Dax schüttelt Verluste weitgehend wieder ab
Gut erholt von deutlich tieferen Kursen hat sich der deutsche Aktienmarkt aus dem Handel verabschiedet. Dank einer Bodenbildung und am späten Nachmittag gesunkenen Ölpreisen gab der Dax nur 0,1 Prozent auf 25.304 Zähler ab. Übergeordnet richteten sich die Blicke bereits auf kommende Woche und die Zinsentscheidungen von EZB und US-Notenbank.
Daneben gab es nicht viel Gutes zu berichten, die Entwicklung in Frankreich und Sorgen um die Konjunktur belasteten. In Deutschland erschreckte vor allem die Explosion der Erzeugerpreise, entsprechend sandte auch der ZEW-Konjunkturindex schwache Signale. Der Inflationsdruck in Deutschland hatte sich im September massiv verschärft: Die Erzeugerpreise sprangen allein zum Vormonat um 1,9 Prozent - gegenüber dem Vorjahr wurde der Einkauf um 6,7 Prozent teurer.
Den Druck auf die Konjunktur zeigte daher auch der ZEW-Index, er fiel um 6,6 auf 28,1 Punkte zurück. Vor allem die Aussichten für den privaten Konsum verschlechtern sich weiter. Im Fokus steht nun die Berichtssaison. Nach Börsenschluss berichten unter anderem Michelin, Carrefour, Essilor und Deutsche Börse. Am Mittwoch folgt dann SAP.
Weiter nicht rund lief es für KI-verwandten Aktien: "Die Sorgen um die hohen Bewertungen und die Finanzierung des KI-Booms nehmen weiter zu", so CMC. Besonders deutlich zeigten dies die schweizerische ABB, die gut an der Ausrüstung von Datenzentren verdient. Hier reagierte der Markt dennoch mit kräftigen Verkäufen wegen der Gewinnentwicklung, worauf auch Siemens deutliche 2,2 Prozent verloren. Infineon hielten sich mit minus 0,9 Prozent besser.
Die Konjunktursorgen belasteten europaweit Metallwerte. Der Rohstoffsektor stellte zeitweise die schwächste Branche. In Deutschland litt der Kupferkonzern Aurubis mit 4,7 Prozent Minus darunter. Ähnlich zurückhaltend war die Reaktion beim Triebwerksbauer MTU (+0,2%). Die Aktie notierte lange mit Verlusten von über 2 Prozent, obwohl ihre US-Vergleichsunternehmen RTX (Pratt & Whitney) und GE Aerospace ihre Jahresprognosen erhöht hatten.
Gewinner waren Versorgerwerte wie Eon - der Kurs gewann 2,9 Prozent. Die Gesellschaft plant laut Manager Magazin ein umfassendes Sparprogramm. Für Merck KGaA ging es dank kräftiger Gewinne im europäischen Gesundheitssektor um 1,4 Prozent höher. Deutsche Börse kletterten vor ihrer Zahlenvorlage um 0,4 Prozent. Anleger hielten eine Erhöhung der Prognose für möglich.
Warum sich der Einstieg in den Aktienmarkt jetzt lohnt
Auch wenn hohe Zinsen und Konflikte die Börsen belasten, zeigt sich der deutsche Aktienmarkt relativ robust. Henning Gebhardt, Geschäftsführer von Hollyhedge Consult, sieht daher gute Chancen für eine Jahresendrally an der Börse. Worauf es dabei ankommt, verrät er im Gespräch mit ntv-Finanzexperte Patrick Dewayne.
VW ruft weltweit mehr als 70.000 E-Autos zurück
Wegen fehlerhafter Batterien ruft der Autobauer VW weltweit fast 72.700 E-Autos in die Werkstätten. In Deutschland geht es bei den insgesamt drei Rückrufen um rund 10.000 Fahrzeuge, wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht. Betroffen sind demnach größtenteils die VW-Modelle ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz - sowie der Cupra Born.
Dass Volkswagen einen Rückruf wegen fehlerhafter Batterien vorbereitet, war bereits seit vergangener Woche bekannt. Interne Qualitätsprüfungen hatten nach Angaben des Konzerns ergeben, dass einzelne Hochvolt-Batteriezellen bei bestimmten Fahrzeugen nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen. Grund dafür seien Produktionsfehler bei Zulieferern. "In seltenen Fällen kann dies zu einer erhöhten thermischen Belastung dieser Batterien führen, im Extremfall könnte ein Brand entstehen", hieß es.
