei 4094,48 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt 0,6 Prozent auf 3966,13 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,7 Prozent auf 4584,83 Punkte.
Konsum in Japan bricht überraschend stark ein
Die japanischen Verbraucher haben ihre Ausgaben im Juli überraschend stark gedrosselt und damit die Sorge vor einer schwachen Binnennachfrage geschürt. Die Haushaltsausgaben sanken um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie aus Regierungsdaten hervorging. Dies war der stärkste Rückgang seit zweieinhalb Jahren und der achte Rückgang in Folge. Einem Ministeriumsvertreter zufolge gaben die Verbraucher zwar mehr für Unterhaltung und Haushaltswaren aus, sparten jedoch bei Lebensmitteln und Verkehr.
Grund dafür sind nach Einschätzung von Analysten die steigenden Lebenshaltungskosten. "Obwohl in den diesjährigen Frühjahrs-Lohnverhandlungen erneut hohe Lohnsteigerungen erzielt wurden, dürfte der Druck auf den Konsum zunehmen, da die höheren Preise künftig stärker durchschlagen werden", sagte Masato Koike, leitender Ökonom am Sompo Institute Plus. Die Daten werden von der japanischen Zentralbank genau beobachtet. Sie entscheidet noch in diesem Monat über eine mögliche Anhebung der Zinssätze. Die Kerninflation in Tokio, ein Frühindikator für die landesweite Entwicklung, hatte sich im August den dritten Monat in Folge beschleunigt.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,1 Prozent auf 155,97 Yen und legt leicht auf 6,7162 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8077 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1626 Dollar und zieht leicht auf 0,9391 Franken an.
It's Showdown!
Der Dax hat sein Wochenminus gestern etwas zurückgeschraubt. Der deutsche Börsenleitindex schloss 0,6 Prozent fester mit einem Stand von 26.003 Punkten, sodass sich der bisherige Wochenabschlag auf etwa 2,3 Prozent beläuft. Grund für das kleine Wochen-Zwischenhoch waren Aussagen eines Fed-Bankers, der erste deflationäre Tendenzen sieht und daher für eine Zinspause im September plädiert.
Zum heutigen Wochenschluss bleibt das Thema Geldpolitik aktuell, denn es gibt frische US-Arbeitsmarktdaten. Diese dürften zeigen, dass er sich wieder etwas berappelt hat. Für August erwarten Ökonomen einen Stellenaufbau von 56.000, nachdem im Juli überraschend unter dem Strich 23.000 Jobs weggefallen waren. Die Arbeitslosenquote könnte laut der Expertenschätzung bei 4,1 Prozent verharren. US-Notenbankchef Kevin Warsh hat die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt als "recht stabil" beschrieben, jedoch Sorge über die hartnäckig hohe Inflation geäußert. An den Finanzmärkten wird daher über eine Zinserhöhung auf der Zentralbanksitzung Mitte des Monats spekuliert. Eine Stabilisierung des Jobmarkts könnte diese Erwartung bestärken.
Auf der Unternehmensseite steht ein Showdown an – bei Volkswagen: Der Aufsichtsrat kommt zusammen, um über den Spar- und Umbauplan von VW-Chef Oliver Blume zu beraten. Bei der Sitzung im Juli war das Vorhaben, das unter anderem den Abbau zehntausender Arbeitsplätze und das Auslaufen mehrerer Werke vorsieht, durch die Ablehnung der Arbeitnehmer und der Vertreter des Landes Niedersachsen gescheitert. Sollte es auch diesmal nicht gelingen, einen Kompromiss zu finden, könnten Insidern zufolge die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung über das Vorhaben abstimmen.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.










