Politik

RTL/ntv-TrendbarometerAfD-Wähler sorgen sich am meisten - sind aber bei zwei Themen tiefenentspannt

27.10.2026, 14:23 Uhr
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Ulrich Siegmund und Alice Weidel - die AfD-Politiker stellen Deutschland als ein Land im totalen Niedergang dar. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Eine neue Umfrage beleuchtet die größten Sorgen der Menschen in Deutschland. Dabei fällt auf: Es scheint kaum einen Bereich zu geben, bei dem alles im grünen Bereich ist. Vielsagend sind die Werte von AfD-Anhängern.

Über den Menschen in Deutschland türmt sich ein Berg an Sorgen und Ängsten auf. Das zeigt eine neue Forsa-Umfrage für RTL und ntv: Allen voran beschäftigen die Bundesregierung, die steigenden Preise und das Schul- und Bildungssystem die Menschen.

Für das Trendbarometer der beiden Sender fragte das Meinungsforschungsinstitut 16 Themen und Entwicklungen ab. In allen Fällen gab mindestens eine absolute Mehrheit an, dass sie sich darüber große oder sehr große Sorgen mache, oftmals auch deutlich mehr. Dabei fällt auf, dass AfD-Anhänger sich noch einmal deutlich stärker sorgen als der Rest der Menschen im Land.

So befürchten 87 Prozent der Deutschen, die Bundesregierung könne mit ihren Problemen überfordert sein. Unter AfD-Anhängern sind es praktisch alle, 99 Prozent antworteten mit Ja.

Die steigenden Preise treiben 84 Prozent um, 91 Prozent bei der AfD. Dass die Schulen und das Bildungssystem nicht mehr gut genug sind, befürchten 79 Prozent insgesamt, aber 83 Prozent der AfD-Anhänger. Steigende Steuern und Abgaben erwarten 77 Prozent insgesamt, aber 96 Prozent der AfD-Anhänger.

Gleich oder nahezu gleich ist das Bild beim Blick auf die medizinische Versorgung und die Renten. Mehr als drei Viertel machen sich Sorgen, bei AfD-Anhängern sogar mehr als 90 Prozent.

Drei Themen für AfD-Wähler besonders alarmierend

Die deutlichste Spreizung zwischen Durchschnitt und AfD-Anhängerschaft zeigt sich bei den Themen Linksextremismus, Zuwanderung und dem Ausmaß der Kriminalität. Letztere beide Themen machen praktisch allen AfD-Anhängern Angst, aber deutlich weniger in der Gesamtbevölkerung (siehe Grafik).

Aber es geht auch umgekehrt: Bei zwei Themen sind AfD-Anhänger in ihrer großen Mehrheit unbesorgt. So fürchten nur 21 Prozent, dass der Rechtsextremismus in Deutschland zunimmt. Was bei einer in Teilen rechtsextremen Partei kein Wunder ist, die ihre Anhänger wiederum oft gar nicht für extrem halten.

Das zweite Thema, bei dem AfD-Wähler sich nicht sorgen, ist der Klimawandel und seine Folgen. Es gehört zum Kern der Partei, diesen zu leugnen oder als übertrieben darzustellen, trotz eines wissenschaftlichen Konsenses in dieser Frage. Parteichefin Alice Weidel macht sich regelmäßig lustig über erneuerbare Energien.

Klare Unterschiede bei Union und SPD

Zugleich zeigt die Umfrage auch teils krasse Unterschiede zwischen den Koalitionspartnern Union und SPD. SPD-Wähler bereiten die sozialen Themen wie Wohnen, Ungleichheit, Rente und steigende Preise deutlich mehr Sorgen als Wählern von CDU und CSU.

Am wenigsten Sorgen scheinen sich die Grünen zu machen. In den fünf Themenbereichen Zuwanderung, Linksextremismus, Kriminalität, gut bezahlte Arbeitsplätze oder der Frage, ob Deutschland in einen Krieg hineingezogen werden könnte, macht sich eine teils deutliche Mehrheit keine Sorgen.

Bemerkenswert ist, dass AfD-Anhänger bei der letztgenannten Frage kaum vom Durchschnitt abweichen. 62 Prozent befürchten, sie könnten in einen Krieg hineingezogen werden, insgesamt sind es 58 Prozent.

Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 21. und 23. Oktober erhoben. Datenbasis: 1009 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa gibt es hier.

Quelle: ntv.de, vpe/mmo

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