Panorama

Todeskampf über 11 StundenNigeria: Dutzende Goldgräber in Gefängnis erstickt

27.10.2026, 18:24 Uhr
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Ein Familienmitglied trauert um den Tod von einem der Goldgräber. (Foto: REUTERS)

In Nigeria werden zahlreiche Goldgräber verhaftet. Sie sollen illegal nach Edelmetall gesucht haben. Der Großteil von ihnen überlebt das Gefängnis nicht. Nun veröffentlichen unabhängige Ermittler weitere Details.

Wegen untragbarer Haftbedingungen sind dutzende festgenommene Goldgräber Ermittlern zufolge in einem Gefängnis in Nigeria erstickt. Der Umgang mit den Festgenommenen sei "grausam und unmenschlich" gewesen, erklärten unabhängige Ermittler. Gerichtsmedizinische Untersuchungen sowie weitere Beweismittel belegten, dass die 33 Männer infolge "fortgesetzten Einsperrens in einer stark überfüllten und schlecht belüfteten Haftzelle bei gleichzeitigem Hitzestress und Dehydrierung" gestorben seien, erklärte Ermittlungsleiter Jonathan Kure in einem Untersuchungsbericht zu dem Fall.

Die Männer waren im vergangenen Monat in Minna im Zentrum Nigerias von einer paramilitärischen Einheit unter dem Verdacht illegalen Goldschürfens gefangen genommen worden. Überlebende berichteten, sie seien in eine viel zu kleine Zelle ohne ordentliche Belüftung gesperrt worden. Obwohl sie um Hilfe gerufen und gegen die Tür getrommelt hätten, hätten die Wächter über Stunden hinweg nicht reagiert.

Tod der Goldgräber sorgt für stadtweite Proteste

Die Haftbedingungen kämen einer "grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung" der Festgenommenen gleich, erklärten die Ermittler. Unter den Todesopfern waren demnach 14 Minderjährige. Die Todesfälle erstreckten sich demnach über elf Stunden. Wächter hätten die Hilferufe der Gefangenen ignoriert. Die Ermittler sprachen von "vermeidbaren" Todesfällen, die durch "gesetzwidrige und untragbare" Haftbedingungen verursacht wurden.

Der Tod der Goldgräber hatte wütende Proteste ausgelöst. Minna ist die Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaats Niger, der reich an Bodenschätzen ist und zahlreiche Goldgräber anzieht, die meist illegal nach dem Edelmetall suchen. Kriminelle Banden verlangen oft einen Anteil an den geförderten Metallen.

Das nigerianische Innenministerium teilte mit, es habe einen Kommandeur der paramilitärischen Truppe NSCDC suspendiert. Die NSCDC-Einheiten arbeiten mit der nigerianischen Polizei zusammen.

Quelle: ntv.de, sts/AFP

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