KI-Sorgen stoppen Erholung an der Wall Street
Die Erholung am Vortag vor allem im Technologiesektor scheint an der Wall Street keinen Trend zu setzen. Die Sorgen rund um Künstliche Intelligenz (KI) sind wieder in den Vordergrund gerückt, nachdem die Sektorwerte am Vortag die Erholung angeführt hatten. Bereits in Asien setzten die Titel negative Impulse. AMD verlieren 1,3 Prozent, Intel 2,8 Prozent, Nvidia 1,3 Prozent, Micron Technology 2,2 Prozent und Marvell Technology 3,5 Prozent. Im frühen Handel steigt der Dow-Jones-Index um 0,5 Prozent auf 52.231 Punkte - etwas gestützt von 3M. S&P-500 und Nasdaq-Composite sinken dagegen um 0,2 beziehungsweise 0,8 Prozent.
"Technologieaktien stehen erneut unter Druck, da Investoren die Nachhaltigkeit der von KI getriebenen Aktienrally vor einer entscheidenden Berichtswoche neu bewerten", heißt es bei Tickmill Group. Zuletzt wieder gestiegene Anleiherenditen sorgen für ein schwieriges Marktumfeld für die zinsreagiblen Sektorwerte. Auch die steigenden Ölpreise trüben die Stimmung, nicht nur im Technologiebereich. Schwache Daten zu den Baubeginnen dürften auf gestiegene Marktzinsen zurückzuführen sein und liefern dem Markt keine Stütze.
In den Fokus rückt nun immer stärker die Fahrt aufnehmende Berichtssaison. Doch richtig spannend wird es nach Handelsende, wenn der zweite Quartalsbericht von SpaceX als börsennotiertem Unternehmen vorgelegt wird. Da das Unternehmen auch ein starkes KI-Standbein hat, sprechen Händler vom ersten Lackmustest im KI-Sektor in der laufenden US-Berichtsperiode.
Gold und Staatsanleihen fürs Depot
An der Wall Street liegt die Messlatte hoch: Die Unternehmen müssen mit ihren Quartalszahlen große Erwartungen erfüllen. Enttäuschungen könnten die Kurse unter Druck setzen. Wie sich Anleger dagegen wappnen können und welche Rolle Gold und Staatsanleihen dabei spielen, darüber spricht Patrick Dewayne mit Yvonne Löschinger vom ETF-Anbieter Xtrackers und Thorsten Weinelt von der Commerzbank.
SUVs und Pickups in den USA gefragt: GM steigert Gewinn
Der US-Autobauer General Motors GM (GM) hat im dritten Quartal dank einer robusten Nachfrage nach profitablen Pickups und SUVs die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar, wie der Konzern mitteilte. Dies entsprach einem Gewinn von 3,70 Dollar je Aktie. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 3,63 Dollar gerechnet.
Der Umsatz erhöhte sich um 2,9 Prozent auf 50 Milliarden Dollar. GM profitierte unter anderem davon, dass weniger Elektrofahrzeuge verkauft wurden, die tendenziell eher Verluste einbringen. Neue E-Autos sind in den USA kaum noch gefragt, seit die US-Regierung von Donald Trump staatliche Kaufanreize im vergangenen Jahr gestrichen hat.
"Stärkere Leistungskultur": Qualcomm kündigt Stellenabbau an
Der US-Chiphersteller Qualcomm will nach einer schwachen Geschäftsentwicklung weltweit Stellen streichen. Ziel sei es, eine "stärkere Leistungskultur" aufzubauen, schrieb Firmenchef Cristiano Amon in einer Reuters vorliegenden Mitteilung an die Belegschaft. Ab November sollen die betroffenen Mitarbeiter benachrichtigt werden. Wie viele Stellen wegfallen sollen, ging aus dem Schreiben nicht hervor. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Amon erklärte in dem Schreiben, bei der Entscheidung über den Stellenabbau würden geschäftliche Prioritäten, organisatorische Erfordernisse sowie die vorhandenen Fähigkeiten und Fachkenntnisse berücksichtigt werden. "Mit der Ausweitung unseres Geschäfts haben sich auch die Kompetenzen und Fähigkeiten verändert, die wir benötigen", schrieb er.
