Produkt-Check Küche

Große Namen gegen kleinen PreisBesteck-Sets im Test - welches tischt am besten auf?

22.10.2026, 15:11 Uhr Foto Maren vor MauerVon Maren Mangold
RTL Kantinen-Chef mit Besteck WMF Villeroy und Boch und Bewos
Wie schneidet das günstige Besteck-Set von Bewos (in der Hand) im Vergleich zu dem Markenbesteck von WMF (Mitte) und Villeroy & Boch (rechts) ab?

Schönes Besteck veredelt jeden gedeckten Tisch, aber müssen es zwangsläufig hochpreisige Marken-Gabeln, -Messer und -Löffel sein? Im ntv Produkt-Check nehmen wir drei Sets aus Edelstahl mit zwei Experten ins Visier. Welches is(s)t am besten?

Im Laufe der Zeit kann Besteck fleckig und zerkratzt aussehen, hartnäckiger Flugrost tut sein Übriges. Ein neues Set soll her, aber wie viel Geld sollte man hier investieren und kann ein günstiges Set aus Edelstahl womöglich mit teuren Markenprodukten mithalten? Wir legen drei Besteck-Sets in die versierten Hände des RTL-Kantinenchefs Danny Lorenz, der als Küchenleiter der SV Group jeden Tag um die 1.350 Mitarbeiter versorgt. Außerdem befragen wir den Geschäftsführer des Industrieverbandes für Schneid- und Haushaltwaren, worauf es beim Material ankommt und was gute Besteckqualität ausmacht.

Besteck-Sets im Test - das Fazit

Das Set von Villeroy & Boch* ist Testsieger. Es liegt im Praxistest am angenehmsten in der Hand, ist sehr gut ausbalanciert und macht insgesamt den hochwertigsten Eindruck. Wem die Messerschärfe wichtiger ist oder wer leichteres Besteck bevorzugt, der ist mit dem Besteck-Set von WMF ebenfalls gut beraten. Das Set von Bewos* schneidet in unserem Test am schlechtesten ab und kann entsprechend ausschließlich durch seinen geringen Preis punkten.

So läuft der Besteck-Set-Test ab

  • Handgefühl und Balance: Wie angenehm liegen Messer, Gabel und Löffel in der Hand, wie schwer fühlen sie sich an und wie gut sind sie ausbalanciert?

  • Verarbeitung: Wie sauber sind Kanten und Übergänge verarbeitet? Bei den Löffeln prüfen wir besonders den Rand, bei den Gabeln die Zwischenräume der Zinken.

  • Schneidleistung: Küchenleiter Danny Lorenz testet die Messer an Tomaten und Paprika und vergleicht, wie sauber und leicht sie schneiden.

  • Material: Jan-Frederik Kremer vom Industrieverband für Schneid- und Haushaltwaren ordnet die verwendeten Edelstahlsorten ein. Einen verlässlichen Langzeittest ersetzen einige wenige Durchläufe in der Spülmaschine nicht. Verbraucher könnten "die Qualität eines Besteckteils lediglich anhand des optischen Eindrucks oder der Haptik feststellen", erklärt Kremer.

Diese Besteck-Sets von WMF bis Villeroy & Boch testen wir

Alle Besteck-Sets in unserem Test sind 30-teilig, bestehend aus jeweils sechs Messern, Gabeln, Löffeln, Kuchengabeln und Teelöffeln. Alle Teile sind aus glänzendem Edelstahl.

Hinweis: Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Empfehlung des Herstellers an.

Testsieger: Villeroy & Boch Besteck-Set

Kurz und knapp: Das Villeroy & Boch Piemont liegt besonders angenehm in der Hand, ist gut ausbalanciert und sauber verarbeitet. Nur das Messer des WMF schneidet im Test etwas besser.

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Das Edelstahl‑Besteck von Villeroy & Boch ist aus hochpoliertem Edelstahl 18/10 gefertigt. Optisch gefällt es dem Küchen-Chef am besten. "Das wirkt eleganter, weil es so schön geformt ist", so Lorenz. Insgesamt mache es im Vergleich der Bestecke den hochwertigsten Eindruck. An der Verarbeitung fallen vor allem die angenehm runden Löffelseiten und Haltegriffe auf, die Zinken der Gabel sind innen allerdings etwas weniger gut geschliffen als bei der Gabel von WMF.

RTL Kantinen-Chef schneidet mit Besteck von WMF Villeroy und Boch und Bewos
Das Besteck von Villeroy & Boch liegt am besten in der Hand. Beim Messer-Test prüft der Küchenchef die Schneide. (Foto: RTL)

Auch in Sachen Ergonomie kann das Besteck von Villeroy & Boch punkten: Das Besteck liegt im Test am angenehmsten in der Hand. Es sei "runder und angenehmer anzufassen" und zudem "sehr gut ausbalanciert", urteilt Lorenz. Im Einsatz bei Tomate und Paprika schneidet das Messer besser ab als das günstige von Bewos, überzeugt aber etwas weniger als das von WMF. Die Klinge ist schmaler als die der anderen Messer, was für Lorenz aber keinen großen Nachteil darstellt - für schwer zu schneidendes Essen wie Fleisch benutze er ohnehin ein extra Steakmesser, erklärt der Experte. Das Besteck-Set von Villeroy & Boch ist damit für den Kantinenchef wegen seiner besonders angenehmen Handhabung der Favorit unter den getesteten Bestecken.

