Frankreichs Rating und Deutschlands Führungskräfte verleihen dem Dax Schwung
Mit einem kräftigen Plus hat der deutsche Aktienmarkt den Handel beendet. Für Erleichterung sorgte die Bestätigung der Bonitätseinstufung Frankreichs mit "Aa3" durch die Ratingagentur Moody's - trotz des stetigen Anstiegs der Verschuldung und der politischen Zersplitterung, welche die Eindämmung der Kreditaufnahme erschwert. Die Entscheidung erzeugte Entspannung an den französischen Anleihemärkten. Die Rendite der 10-jährigen Benchmarkanleihe fiel deutlicher unter 5 Prozent.
Der Dax gewann 0,9 Prozent auf 25.411 Punkte. Wenngleich nicht von größerer Marktrelevanz, so sendete der Ifo-Index doch ein positives Signal. Dieser zeigte an, dass die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft im Oktober auf 90,2 gestiegen ist nach 89,9 im September und damit zum sechsten Mal in Folge.
Die zuletzt teils schwer unter die Räder gekommenen Aktien mit KI-Fantasie erholten sich. Teilnehmer verwiesen auf Schnäppchenkäufe, daneben aber auch auf die relative Ruhe am Anleihemarkt. Der zuvor gesehene starke Anstieg der Marktzinsen hatte für Skepsis über die Rentabilität und Nachhaltigkeit der Investitionen in KI gesorgt und damit maßgeblich zum Ausverkauf bei KI-Aktien beigetragen. Siemens Energy gewannen nach den jüngsten Abgaben 3,8 Prozent. Dax-Spitzenreiter waren Hochtief mit einem Plus von 3,9 Prozent. Für Infineon ging es um 3,1 Prozent nach oben, Aixtron kletterten um 3,5 Prozent nach oben.
Gefahrenpotenzial der Zinsentwicklung "ist riesig"
Bayer feiert Zulassung in China als "Meilenstein"
Bayer hat in China eine Zulassung für sein Medikament Asundexian bei Schlaganfallpatienten zur Senkung des hohen Risikos für weitere Vorfälle bekommen. Der Gerinnungshemmer gilt als Blockbuster-Kandidat für den deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern mit Jahresumsätzen in Milliardenhöhe.
Laut Bayer handelt es sich weltweit um das erste Medikament aus der neuen Klasse der FXIa-Hemmer, das damit jetzt an den Markt kommt. Dieser Wirkstoff hat ein geringeres Blutungsrisiko als die bisher am Markt verfügbaren Blutverdünner. Das Risiko weiterer Schlaganfälle wird durch die vorbeugende Gabe des Mittels um 26 Prozent reduziert. Der ischämische Schlaganfall ist in China die häufigste Ursache für Todesfälle und Invalidität.
"Mit der Zulassung von Asundexian haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagte der Chef der Bayer-Pharmaforschung Christian Rommel.
Anthropic-Gründer sichern ihre Macht nach Börsengang mit einer einzelnen Super-Aktie
Anthropic legte in Börsengang-Unterlagen offen, wer die größten Anteilseigner sind: Demnach gehören die Gründer zu den größten offengelegten Einzelanteilseignern und nehmen Plätze ein, die üblicherweise von großen Investmentfirmen besetzt werden. Neben CEO Dario Amodei, der 245 Millionen Stück der Aktie besitzt oder kontrolliert, besitzen Daniela Amodei, Tom Brown, Jack Clark, Jared Kaplan, Sam McCandlish und Christopher Olah - wie aus den Unterlagen hervorgeht - jeweils mehr als 200 Millionen Stück der A-Aktie.
Mehrere Risikokapitalgesellschaften, die Hunderte Millionen in das Unternehmen gesteckt haben, dürften ebenfalls große Gewinne erzielen, darunter Iconiq, Lightspeed Venture Partners und Menlo Ventures.
Die Kapitalstruktur von Anthropic schließt reguläre Aktionäre auch nach dem Börsengang im Wesentlichen von den meisten Entscheidungen des Unternehmens aus. Der "Long-Term Benefit Trust" des Unternehmens wird die Macht haben, die Mehrheit des Boards von Anthropic zu ernennen, und zwar durch seine Kontrolle über die einzige Aktie der Klasse-T-Aktie von Anthropic.
