JMGO Iris Ultra Max ausprobiertDieser starke 4K-Beamer ist mit 120 Hertz bei der Sache
Von Klaus Wedekind.webp)
Der JMGO Iris Ultra Max ist ein 4K-Beamer, der mit 120 Hertz, enormer Helligkeit, extrem geringer Latenz und vielen Extras hohe Ansprüche erfüllt. Dank Google TV und automatischen Einstellungen ist er trotzdem unkompliziert und ein vielseitiger Streamer. Für das Gebotene ist der Preis vergleichsweise niedrig.
JMGO hat im September auf der IFA in Berlin mit dem Iris Ultra Max Aufsehen erregt, denn der Laserbeamer mit Dual-Iris bietet laut Datenblatt unter anderem bei 4K-Auflösung eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz (Hz), eine Spitzenhelligkeit von 6500 ISO-Lumen, ein natives Kontrastverhältnis von 10.000:1 und minimale Latenzen. Auch die Farbabdeckung lässt mit 110 Prozent BT.2020 keine Wünsche offen. Als Betriebssystem kommt Google TV zum Einsatz, womit unter anderem Streaming-Apps direkt auf dem Beamer laufen. ntv.de hat ausprobiert, ob der Iris Ultra Max im Alltag hält, was der Hersteller verspricht.
Der knapp 7 Kilogramm schwere Beamer ist für die genannten Werte mit 308 × 230 × 274 Millimetern kompakt. Er steht auf einem motorisierten Gimbal-Ständer, der 360-Grad-Drehungen und einen vertikalen Neigungswinkel von 150 Grad bietet. Die Kompaktheit ermöglicht unter anderem ein externes Netzteil, das selbst allerdings ein echter Klotz ist.
4K mit 120 Hz
Die Lichtquelle des Iris Ultra Max ist ein Triple-RGB-Laser. Das Bild wird mithilfe von Millionen winziger, kippbarer Spiegel auf einem DLP-Chip erzeugt. Angesteuert wird das DLP-System von zwei Controllern, die unter anderem 4K-Wiedergabe mit bis zu 120 Hz ermöglichen. Das Objektiv des Beamers arbeitet mit einer in vier Richtungen verschiebbaren Linse (Lens Shift), bietet einen optischen Zoom und eine Dual-Iris, die sechs Blendenstufen von f/2.0 bis f/7.0 erlaubt.
Auf der Rückseite sitzen zwei HDMI-2.1-Anschlüsse, die beide 4K mit 120 Hz unterstützen. Einer davon bietet eARC/ARC für die Verbindung einer Soundbar oder eines AV-Receivers. Dazu kommen ein USB-A-Eingang mit USB 3.0 und eine Klinkenbuchse. Funkverbindungen nimmt der Iris Ultra Max über Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 auf.
Google TV macht's einfach
Die Inbetriebnahme ist dank Google TV ein Kinderspiel und in wenigen Minuten erledigt. Besonders einfach ist sie, wenn man einen QR-Code mit einem Smartphone scannt und dann den Anweisungen folgt. Während der Einrichtung kann man unter anderem bereits RTL+, Wow, Netflix, Youtube oder Prime Video installieren.
Für sie gibt es auf der Fernbedienung teilweise eigene Tasten, um die Apps direkt zu starten, wobei eine Stern-Taste frei belegbar ist. Mediatheken, Spiele und viele andere Anwendungen findet man im App-Store. Außerdem kann man über die integrierte Chromecast-Funktion vom Smartphone und anderen Geräten Inhalte streamen. Die Fernbedienung ist sekundenschnell gekoppelt, indem man zwei Tasten gleichzeitig gedrückt hält.
Lens Shift und motorisierter Gimbal
Man muss sich auch keine großen Gedanken über die Ausrichtung oder Schärfe machen. Der Beamer kann unter anderem sein Bild selbstständig an eine Leinwand anpassen, hat eine automatische Trapezkorrektur und einen Autofokus.
Steht der Iris Ultra Max nicht zentral vor der Projektionsfläche, erlaubt Lens Shift, das Bild innerhalb eines begrenzten Bereichs zu verschieben, ohne den Beamer selbst bewegen oder neigen zu müssen. Im Gegensatz zur digitalen Trapezkorrektur (Keystone) bleibt so die volle Auflösung erhalten. Um die Winkel des Gimbal zu ändern, hält man eine spezielle Taste auf der Tastatur gedrückt und bewegt die Hand. Manuelle Korrekturen und Feinabstimmungen sind später jederzeit möglich.
Der kompakte Projektor ist mobil einsetzbar, weswegen er auch einen stabilen Transportkoffer aus Hartschaum hat. Damit man nicht jedes Mal von vorn beginnen muss, wenn man den Beamer bewegt hat, kann man Einstellungen für bestimmte Platzierungen speichern. ntv.de hat den JMGO Iris Ultra Max für den Test etwa drei Meter von einer hochwertigen Leinwand platziert und eine Bilddiagonalen von 100 Zoll eingestellt.
