Vor möglichen neuen AngriffenVance sucht diplomatischen Ausweg aus Iran-Krieg

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist es zuletzt ruhiger geworden, beigelegt ist er nicht. Berichten zufolge planen die Trump-Regierung und Israel neue Militärschläge nach den US-Zwischenwahlen. Vizepräsident Vance bemüht sich offenbar um eine diplomatische Lösung.
Die US-Regierung und regionale Vermittler haben Medienberichten zufolge neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran unternommen. Zum einen soll US-Vizepräsident JD Vance ein Schreiben an Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, geschickt haben, um Möglichkeiten für Verhandlungen auszuloten. Zum anderen sollen die Vermittler um Katar den Iran dazu drängen, UN-Inspektoren Zugang zu seinen bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Offizielle Bestätigungen dafür liegen nicht vor.
Das "Wall Street Journal" berichtet unter Verweis auf ungenannte Quellen, Vance wolle in Erfahrung bringen, ob sich geplante Militärschläge gegen den Iran noch auf diplomatischem Wege abwenden lassen. Zuvor hieß es in derselben Zeitung, die USA hätten mehrere arabische Golfstaaten aufgefordert, sich auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz nach den US-Zwischenwahlen am 3. November einzustellen.
Schon seit Längerem gibt es Spekulationen, dass das US-Militär gemeinsam mit Israels Streitkräften nach den Midterms wieder im Iran angreifen könnte. In Vance' Schreiben soll es dem "Wall Street Journal" zufolge um Rahmenbedingungen für Verhandlungen gehen, nicht um einen konkreten Vorschlag zur Beendigung des Krieges.
Das Portal "Axios" berichtete unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten, Vance habe in seiner Nachricht an die Iraner deutlich gemacht, dass deren Atomprogramm zwingend Gegenstand möglicher Verhandlungen sein müsse. Nur so könnten Angriffe des US-Militärs noch abgewendet werden. Der Brief soll laut "Axios" und "Wall Street Journal" mit Präsident Donald Trump abgesprochen gewesen sein.
Trump behauptete hingegen, bei Vance' Initiative gehe es darum, dass der Iran Hilfe bei der Beschaffung von medizinischen Hilfsgütern und anderen Dingen brauche. Der Republikaner schilderte den Austausch mit seinem Vize so: "Er hat mich gefragt, was ich davon halte, ich habe gesagt: "Wenn du das machen willst, ist das in Ordnung.""
Lockerung von US-Sanktionen möglich
Laut "Axios" arbeiten regionale Vermittler unter der Führung von Katar derzeit daran, neue Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zu ermöglichen und so ein Wiederaufflammen des Krieges zu verhindern. Die Katarer bemühen sich demnach, den Iran davon zu überzeugen, UN-Inspektoren den Zugang zu seinen bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Im Gegenzug sollen manche US-Sanktionen gelockert werden. Teherans Reaktion auf den Vorschlag ist nicht bekannt.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi teilte mit, der Iran sei kampfbereit, gebe der Diplomatie aber weiter eine Chance. "Wir stehen weiterhin in engem und ständigem Kontakt mit Vermittlern, um Vorschläge zu prüfen, die die Umsetzung unseres Sieben-Tage-Plans in weniger als einer Woche gewährleisten können", schrieb er auf X. Der Plan sieht eine schrittweise Deeskalation vor, wurde von Washington aber bisher abgelehnt.
Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani hat sich derweil mit dem jordanischen Außenminister Aiman al-Safadi getroffen. Das katarische Außenministerium teilte mit, er habe sich bei dem Treffen in der jordanischen Hauptstadt Amman für eine diplomatische Lösung und die Gewährleistung der freien Schifffahrt ausgesprochen. Jordanien ist mit den USA verbündet und immer wieder Ziel iranischer Raketenangriffe.