Die Gründer des Unternehmens werden die Macht haben, die verbleibenden Board-Mitglieder zu ernennen und die meisten oder alle anderen Aktionärsstimmen zu bestimmen. Dies geschieht durch die Kontrolle über eine einzige Aktie der Klasse F mit genau 50,1 Prozent der Stimmrechte "in Bezug auf Angelegenheiten, die den Aktionären im Allgemeinen vorgelegt werden".
Diese Aktie wird von einer geschlossenen Gesellschaft namens Founder LLC gehalten, die den Vorstandsvorsitzenden Dario Amodei, die Präsidentin Daniela Amodei und fünf weitere Gründer zusammenschließt, wie aus den Unterlagen hervorgeht.
Fraport übertrifft Analystenerwartungen
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat im dritten Quartal 2026 dank eines Anteilsverkaufs die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag auf Basis vorläufiger Zahlen bei rund 595 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Analystenkonsens hatte im Schnitt bei rund 574 Millionen Euro gelegen.
Hauptgrund für die positive Entwicklung war der Verkauf der Anteile an der Medical Airport Service GmbH (MAS), der sich mit rund 24 Millionen Euro positiv auswirkte. Fraport hielt die Hälfte der Anteile an dem Unternehmen, das Dienstleistungen in den Bereichen Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit und betriebliches Gesundheitsmanagement anbietet.
Fraport hält unabhängig von dem Sondereffekt an seiner Finanzprognose für das Geschäftsjahr 2026 fest. Die vollständigen Zahlen zum dritten Quartal werden am 4. November veröffentlicht.
Börse setzt Handel aus - brasilianische Währung stürzt beispiellos ab
Brasilianische Aktien und die Währung erleben nach dem unerwarteten Sieg von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei der Präsidentschaftswahl einen historischen Kurssturz. Grund für die Panik am Finanzmarkt ist unter anderem die befürchtete Unsicherheit, nachdem Lulas Herausforderer Bolsonaro sich weigert, seine Niederlage anzuerkennen.
Der brasilianische Real rutscht gegenüber dem US-Dollar um 12 Prozent ab, wie der Datenanbieter LSEG mitteilte. Dies wäre der größte tägliche Verlust seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1994.
Der Leitindex Bovespa rutschte um fast 17 Prozent ab. Der brasilianische Börsenbetreiber setzte den Handel im Laufe des Tages vorübergehend aus.
Die US-Dollar-Anleihen der Regierung wurden abverkauft, was die Renditen in die Höhe trieb.
Die Aktie des spanischen Kreditinstituts Santander, für das Brasilien der zweitgrößte Markt ist, fiel um mehr als 4 Prozent.
Anthropic verzehnfacht Umsatz - bei gigantischem Verlust
Aus den veröffentlichten Unterlagen des Börsenrekord-Aspiranten Anthropic geht unter anderem hervor, wie die Geschäfte im ersten Halbjahr dieses Jahres liefen. Demnach erwirtschaftete das Unternehmen in den sechs Monaten bis zum 30. Juni einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Gleichzeitig wies das Unternehmen für die erste Jahreshälfte einen Nettoverlust von 80,7 Milliarden Dollar aus.
Wall Street startet fester
Mit leichten Gewinnen ist die Wall Street in die neue Handelswoche gestartet. Für den Dow-Jones-Index geht es um 0,4 Prozent auf 52.416 Punkte nach oben. Der breiter gefasste S&P-500 steigt um 0,3 Prozent, und der technologielastige Nasdaq-Composite klettert um 0,2 Prozent.
Etwas stützend wirken die fallenden Ölpreise, auch wenn sich weiter keine Lösung im Iran-Krieg abzeichnet. Ein Barrel der Sorte Brent reduziert sich um 1,0 Prozent auf 115,54 Dollar. Auch die Renditen am US-Anleihemarkt zeigen sich stabil auf dem zuletzt niedrigeren Niveau. Insgesamt dürfte der Handel in recht ruhigen Bahnen verlaufen. Im Fokus stehen unter anderem die Zinsentscheidungen der US-Notenbank, der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan im Wochenverlauf.
