Politik

In rechtsextremem MagazinAnzeigen warben bei AfD-Wählern für BSW-Zweitstimme

12.09.2026, 14:06 Uhr
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Sahra Wagenknecht: Sie gründete das BSW Anfang 2024.

Mit etwas mehr als fünf Prozent der Stimmen zieht das BSW in den Landtag in Sachsen-Anhalt ein. Einzig diese Partei schließt eine Unterstützung der AfD nicht kategorisch aus. Nun legt eine Recherche nahe, dass das BSW seine Stimmen auch Rechtsextremen zu verdanken hat.

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben offenbar zwei Bürgerorganisationen das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Wahlkampf unterstützt. Das geht aus Recherchen des "Spiegel" hervor. Demnach warb zum einen der "Bund strategischer Wähler" und zum anderen die Gruppierung "Bürger für den Frieden" für die Partei.

Der "Bund strategischer Wähler" schaltete vor der Wahl eine ganzseitige Anzeige im rechtsextremen "Compact"-Magazin. Diese warb dafür, die AfD mit der Erststimme und das BSW mit der Zweitstimme zu unterstützen. Die Strategie dahinter: Mit vielen Erststimmen sollte die AfD möglichst viele Direktmandate erhalten - das BSW sollte wiederum über die Fünf-Prozent-Hürde kommen. "Nur so gelingt die neue Wende gegen Krieg, Brandmauer und Kahlschlag", heißt es in der Anzeige. Der "Bund strategischer Wähler" kommt nach eigenen Angaben aus Lutherstadt Wittenberg. Woher genau und welche Personen dahinterstehen, ist unklar.

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Ein Aufruf der Organisation "Bund strategischer Wähler" vor der Landtagswahl. (Foto: Facebook)

Die Gruppierung "Bürger für den Frieden" warb laut "Spiegel" ebenfalls für eine entsprechende Stimmverteilung. Auf einem Flyer hieß es: "Ein Wechsel ist nur möglich, wenn die AfD die Erststimme gewinnt und das BSW durch viele Zweitstimmen stark genug wird, um die Regierung zusammenzustellen."

Auf Anfrage des Mediums erklärte das BSW, erst durch den "Spiegel" von den Werbeaktionen erfahren zu haben. Die Partei prüfe nun Art, Umfang und Urheber der Aktionen und werde sie nach den Vorgaben des Parteiengesetzes für Werbemaßnahmen Dritter behandeln.

Das BSW zog mit gut fünf Prozent in den Landtag in Magdeburg ein. Die Partei erhielt deutlich mehr Zweit- als Erststimmen. Eine politische Unterstützung der AfD schließt nur das BSW nicht kategorisch aus. Den Eintritt in eine formelle Koalition lehnt die Partei nach Angaben von Gründerin Wagenknecht bislang ab.

Quelle: ntv.de, nbr

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