Ryanair-Chef rechnet mit historisch starkem Anstieg der Flugpreise
Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet im kommenden Jahr mit dem historisch stärksten Anstieg der Flugpreise in Europa. Wegen gestiegener Kerosinkosten und eines geringeren Angebots an Sitzplätzen könnten die Ticketpreise um zehn bis 20 Prozent zulegen, sagte O'Leary auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Der Iran-Krieg habe die Treibstoffpreise drastisch in die Höhe getrieben. Während die Fluggesellschaften für das laufende Jahr noch weitgehend abgesichert seien, fehle dieser Schutz ab April 2027 weitgehend.
Ryanair selbst habe für das nächste Jahr 15 Prozent seines Treibstoffbedarfs zu einem Preis von 85 Dollar je Barrel abgesichert, während der aktuelle Marktpreis doppelt so hoch liege. Zudem dürften Pleiten und Übernahmen in der Branche das Angebot an Flügen verknappen.
O'Leary kündigte in Brüssel zudem eine deutliche Reduzierung des Angebots in Belgien an. Für den Winterflugplan streiche die Fluggesellschaft 20 Verbindungen und damit mehr als eine Million Sitzplätze. Hintergrund ist die geplante Erhöhung der belgischen Luftverkehrsabgabe von derzeit zwei Euro auf sieben Euro ab Januar. Wegen hoher Standortkosten hat der Billigflieger auch sein Angebot in Deutschland und Österreich reduziert.
Ölpreise steigen auf Fünfmonatshoch
Der Preis für Brent-Rohöl-Futures bewegt sich nahe einem Fünfmonatshoch, nachdem der Iran erneut sein Recht auf Kontrolle der Straße von Hormus bekräftigt hat. Die internationale Ölreferenzsorte Brent schloss am Vortag bei rund 109 US-Dollar je Barrel und steht aktuell bei knapp über 111 US-Dollar.
"Um unsere Sicherheit zu gewährleisten, haben wir keine andere Wahl, als die Souveränität über die Straße von Hormus auszuüben", sagte der erste iranische Vizepräsident Mohammad Reza Aref am Vortag gegenüber dem russischen Ministerpräsidenten Michail Mischustin, wie die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur ISNA mitteilte.
Analysten verwiesen zudem auf anhaltende Angriffe auf die Schifffahrt durch die Meerenge sowie auf Angriffe von Huthis auf Saudi-Arabien. Ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran vor den US-Zwischenwahlen in zwei Wochen erscheine zunehmend schwierig, so die Analysten der Deutschen Bank.
Anleger blicken gespannt auf SAP und US-Riesen
Sorgen über die weitere Entwicklung im Technologiesektor haben die Anleger an den Börsen weiter auf Trab gehalten. Der Dax und der EuroStoxx50 notierten am Vormittag jeweils rund ein Prozent tiefer bei 25.090 und 6088 Punkten. Für schlechte Stimmung sorgten vor allem Rückgänge um knapp drei bis fast vier Prozent bei Unternehmen wie Infineon, Aixtron und Suss Microtec.
In den Fokus der Anleger rückt die Bilanzsaison der Unternehmen. "Für eine Stimmungswende dürften vor allem die Ausblicke entscheidend sein: Überzeugende Wachstumsperspektiven und belastbare Gewinne könnten das Vertrauen stärken", sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Mit Blick auf die KI-Sorgen steht dabei die Geschäftsentwicklung von US-Technologieriesen wie SpaceX, Meta und Tesla im Mittelpunkt. In Deutschland warten Anleger auf die Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP am Mittwoch.
"Hälfte unseres Dax' ist noch aus der Kaiserzeit"
Jeanette zu Fürstenberg zählt zu den bedeutendsten Personen in der deutschen Startup- und Investmentszene. Am Rande des Investitionsgipfels in Berlin plädiert sie vor allem für einen breiteren Einsatz von KI in der deutschen Industrie.
Bekenntnis zum Standort Deutschland: Amazon steckt 16 Milliarden Euro in Cloud, KI und Logistik
Die Handelsplattform Amazon will im kommenden Jahr rund 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Das Geld soll unter anderem in den Ausbau von Rechenzentren für den Cloud-Anbieter AWS und die Modernisierung der Logistikstandorte fließen, wie das Unternehmen anlässlich des Investitionsgipfels der Bundesregierung in Berlin mitteilte. Alleine in der Logistik würden derzeit rund 3.000 zusätzliche Stellen aufgebaut, hieß es. Außerdem seien mehr als ein Dutzend Eigenproduktionen in Deutschland für den Streamingdienst Amazon Prime geplant.