Erdgas-Börsenpreis steigt auf höchsten Stand seit Jahren
Die europäischen Erdgaspreise sind angesichts des kalten Wetters und der Spannungen im Nahen Osten, die Sorgen über das Angebot schüren, erstmals seit 2022 über 97 Euro pro Megawattstunde gestiegen.
Die niederländischen TTF Referenzpreise stiegen um 2 Prozent, womit sich der Gewinn in diesem Monat auf rund 32 Prozent belief. Europa geht mit niedrigen Erdgasbeständen in den Speichern in den Winter, und das Angebot der Produzenten im Nahen Osten bleibt durch den Krieg im Iran eingeschränkt.
Dennoch bleiben die Erdgaspreise weit unter dem Niveau der Energiekrise von 2022, die durch Russlands Invasion in der Ukraine ausgelöst wurde, als die niederländischen TTF-Preise die Marke von 300 Euro pro Megawattstunde überschritten.
Anthropic legt Informationen für möglichen Weltrekord-Börsengang offen
Anthropic, der milliardenschwere KI-Entwickler hinter Claude, hat im Zuge seines geplanten Blockbuster-Börsengangs die Unterlagen für seine S-1-Anmeldung veröffentlicht.
Das Unternehmen plant, unter dem Tickersymbol "ANT" zu handeln. Es war erwartet worden, dass es eine Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar anstrebt - eine Zahl, die den Rekord des SpaceX-Angebots vom Juni brechen würde. Das 289-seitige S-1-Formular von Anthropic bereitet den Weg für die Einführung seiner Aktien an der öffentlichen Börse bereits in der Woche vor dem Thanksgiving-Feiertag vor. Die Entscheidung, den November ins Auge zu fassen, sei getroffen worden, bevor die jüngste Debatte über das Tempo der KI-Fortschritte und die Schaffung von Leitplanken für die Technologie entbrannt sei, berichtete das "Wall Street Journal".
Fast 100 Milliarden Dollar: Meta plant gigantische Aktienemission
Meta Platforms plant, mit einer gigantischen Aktienemission bis zu 95 Milliarden US-Dollar Kapital zu beschaffen. Damit sollen Investitionen in die KI-Infrastruktur finanziert werden, wie die Facebook-Muttergesellschaft mitteilt.
Das Unternehmen werde rund 35 Milliarden US-Dollar im Rahmen öffentlicher Angebote ausgeben, die sich aus 22,5 Milliarden US-Dollar an Stammaktien der Klasse A und 12,5 Milliarden US-Dollar an Hinterlegungsscheinen zusammensetzen, die zur Wandlung verpflichtende Vorzugsaktien verbriefen. Meta plane zudem die Einrichtung eines At-the-Market-Aktienemissionsprogramms im Volumen von bis zu 60 Milliarden US-Dollar, das potenziell im ersten Quartal 2027 beginnen könnte. Ein solches Programm würde es dem Unternehmen ermöglichen, neue Aktien nach und nach im Laufe der Zeit zu verkaufen, wenngleich Meta betont, dass die Vereinbarung noch nicht finalisiert sei.
In Brasilien zeichnet sich historischer Börseneinbruch ab
Noch hat die brasilianische Börse nicht geöffnet. Doch ein Abverkauf brasilianischer Werte nach dem überraschenden Wahlsieg von Amtsinhaber Lula bei der Präsidentschaftswahl zeichnet sich bereits ab.
Der iShares MSCI Brazil ETF verliert vorbörslich 27 Prozent und steuert auf den größten Rückgang in seiner 26-jährigen Geschichte zu.
Die in den USA notierte Aktie von XP, einem brasilianischen Finanzdienstleistungsunternehmen, verliert vorbörslich mehr als 40 Prozent und steuert ebenfalls auf einen historischen Tagesverlust zu.
Die American Depositary Receipts des staatlichen Ölkonzerns Petrobras verlieren im frühen Handel 25 Prozent, was den zweitschlechtesten Tag ihrer Geschichte bedeuten würde.
MercadoLibre, das lateinamerikanische E-Commerce- und Zahlungsunternehmen, fiel vorbörslich um mehr als 10 Prozent und war damit der größte vorbörsliche Verlierer im Nasdaq-100-Index. Ambev, ein brasilianisches Brauereiunternehmen und eine Tochtergesellschaft von Anheuser-Busch, verlor im frühen Handel 10 Prozent.
