Zoll kommt ihm auf die SchlicheNervosität verrät Reisenden mit richtig viel "Seife" im Gepäck

Ein Reisender auf dem Weg von Amsterdam nach Berlin ist mit viel vermeintlichem Duschbad und mehreren angeblichen Cremes unterwegs. Dem Zoll kommt das spanisch vor. Ein Schnelltest klärt auf, welche Substanz tatsächlich in den Flaschen und Dosen ist.
Der Osnabrücker Zoll hat einen Reisenden mit mehreren Kilogramm Drogen im Gepäck geschnappt. Der Mann reiste mit einem ICE-Zug aus Amsterdam in Deutschland ein. Am Grenzbahnhof Bad Bentheim kontrollierten die Beamten am Dienstag den Mexikaner auf seinem Weg nach Berlin.
"Die bei unserem Einstieg in eine Kontrolle immer gestellte Frage nach verbotenen Gegenständen oder Betäubungsmitteln verneinte der Reisende", sagt Zollsprecher Christian Heyer in einer Mitteilung. Trotzdem habe der Mann "einen äußerst nervösen Eindruck" gemacht. Die Zollbeamten entschieden sich deshalb zu einer weitergehenden Überprüfung.
In dem Koffer des Reisenden entdeckten sie schließlich außergewöhnlich viel Duschbad und Cremes. "Beim Öffnen dieser Dosen kam eine kristalline, seifige Substanz zum Vorschein", so der Zoll. Doch der Eindruck täuschte. Es handelte sich keinesfalls um Reinigungsprodukte. "Beim anschließenden Drogentest stellte sich heraus, dass es sich bei der Substanz um Ketamin handelte." Acht Kilo wurden daraufhin sichergestellt.
Doch damit noch nicht genug: Der aus Mexiko stammende Mann war nicht nur kurz in Europa unterwegs. Schon mehr als 90 Tage hält er sich in der EU auf - und damit länger als gestattet.
Das Narkosemittel Ketamin unterliegt als verschreibungspflichtiges Medikament nicht dem deutschen Betäubungsmittelgesetz. Der Handel ist dennoch strafbar. Der Zoll ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz und Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz sowie wegen des Verdachts des illegalen Aufenthaltes gegen den Langzeitreisenden. Er wurde an die Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim übergeben, die "aufenthaltsbeendende Maßnahmen" ergreifen soll.