Rund 4,8 Milliarden Euro und damit ein großer Teil der Investitionssumme will Amazon eigenen Angaben zufolge in den Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur stecken. Das Geld fließe in die sogenannte AWS-Region-Europa rund um Frankfurt am Main. Weitere Details zu den Investitionen nannte Amazon zunächst nicht. Neben dem Online-Marktplatz und der Logistik ist der Cloud-Anbieter AWS ein weiteres zentrales Geschäftsfeld des US-Konzerns. In Deutschland arbeiten dem Konzern zufolge rund 3.000 Beschäftigte für die Sparte. In den Logistikzentren gehe es um Investitionen in moderne Technologien wie Robotertechnik, teilte das Unternehmen weiter mit.
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Milliarden-Kapitalerhöhung belastet Schneider Electric
Eine milliardenschwere Kapitalerhöhung beim französischen Elektrotechnikkonzern Schneider Electric hat die Anleger verunsichert. Die Aktien des Siemens-Rivalen verlieren an der Börse in Paris rund 3,5 Prozent. Schneider hatte über Nacht mit einer beschleunigten Platzierung bei institutionellen Anlegern sechs Milliarden Euro erlöst. Dabei wurden 25 Millionen neue Aktien zu je 240 Euro unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre ausgegeben. Der Preis lag damit rund fünf Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag.
Mit dem Erlös will Schneider die geplante Übernahme des US-Softwareunternehmens PTC teilweise finanzieren. Obwohl die Platzierung nach Angaben der begleitenden Banken mehrfach überzeichnet war, äußerten sich Analysten skeptisch. Es sei unklar, woher die in Aussicht gestellten Umsatzsynergien von 800 Millionen Euro kommen sollen, schrieben die Experten von Berenberg.
Nahost-Unruhen schicken belgischen Chemiekonzern auf Talfahrt
Die Folgen des Iran-Kriegs machen dem belgischen Chemiekonzern Solvay zu schaffen. Die Aktien verlieren in Brüssel rund 5,5 Prozent. Solvay rechnet nun für 2026 mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) zwischen 720 und 740 Millionen Euro, nachdem zuvor 770 bis 850 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. Analysten hatten im Schnitt mit 775 Millionen Euro gerechnet. Als Grund nannte das Unternehmen die Auswirkungen des US-Iran-Kriegs und einen Produktionsstopp in Saudi-Arabien. Die Unruhen im Nahen Osten hätten das Ergebnis im dritten Quartal um rund 25 Millionen Euro geschmälert, teilte Solvay mit.
Zinssorgen nach erneutem Ölpreisanstieg drücken Gold
Ein erneuter Anstieg beim Ölpreis und damit verbundene Inflationssorgen machen Gold zu schaffen. Eine Feinunze (Spot) des Edelmetalls verbilligt sich um knapp ein halbes Prozent auf 4125 Dollar. Der Preis für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent steigt um bis zu 1,4 Prozent auf 111,05 Dollar je Fass (159 Liter) und baut damit sein Fünfmonatshoch aus. Händler verwiesen auf einen Risikoaufschlag wegen anhaltender geopolitischer Gefahren, nachdem die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen zum Wochenstart Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien gemeldet hatten. Bereits am Montag hatten die Ölpreise zugelegt.
Höhere Energiepreise schüren die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen zur Eindämmung der Inflation länger auf hohem Niveau belassen könnte. Obwohl Gold typischerweise als Inflationsschutz gilt, schmälern höhere Zinsen seine Attraktivität, da sie die Opportunitätskosten der Goldhaltung erhöhen. Anleger blickten daher gespannt auf die Zinsentscheidung der Fed in der kommenden Woche. "Es wird am Markt zu starken Bewegungen kommen, egal was die Fed tut", sagte Analyst Kyle Rodda vom Broker Capital.com.