Analysten erwarten, dass die Währung, der brasilianische Real, und die Staatsanleihen Brasiliens unter Druck geraten werden, wenn der Handel in Schwung kommt.
Das Wahlergebnis hat Anleger kalt erwischt, die in den vergangenen Wochen in brasilianische Vermögenswerte geströmt waren, nachdem Flávio Bolsonaro - der als marktfreundlicher gilt - Anfang Oktober die erste Runde der Wahl gewonnen hatte. Zur Unsicherheit trägt bei, dass Bolsonaro sich bislang weigert, seine Niederlage anzuerkennen.
Positiver Handelsstart für US-Aktien erwartet
Mit einem kleinen Plus dürfte die Wall Street in die neue Handelswoche starten. Teilnehmer verweisen jedoch darauf, dass die grundlegenden Sorgen über die KI-Investitionen weiterhin bestehen.
Leicht stützend wirken die fallenden Ölpreise, auch wenn sich weiter keine Lösung im Iran-Krieg abzeichnet. Ein Barrel der Sorte Brent reduziert sich um 1,5 Prozent auf 114,97 Dollar.
Auch die Renditen am US-Anleihemarkt zeigen sich stabil auf dem zuletzt niedrigeren Niveau. Die Flucht in den "sicheren Hafen" Anleihen hatte in der vergangenen Woche für deutlich nachgebende Renditen gesorgt. Die Rendite zehnjähriger Papiere liegt kaum verändert bei 4,99 Prozent. Vor diesem Hintergrund geht es für den Future auf den S&P-500 um 0,2 Prozent nach oben.
Gleichwohl dürfte der Handel zu Wochenbeginn in ruhigen Bahnen verlaufen. Zum einen blicken die Anleger gespannt auf die am Mittwoch anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank. Es wird unmittelbar vor den Zwischenwahlen in den USA mit keiner Erhöhung der Zinsen gerechnet. Daher stehen die Aussagen von US-Notenbankpräsident Kevin Warsh zum weiteren Zinspfad im Fokus. Zum anderen werden im Wochenverlauf eine ganze Reihe von Technologie-Schwergewichten ihre Quartalszahlen vorlegen, darunter Microsoft, die Google-Mutter Alphabet und Intel.
183.000 neue Firmen: Deutschland erlebt Gründungsboom - mit einem Haken
In Deutschland wurden 2025 nach einer neuen Schätzung so viele Unternehmen gegründet wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dem Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW und der Auskunftei Creditreform zufolge gingen rund 183.000 neue Unternehmen an den Start: 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr - der höchste Stand seit 2010. Besonders stark sei der Aufschwung bei wachstumsorientierten, innovativen Start-ups. Rund 3.100 solcher Firmen wurden 2025 gegründet, fast ein Fünftel (19 Prozent) mehr als 2024.
Während vor allem die Anzahl der Gründungen kleiner Unternehmen ohne Handelsregistereintrag zunahm, sank jedoch die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 3,3 Prozent. Der Gesamtanstieg geht vor allem auf sogenannte Kleinerwerbsgründungen zurück. "Im Zuge der Wirtschaftskrise suchen viele ihr Heil in der Selbstständigkeit, oft als Solo-Unternehmer und zunächst im Nebenerwerb", sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch. "In länger anhaltenden wirtschaftlichen Krisen entstehen vermehrt solche Notgründungen, wenn Arbeitsplätze wegfallen und die Wirtschaft weniger Jobs schafft."
Diese Betriebe erreichten jedoch meist keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung und würden häufig nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Dies gelte zuletzt vermehrt für Branchen wie den Handel, das Gastgewerbe und persönliche Dienstleistungen.
Wie nachhaltig ist Deutschlands Wirtschafts-Aufschwung?
Ifo-Index stützt den Dax
Der Dax baut die Gewinne aus und liegt nun 0,9 Prozent auf 25.402 Punkte vorn.
Wenngleich nicht von größerer Marktrelevanz so sendet der Ifo-Index doch ein positives Signal. Dieser stieg im Oktober auf 90,2 nach 89,9 im September und entwickelt sich damit im Rahmen der Erwartungen.