Vorteile

  • Material ist dick, dadurch angenehm zu halten

  • Kanten sind sehr gut abgerundet

  • Besteckteile sind gut ausbalanciert

Nachteile

  • Messerfläche eher schmal

WMF Boston Besteck-Set - das schärfste Messer im Test

Kurz und knapp: Das WMF Boston hat das schärfste Messer im Test und ist sehr sauber verarbeitet. Im Vergleich zum Testsieger liegt es aber etwas leichter in der Hand.

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Das WMF Edelstahl-Besteck Boston ist aus Cromargan gefertigt, einem rostfreien 18/10 Edelstahl, also 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickel. Das Set kommt in einem stabilen Karton, in dem es gut aufzubewahren oder zu verschenken ist. Die Verarbeitung der einzelnen Besteckteile ist sehr gut - glatt und rund. Im Vergleich mit den anderen beiden Bestecken sind die Gabelzinken hier innen am glattesten verarbeitet.

Das Besteck liegt ausgewogen in der Hand, ist aber im Vergleich zum Testsieger von Villeroy & Boch etwas leichter. Die Schneidefläche mit speziellem Wellenschliff soll laut Hersteller für langanhaltende, optimale Schärfe sorgen. Tatsächlich performt das Messer in unserem Test an Tomate und Paprika am besten.

Vorteile

  • scharfes Messer

  • gute Verarbeitung

Nachteile

  • Material etwas flacher als beim Testsieger

BEWOS Besteck-Set - günstig, aber schwächer verarbeitet

Kurz und knapp: Das BEWOS ist mit Abstand am günstigsten, wirkt in der Hand aber deutlich einfacher und schneidet bei Verarbeitung und Messerleistung am schwächsten ab.

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Das BEWOS Besteck-Set ist aus spiegelpoliertem Edelstahl - laut Hersteller ungiftig, lebensmittelecht und nickelfrei, wobei das Material in der Produktbeschreibung als „18/0 Edelstahl“ angegeben wird.​ Die Verarbeitung ist auf den ersten Blick gut, allerdings lassen sich an den Gabelzinken beim genauen Hinsehen ungeschliffene Kanten erkennen.

Im Vergleich zu den Marken-Bestecksets fällt das Set von Bewos in Sachen Ergonomie deutlich ab. Die Löffel, Gabel und Messer sind flach und aus dünnerem Material - "sehr leicht", stellt Experte Lorenz fest. Darüber hinaus liegen die Besteckteile nicht gut in der Hand, beim großen Löffel fällt im Test außerdem auf, dass er scharfkantig ist. Auch im Schneidetest an Tomate und Paprika fällt das Bewos-Messer ab: "Das leichteste (Anmerkung: Hier handelt es sich um das Bewos-Messer) war am schlechtesten meiner Meinung nach", so das Urteil von Küchenchef Lorenz

Vorteile

  • günstiger Preis

Nachteile

  • Besteckteile eher flach, wirkt dadurch weniger wertig

  • schlechte Verarbeitung bei Gabel-Kanten

  • Löffel-Kanten eckig

Welcher Edelstahl macht Besteck rostfrei?

Rostfreier Edelstahl mit Chrom- und Nickelanteil (z.B. 18/10, Handelsnamen wie Cromargan von WMF) wird häufig als geschmacksneutral, säurebeständig und hygienisch beschrieben. Bei Rostanfälligkeit im klassischen Sinne ist vor allem der Chromanteil entscheidend, weil er die schützende Passivschicht (Chromoxidschicht) auf der Oberfläche bildet. Die Angabe wie z.B. „18/10“ oder „18/0“ sagt aus, wie viel Chrom im Edelstahl enthalten ist: Die erste Zahl ist der Chromanteil in Prozent. 18/0 (ohne Nickel) gilt als etwas weniger korrosionsbeständig und eher für einfachere Qualitäten üblich.​ Auch 18/0-Besteck kann sehr langlebig sein.

Qualität von Besteck: Der Fachmann klärt auf

In der Praxis reicht es aber nicht aus, nur auf den Chromanteil zu achten. Für die Korrosionsbeständigkeit eines Besteck-Materials sind laut Jan-Frederik Kremer vom IVSH demnach folgende Faktoren der Werkstoffqualität entscheidend:

  • Erschmelzungsart

  • Homogenität

  • Schlacken-/Einschlussgehalt

Daneben hätten auch die unterschiedlichen Herstellungs- und Bearbeitungsformen (schmieden, prägen, stanzen, schleifen, polieren) Einfluss auf die Produktqualität.

On top kämen die Wärmebehandlung sowie die Oberflächenveredelung wie Politur oder Mattierung. Auch das Besteck-Design spiele wegen eventuell zusätzlicher Fertigungsschritte eine Rolle, so Kremer. "Eine Aussage, ob ein Besteckteil mit Design X aus Werkstoff A besser als ein Besteckteil mit Design Y aus Werkstoff B ist, kann deshalb pauschal niemals erfolgen", erklärt der Experte.

Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig und erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten. In seltenen Fällen werden Test-Geräte auch leihweise von Herstellern zur Verfügung gestellt. Bei Tests wie bei Vergleichen bewerten wir nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien. Wird ein Produkt über einen Affiliate-Link gekauft, erhält ntv eine Provision. Für den Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten.

Dieser Artikel erschien erstmalig am 19. Januar 2026 und wurde danach redaktionell bearbeitet.

Quelle: ntv.de

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