Eon plant "umfassendes" Sparprogramm
Der Energiekonzern Eon arbeitet an einem "umfassenden Spar- und Steuerungsprogramm". Das berichtet das "Manager Magazin" mit Verweis auf Insider. Das unter dem Namen Polaris firmierende Vorhaben solle zu Kosteneinsparungen von 20 bis 25 Prozent führen, etwa durch den Abbau von Doppelfunktionen, insbesondere im Management.
Das Programm, das mit Unterstützung von McKinsey entstehe, werde intern noch beraten und solle nicht vor 2027 starten. Eon habe dem Magazin bestätigt, dass aktuell an einem einfacheren "Steuerungsmodell zum Zusammenspiel zwischen Headquarter und operativen Einheiten" gearbeitet werde. Noch seien keine Entscheidungen getroffen, es gebe aber erste Gespräche mit Arbeitnehmervertretern.
Tech-Ausverkauf gewinnt an Fahrt
Inflations- und Zinssorgen nach einem erneuten Anstieg beim Ölpreis haben asiatische Technologieaktien heute erneut belastet. Zugleich hielten sich die Anleger vor den Quartalszahlen von US-Technologieriesen wie SpaceX, Meta und Tesla zurück.
In Tokio gab der technologielastige Nikkei-Index 1,6 Prozent auf 63.888 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix verlor 1,7 Prozent auf 4000 Zähler. Der südkoreanische Leitindex Kospi büßte mehr als 4 Prozent ein. Die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen bröckelten um jeweils rund 1,5 Prozent ab.
"Die Anleiherenditen steigen, da die Märkte erwarten, dass die Zentralbanken ihre Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation straffen werden", sagte Koji Toda, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Resona. "Diese Sorge drückt auf die Stimmung. US-Technologiewerte haben über Nacht zwar zugelegt, die Anleger fragen sich jedoch, ob dieser Schwung anhalten wird."
Vor allem die extrem hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) trieben die Börsianer um. Denn viele fragen sich, ob sich die Ausgaben für KI am Ende überhaupt rechneten, sagte Ninghui Liu, Anlagestratege beim Finanzdienstleister State Street. Der Markt sei zwar bereit, Leerverkäufe einzudecken und defensive Positionen aufzulösen, schrieb Chris Weston, Chefanalyst bei Pepperstone. "Das ist allerdings etwas völlig anderes, als davon überzeugt zu sein, wieder aggressiv in den KI-Sektor zu investieren."
"Metropolis" soll Palantir Konkurrenz machen
Der deutsche Softwareanbieter Celonis will dem weltgrößten Anbieter für Datenanalyse, dem US-Unternehmen Palantir, Konkurrenz machen. Dazu investiere Celonis aus München bis 2029 mehr als 100 Millionen Euro, kündigte Florian Schewior, Geschäftsführer Deutschland von Celonis, im "Handelsblatt" an. Die Software, die vorwiegend bei der Polizei zum Einsatz kommen soll, trägt den internen Projektnamen "Metropolis" und soll Ende Oktober vorgestellt werden.
Dax startet schwächer
Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Verlusten in den Tag. Der Dax verliert 0,4 Prozent auf 25.213 Punkte.
Inflations-Vorbote wird lauter
Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im September so stark angehoben wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Erzeuger gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern - verlangten im Schnitt 6,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Ein größeres Plus gab es zuletzt im März 2023 mit 7,5 Prozent. Die Stärke des von teurer Energie getriebenen Anstiegs überrascht: Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Wert von 6,2 Prozent erwartet, nachdem die Preise im August um 4,6 Prozent gestiegen waren.
Die Erzeugerpreise sind ein Indikator, um die künftige Inflation einzuschätzen. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt - also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Damit geben sie einen frühen Hinweis darauf, wie sich die allgemeinen Verbraucherpreise entwickeln.
Preistreiber Nummer eins war einmal mehr Energie: Sie verteuerte sich um 14,9 Prozent. Mineralölerzeugnisse kosteten 51,3 Prozent mehr als im September 2025, "bedingt durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten", wie die Statistiker betonten. Für Rohbenzin musste 53,8 Prozent mehr bezahlt werden, für leichtes Heizöl sogar 91,8 Prozent und für Kraftstoffe 48,6 Prozent mehr.