"Dabei sind die Öl- und Gaspreise im Großhandel in den letzten Wochen wieder heftig gestiegen und eine Lösung für den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist weiterhin nicht absehbar", so die KfW. Vielmehr drohe sogar eine erneute Eskalation am Persischen Golf nach den Zwischenwahlen in den USA. Vor diesem Hintergrund seien die aktuellen Befragungsergebnisse noch positiver zu sehen.
Brasilienwahl sorgt für Kurseinbrüche auch in Europa
Der überraschende Wahlausgang in Brasilien belastet die Börsen in Portugal und Spanien. Spanien gehört zu den größten ausländischen Investoren in dem südamerikanischen Land, auch das frühere Mutterland zu Kolonialzeiten, Portugal, ist stark mit der brasilianischen Wirtschaft verflochten.
Belastend wirkt der überraschende Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva über den konservativen und als wirtschaftsfreundlich geltenden Herausforderer Flavio Bolsonaro bei der Stichwahl der Präsidentschaftswahlen. Bolsonaro hatte die erste Runde noch gewonnen und erkennt LusLas Sieg nicht an. Die brasilianische Börse dürfte einbrechen.
Während der Dax um 0,7 Prozent zulegt, verlieren PSI-20 in Lissabon und IBEX-35 in Madrid jeweils 0,6 Prozent. Die Aktien der spanischen Unternehmen Santander und Telefonica, die beide auf dem brasilianischen Markt stark engagiert sind, stürzen um 5,0 beziehungsweise 7,2 Prozent ab. Auch das portugiesische Energie-Unternehmen Galp Energia ist in Basilien äußerst aktiv, der Kurs bricht um 9,3 Prozent ein.
Ifo: Deutschlands Wirtschaftsaufschwung setzt sich fort
Der sich abzeichnende Aufschwung sorgt für bessere Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 90,2 Punkte, nach 89,9 Zählern im September und damit das sechste Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 90,0 Punkten gerechnet. Die Firmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage etwas skeptischer als zuletzt, ihre Erwartungen aber positiver. "Die Konjunkturbelebung setzt sich fort", erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest.
Zuletzt hatte die Umfrage des Finanzdienstleisters S&P Global unter Einkaufsmanagern signalisiert, dass die deutsche Wirtschaft an Schwung verloren hat. Dabei verlangsamte sich das Wachstum der Dienstleister, während es sich in der Industrie beschleunigte.
Audi-Chef "hat in der Sache recht"
Der Auftritt von Audi-Boss Döllner im Wahlkampf mit US-Präsident Trump hat in Deutschland für einen Skandal gesorgt. ntv-Börsenexperte Frank Meyer hält die Inszinierung zwar für ungeschickt, gibt dem Manager in der Sache aber recht.
Airbus-Manager verhandeln mit Konkurrenten über Kooperation bei Zukunfts-Kampfjet
Nach dem Aus des ambitionierten deutsch-französischen Kampfjet-Projekts sucht Airbus Anschluss an einen neuen Partner. Manager von Airbus werden sich laut einem Bericht der "Financial Times" mit Vertretern von BAE Systems treffen, um auszuloten, wie sich der Konzern dem Kampfjet-Programm der nächsten Generation des britischen Unternehmens anschließen könnte.
Die Manager werden in der kommenden Woche Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit der beiden Unternehmen in verschiedenen Bereichen erörtern, darunter das Global Combat Air Programme zwischen BAE und seinen Partnern aus Italien und Japan, wie die "Financial Times" unter Berufung auf informierte Personen schreibt. Zum jetzigen Zeitpunkt würden keine endgültigen Entscheidungen erwartet.
Der Dax fängt sich
Der Dax hat sich nach der schwachen Vorwoche ein wenig stabilisiert. Der deutsche Leitindex steigt um 0,2 Prozent auf 25.233 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen geht es um 0,3 Prozent auf 29.977 Punkte hoch.
Die weiterhin sehr hohen Ölpreise kamen zum Wochenstart zumindest etwas zurück. An den asiatischen Börsen überwogen die Verluste.
Weltweit im Fokus bleibt die Frage, ob sich die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom tatsächlich zeitnah rentieren oder sich viele, vor allem der kleineren Anbieter, angesichts immer höherer Refinanzierungskosten nicht doch übernehmen.
