ThüringenIG Metall droht mit Warnstreiks ab November

Die IG Metall kritisiert die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen scharf. Der Tarifkonflikt droht, sich zuzuspitzen.
Eisenach (dpa/th) - Die IG Metall hat mit Warnstreiks in der Thüringer Metall- und Elektroindustrie gedroht. "Die Thüringer Arbeitgeber reden den Standort systematisch schlecht", kritisierte der Bezirksleiter der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, nach Tarifverhandlungen in Eisenach. Warnstreiks seien ab dem 1. November unausweichlich, um die Arbeitgeber zum Einlenken zu bewegen.
Am 31. Oktober endet die Friedenspflicht. Das bedeutet, dass ab dem 1. November Warnstreiks möglich wären. Die Metall-Tarifrunde hatte Mitte Oktober in Thüringen begonnen. Die IG Metall verhandelt für rund 28.000 Beschäftigte im Freistaat, die dem Flächentarifvertrag unterliegen. Die Gewerkschaft verlangt Entgeltverbesserungen von fünf Prozent für die nächsten zwölf Monate.
Der Verband der Metall- und Elektro-Industrie in Thüringen (VMET) hat nach eigenen Angaben eine Erhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten sowie eine Einmalzahlung von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027.
Arbeitgeber weisen auf harten Wettbewerb hin
"Seit Jahren steht die Industrie unter enormen Druck", sagte VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser. "Hohe Arbeitskosten und international nicht mehr wettbewerbsfähige Standortbedingungen machen die Produktion in Deutschland für immer mehr Betriebe unrentabel." Unternehmen und Beschäftigte benötigten jetzt vor allem Sicherheit.
Der Beschäftigungsabbau in der Metall- und Elektroindustrie setze sich unvermindert fort. "Gleichzeitig hält die IG Metall an ihren überzogenen Forderungen fest und signalisiert Kampfbereitschaft. Das passt nicht zur dramatischen Lage unserer Industrie", kritisierte Kaeser.
IG-Metall-Verhandlungsführer Köhlinger sprach von einem "mickrigen Angebot" der Arbeitgeberseite. "Viele Unternehmen in Thüringen haben volle Auftragsbücher." Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute hätten sich zudem deutlich verbessert.