Die Bundesbank rechnet für die kommenden Monate mit einem anhaltend hohen Preisdruck. "Derzeit ist davon auszugehen, dass die Inflationsrate in Deutschland bis ins nächste Jahr hinein merklich erhöht bleibt", heißt es im aktuellen Monatsbericht. Der durch Rohstoffpreisschocks ausgelöste Inflationsdruck baue sich nur langsam ab. Rekordhohe Preise für Benzin und Diesel sowie teures Heizöl haben die Verbraucherpreise im September mit 3,3 Prozent so stark steigen lassen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr.
Nach Angriffen verschiebt Saudi-Arabien das "Davos in der Wüste"
Die Angriffe der Huthi-Miliz in Saudi-Arabien belasten die Wirtschaft des Königreichs schwer. Die jährliche Investorenkonferenz Future Investment Initiative (FII), die in knapp einer Woche in Riad eröffnen sollte, wurde auf kommendes Jahr verschoben. Ein neuer Termin steht bisher nicht fest.
Bei der Future Investment Initiative kommen in Riad jedes Jahr führende Vertreter aus Wirtschaft und Finanzwelt zusammen. Vergangenes Jahr zählten die Veranstalter mehr als 8.000 Teilnehmer. In Anspielung auf das Wirtschaftsforum im Schweizer Davos ist häufig auch vom "Davos in der Wüste" die Rede.
Die mehrtägige Konferenz gilt als wichtigstes Ereignis für Saudi-Arabien, um Unternehmen und Investoren aus dem Ausland zu locken. Damit soll das große wirtschaftliche Reformprogramm vorangetrieben werden, bekannt als "Vision 2030". Saudi-Arabien will damit unabhängiger werden vom Öl und zu einem Standort für Technologie, Handel, Unterhaltung und Tourismus.
Saudi-Arabien gerät durch die Angriffe der Huthi im Jemen, bei denen es unter anderem am Flughafen Riad Tote und viele Verletzte gab, zunehmend unter Druck. Das Land ist bemüht, trotz der wiederholten Attacken mit Drohnen und Raketen ein Image von Stabilität auszustrahlen.
Saudi-Arabien hat im Zuge der neuen Eskalation im benachbarten Jemen eine ganze Reihe großer Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Darunter sind ein Gipfeltreffen der Europäischen Union mit dem Golf-Kooperationsrat, die Jugendkonferenz Misk Global Forum, mehrere Sportereignisse und das Red Sea Film Festival, das zu den wichtigsten Filmfestspielen im arabischen Raum zählt.
Es brummt bei ABB
Der Elektrotechnikkonzern ABB beschleunigt das Wachstumstempo weiter. Getrieben vom Boom beim Bau von Rechenzentren kletterte der Auftragseingang im dritten Quartal um 40 Prozent auf 12,06 Milliarden Dollar, wie das Schweizer Unternehmen mitteilte. Im zweiten Quartal hatte ABB ein Bestellungsplus von bereinigt 28 Prozent verbucht, im ersten Quartal von 24 Prozent. In der größten und profitabelsten Sparte Elektrifizierung schoss der Auftragseingang im Sommer gar um 70 Prozent hoch.
Zudem gründe ABB ein Gemeinschaftsunternehmen mit Mitsubishi Electric, in das dessen ausgegliedertes Produktgeschäft für Niederspannungs-Energieverteilung eingebracht werde. Das Joint Venture werde sich auf Märkte in Asien konzentrieren. Für umgerechnet rund 495 Millionen Dollar werde ABB eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem neu formierten Unternehmen erwerben und zudem die damit verbundenen Vertriebsaktivitäten von Mitsubishi Electric für Niederspannungs-Energieverteilungsprodukte außerhalb Japans komplett übernehmen. Die Transaktion werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen. ABB habe mittelfristig eine Option auf eine vollständige Übernahme der verbleibenden Anteile.
"Jeder Fehltritt könnte Schockwellen auslösen" - Anleger im Verteidigungsmodus
Europas Börsen dürften heute zur Eröffnung weiter nachgeben, wenngleich nicht mehr so stark wie zu Wochenbeginn. Das geopolitische Umfeld bleibt schwierig. Es reicht von Angriffen der Huthis auf die saudische Infrastruktur, die jüngste Annäherung von Washington an Moskau sowie den Krawallen in Frankreich, die Zweifel an der Handlungsfähigkeit der dortigen Regierung aufkommen lassen. Auch der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten. Am Montag hatte der deutsche Leitindex 1,2 Prozent tiefer bei 25.319 Punkten geschlossen.