Dabei spielen die gestiegenen Zinsen eine wichtige Rolle. Hier entspannte sich die Lage zuletzt etwas, nachdem sich die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen knapp unter der Fünf-Prozent-Marke stabilisiert hat. Im Blick bleibt zudem Frankreich mit seiner angespannten Haushaltslage, doch auch hier gingen die Renditen etwas zurück.
Brasiliens Börse steht nach Lula-Sieg vor heftigen Verlusten
Nach dem überraschenden Wahlsieg von Luiz Inácio Lula da Silva stellen sich Anleger auf deutliche Verluste an Brasiliens Finanzmärkten ein. Erste Indikationen deuten auf einen kräftigen Ausverkauf hin. Ein ETF auf brasilianische Aktien verlor im Handel in Japan zeitweise 16 Prozent. Ein Währungsderivat an der CME signalisierte einen Real-Kurs von 5,55 je Dollar. Das entspräche einem Wertverlust der brasilianischen Währung von mehr als zehn Prozent gegenüber Freitag.
Händler in São Paulo rechnen mit so starken Kursverlusten, dass am Aktienmarkt automatische Handelsunterbrechungen ausgelöst werden könnten. "Der Markt wird alles neu bewerten", sagte Bruno Funchal, Chef von Bradesco Asset Management der Nachrichtenagentur "Bloomberg".
Lula hatte sich in der Stichwahl überraschend gegen den von vielen Investoren bevorzugten rechten Kandidaten Flávio Bolsonaro durchgesetzt.
Druck auf französische Staatsanleihen nimmt ab
Französische Staatsanleihen haben zum Wochenauftakt stärker zugelegt als andere Staatspapiere der Eurozone. Rückenwind kam von der Ratingagentur Moody's, die die Kreditwürdigkeit Frankreichs unverändert bewertet und damit nicht wie befürchtet gesenkt hat.
Moody's begründete die Entscheidung unter anderem mit der Erwartung, dass Frankreich einen Haushalt für 2027 verabschiedet, der das Defizit verringert. Damit bleibt eine Herabstufung vorerst aus. Der Ausblick bleibt allerdings negativ.
Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen fiel im frühen Handel um 4,7 Basispunkte auf 5,028 Prozent. Sinkende Renditen bedeuten steigende Anleihekurse. Zum Vergleich: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg laut Tradeweb um 0,9 Basispunkte auf 3,349 Prozent.
Stihl wird wegen Trockenheit pessimistischer
Der für seine Motorsägen weltbekannte Gerätebauer Stihl senkt seine Umsatzprognose für 2026. "Aus heutiger Sicht werden wir einen leichten Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentsatz verbuchen", sagte Stihl-Chef Michael Traub dem "Handelsblatt". Damit werden die Erlöse unter den 2025 erreichten 5,48 Milliarden Euro liegen. Bei der Bilanzvorstellung im Mai war das Unternehmen in seinem 100. Jubiläumsjahr noch von einem stabilen Umsatz ausgegangen.
Als Hauptgrund für die Senkung der Prognose nannte Traub die Trockenheit in Europa und damit in Märkten, die 2025 noch zum Wachstum beigetragen hätten. "Unser Geschäft ist es, hohes Gras kürzer zu machen. Und wenn Gras und Gebüsch wegen der Hitze austrocknen und nicht mehr wachsen, brauchen die Kunden auch weniger Schneidgeräte", sagte Traub.
Dax stemmt sich gegen weitere Verluste
Europas Börsen dürften mit kleinen Aufschlägen in die neue Woche starten. Der Broker Lang & Schwarz sieht den Dax zum Auftakt 0,2 Prozent im Plus bei 25.211 Punkten. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent auf 25.181 Punkte verloren.
Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen ist der Ölpreis gesunken. Zum anderen ließ der Druck auf französische Staatsanleihen nach – und zwar schon bevor die US-Ratingagentur am Freitagabend mitteilte, Frankreichs Kreditrating nicht herabzustufen.