Manuelle Blendenwahl plus Modi
Schon mit den Start-Einstellungen liefert der Beamer ein ausgezeichnetes, scharfes Bild mit akkuraten Farben und ansprechenden Kontrasten. Um das Beste aus dem Projektor herauszuholen, kann man nicht nur Helligkeit und Kontrast manuell anpassen. In den Einstellungen hat man auch die Möglichkeit, die Blende selbst einzustellen. Ist sie weit geöffnet, ist die Helligkeit am höchsten, der Schwarzwert und damit der Kontrasteindruck fallen jedoch schwächer aus. Umgekehrt sieht es bei dem größten Blendenwert aus. Bei adaptiver Helligkeit übernimmt der Beamer diese Einstellung.
Zusätzlich kann man acht verschiedene Bildmodi von Standard bis Dynamisch wählen. Interessant ist "Kino-Tune-Meister", wobei man die Stimmung an verschiedene Genres anpassen kann. Man kann "KI-Verbesserung" wählen, was meistens gute Resultate liefert, ansonsten ist Standard immer eine gute Wahl.
"Dynamisch" ist nicht empfehlenswert. Zwar zeigt das Bild dann die höchste Helligkeit, aber der sonst kaum wahrnehmbare Lüfter wird unangenehm laut. Außerdem wirken dann die Farben verfälscht und der Stromverbrauch steigt auf nahezu 200 W. Im Standard-Modus und bei adaptiver Helligkeit lag der Verbrauch in einem abgedunkelten Raum bei rund 95, bei geöffneter Jalousie bei 170 W.
Scharf und flüssig
Egal bei welcher Einstellung: Die Schärfe des Bildes ist beeindruckend, mit der im Test verwendeten Leinwand sieht es tatsächlich fast so aus wie bei einem hochwertigen 4K-Fernseher mit 100-Zoll-Display. Das liegt unter anderem daran, dass die hohe Auflösung auf einer Technik namens XPR basiert. Dabei bietet der Chip zwar wie bei anderen Projektoren nur die für Full-HD nötige Anzahl von Spiegeln. Doch durch extrem schnelles sogenanntes Pixel-Shifting werden die erzeugten Bildpunkte mehrfach leicht versetzt auf die Leinwand projiziert. So entstehen genügend Teilbilder für eine 4K-Darstellung. Die Qualität ist sichtbar besser als bei der üblichen digitalen Hochskalierung.
Beeindruckend ist, dass der Beamer zusätzlich auch eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz hinbekommt. Das Resultat ist eine äußerst flüssige und scharfe Darstellung von Bewegung. Das kommt auch Gamern zugute, zumal die Eingangsverzögerung an den HDMI-Eingängen laut JMGO nur 1 Millisekunde (ms) beträgt und der Iris Ultra Max obendrein variable Bildwiederholfrequenzen (VRR) unterstützt. Im Test mit einer Xbox Series X, einem entsprechenden Gaming-Modus und dem aktuellen Blockbuster-Spiel "Gears of War: E-Day" lieferte der Projektor eine glänzende Vorstellung.
Umwerfende Kontraste, fantastische Farben
Die von JMGO genannte Spitzenhelligkeit von 6500 ISO-Lumen ist tatsächlich ein theoretischer Wert. Für ein besonders gutes Bild ist er auch nicht unbedingt notwendig, wenn man den Raum etwas verdunkelt. Bei Blende f/5.0 erhielt ntv.de im Test im abgedunkelten Raum die beste Kombination aus Helligkeit und Kontrast, was unter anderem bei der HDR-Darstellung wichtig ist. Der JMGO Iris Ultra Max unterstützt HDR10, HLG und Dolby Vision.
Nicht nur Schwarzwerte und Kontraste sind bei dieser Einstellung umwerfend, auch die Farben sind fantastisch. Sie knallen nicht, sondern leuchten natürlich. Wer es noch knackiger mag, kann "KI Dynamischer Schwarzwert 2.0" aktivieren. Zusätzlich bietet der Beamer jede Menge Werkzeuge zur Feinabstimmung.
Die Klangqualität der beiden 12,5-W-Lautsprecher des Beamers ist gut. Sie unterstützen Dolby Audio und sogar die Bässe haben Wumms. Trotzdem hat man mehr Spaß mit einer Soundbar, die beim mobilen Einsatz auch per Bluetooth verbunden werden kann.
Fazit
Der JMGO Iris Ultra Max kostet knapp 3500 Euro. Das ist eine Menge Geld, aber der Beamer hat so viel auf dem Kasten, dass er damit ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Die Bildqualität ist vergleichbar mit der von oft deutlich teureren Geräten, dazu kommt eine enorme Vielseitigkeit. Grundsätzlich ist der Iris Ultra Max auch erfreulich unkompliziert, Enthusiasten finden aber zahlreiche Möglichkeiten zur Feinabstimmung.