Dem Broker CMC zufolge stehen die Börsen vor einer Bewährungsprobe. Solange die Unternehmensgewinne überzeugten und die Inflation nicht erneut außer Kontrolle gerate, bleibe das Marktgefüge einigermaßen stabil. "Sollte jedoch eine dieser beiden Stützen wegbrechen, könnte aus der aktuellen Nervosität schnell eine deutlich umfassendere Korrektur werden. Die größte Gefahr für die Aktienmärkte ist derzeit nicht ein einzelner Krisenherd, sondern das gleichzeitige Zusammentreffen mehrerer Belastungsfaktoren", heißt es.
Die globale Investmentgemeinschaft dürfte in den kommenden Wochen in Verteidigungshaltung übergehen, da die Risikofaktoren eskalierten, so die australische Bank ANZ. Technologiefirmen stünden vor der Berichterstattung über ihre Gewinne, und jeder Fehltritt könnte Schockwellen auslösen. Die Energiepreise blieben angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten hoch, was den Druck auf die Zentralbanken zu Zinserhöhungen aufrechterhalte. Zudem seien die Sorgen über die Staatsverschuldung angesichts der Unruhen in ganz Frankreich wieder aufgeflammt. Unterdessen verschlechterten sich die US-Finanzkennzahlen weiter, wobei die Nettozinszahlungen 1 Billion US-Dollar pro Jahr überschritten. Die US-Zwischenwahlen dürften das Risiko eines politischen Stillstands erhöhen.
KI-Börsengang geht gründlich schief
Die Aktien des Rechenzentrums-Spezialisten Elice sind an ihrem ersten Handelstag in Südkorea um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Das schwache Börsendebüt verstärkt die Sorgen der Anleger über die hohen Bewertungen im KI-Sektor. Der Börsengang fällt in eine Verkaufswelle bei südkoreanischen Technologie-Werten.
Der Leitindex Kospi verlor drei Prozent. SK Hynix büßten 4,6 Prozent ein, Samsung Electronics gaben 1,6 Prozent nach. Die beiden Chiphersteller machen zusammen rund die Hälfte des Index aus. Der Kospi hat in den vergangenen Wochen etwa ein Fünftel seines Wertes verloren.
Anleger weltweit sorgen sich über die immensen Finanzierungskosten der Branche, einen schärferen Wettbewerb und die unsicheren langfristigen Renditen der milliardenschweren Investitionen in KI.
Anleger gehen in Asien in Deckung
Geopolitische Risiken bremsen die asiatischen Börsen. Zudem halten sich Anleger vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von wichtigen US-Technologiekonzernen wie Meta und Tesla zurück. In Tokio gibt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,6 Prozent auf 64.512 Punkte nach. Die Börse in Shanghai tendiert fast unverändert.
Gewalt in Fankreich belastet - erster Techriese legt Quartalszahlen vor
Die jüngste Erholung des Dax ist am Montag schon wieder zu Ende gegangen. Zum Börsenschluss sank der deutsche Leitindex um 1,18 Prozent auf 25.320 Punkte. Belastet wurde die Stimmung von der Gewaltspirale in Frankreich. Vor allem nicht-europäische Investoren reduzierten ihre Engagements bei europäischen Aktien.
Heute werden bei der Fortsetzung der "Invest in Germany"-Veranstaltung in Berlin konkrete Investitionszusagen aus der Wirtschaft erwartet. Kanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Finanzminister Lars Klingbeil werben vor rund 200 Unternehmensvertretern um privates Kapital. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Anwendung von KI in der Industrie.
Der weltgrößte Streamingdienst Netflix legt als erstes großes US-Technologieunternehmen seine Quartalsbilanz vor. Börsianer richten ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf das internationale Geschäft, da der US-Markt als gesättigt gilt. Daneben hoffen sie auf detaillierte Aussagen zu den Werbeeinnahmen. Netflix will Nutzer zum Wechsel in anzeigenfinanzierte Abonnements bewegen.
Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX präsentiert nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal. Es ist erst der zweite Quartalsbericht des von Elon Musk geführten Konzerns seit dem Börsengang im Juni. Anleger dürften besonders darauf achten, ob sich die massiven Investitionen in KI in steigenden Umsätzen niederschlagen. Zudem steht das Wachstum des Satellitennetzwerks Starlink im Fokus.