VW-Betriebsrat findet Auftritt von Audi-Chef mit Trump beschämend
VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo hat den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. "Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie - und dann tritt einer unserer obersten Konzern-Repräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe", sagte Cavallo in einem internen Interview. Wer die Rede von Trump gehört habe und habe wahrnehmen müssen, dass Döllner zum aktiven Teil dieser Veranstaltung geworden sei, müsse vor "Scham im Boden versinken".
Trump hatte am Samstag überraschend den Bau eines Audi-Werks in Perry im US-Bundesstaat Georgia angekündigt. Döllner trat anschließend auf die Bühne und dankte dem US-Präsidenten für dessen Unterstützung. Der Chef der VW-Tochter ist auch Mitglied im Wolfsburger Konzernvorstand. Dort verantwortet Döllner die Markengruppe Progressive, die neben Audi auch die Luxusmarken Bentley und Lamborghini sowie den Motorradhersteller Ducati umfasst.
Der Auftritt steht Cavallo zufolge auch im Gegensatz zu internen Leitlinien von Audi. In den drei letzten Monaten vor Wahlen seien öffentlich wirksame Termine mit zur Wahl stehenden Politikern untersagt. Döllner habe diese Prinzipien erst vor wenigen Monaten unterschrieben. Hier liege "sicherlich ein klarer Verstoß" vor. Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.
Die Pläne für ein Audi-Werk in den USA bewertet die VW-Betriebsratschefin durchaus positiv. Rein betriebswirtschaftlich könne das Sinn ergeben, sagte Cavallo. Der US-Markt zähle zu den größten und lukrativsten der Welt, der Marktanteil von VW sei dort aber immer noch viel zu klein. Zugleich seien die Zölle wegen Trump hoch und kosteten den Konzern Milliarden.
Ölpreise geben deutlich nach
Am Rohstoffmarkt geben die Notierungen nach, nachdem Berichte über katarische Vermittler im Iran Hoffnungen auf eine Deeskalation in Nahost geweckt hatten. Zuvor hatten Angriffe der Huthi-Rebellen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien die Preise auf ein Sechs-Monats-Hoch getrieben.
Zur Sicherung der Lieferketten kündigte Saudi-Arabien an, ab 2027 Rohöl in Singapur zu lagern.
Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 2,1 Prozent auf 114,22 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 2,3 Prozent schwächer bei 100,87 Dollar.
Tech-Aktien unter Druck
Die asiatischen Aktienmärkte tendieren zum Wochenauftakt im Vorfeld wichtiger Notenbanksitzungen und Firmenbilanzen überwiegend schwächer. In Tokio gibt der 225 Werte umfassende exportlastige Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 62.431 Punkte nach, während der breiter gefasste Topix 0,4 Prozent höher bei 3.982 Zählern notiert. Auch in China halten sich die Anleger zurück: Die Börse Shanghai verliert 0,2 Prozent auf 3683 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt um 0,5 Prozent auf 4083 Punkte.
In Japan drücken vor allem schwache Technologiewerte den Leitindex ins Minus, nachdem die Wall Street entsprechende Vorgaben geliefert hatte. Zu den größten Verlierern zählen Chip-Werte wie Sumco mit einem Minus von gut 4 Prozent sowie Kokusai Electric und Screen Holdings. "Der Nikkei zeigt Anzeichen einer kurzfristigen technischen Unterbewertung", so Analyst Satoshi Saito von Monex Securities. Gefragt sind hingegen Energiewerte, die von den jüngsten Ölpreisanstiegen profitierten. Hier zählen Inpex, JGC Holdings und Mitsubishi Corp zu den größten Gewinnern.
In China blicken die Investoren auf die Politik, wo die regierende Kommunistische Partei in Peking zu ihrem fünften Plenum zusammenkam. Das Treffen hinter verschlossenen Türen gilt als letzte große Parteiversammlung vor der für 2027 geplanten Umbildung der Führung und bietet Präsident Xi Jinping die Gelegenheit, seine Autorität weiter zu festigen.
Die chinesischen Börsen stehen jedoch bereits seit elf Wochen unter Druck, da sich die Anleger trotz starker Exporte Sorgen um die schwache Binnennachfrage machen. Zudem dämpft die Erwartung, dass große Zentralbanken wie die US-Notenbank Fed die Zinsen vorerst hochhalten könnten, die Risikobereitschaft der Investoren in der gesamten Region.






