Rekordfund am Kölner FlughafenMutter macht Siebenjährigen zum Zigarettenschmuggler

Sieben Jahre alt und schon Tausende Zigaretten im Gepäck. Der Junge weiß vermutlich nicht, was er da tut. Seine Mama hingegen schon. Sie hat ihre kriminelle Energie offenbar wiederum von ihrer Mutter geerbt.
Da haben die Zöllner am Flughafen Köln/Bonn nicht schlecht gestaunt: Eine Türkei-Reisende kam mit einem Rekordwert an geschmuggelten Zigaretten an, die sie nicht versteuern wollte. Auch ihr siebenjähriges Kind hat die Belgierin zum Mittäter gemacht, indem es ebenfalls Schmuggelware im Gepäck hatte.
Insgesamt vier Koffer und acht weitere Gepäckstücke hatten die 28-Jährige und ihr Sohn dabei, als sie kürzlich von ihrer Reise zurückkehrten, wie das Hauptzollamt Köln in einer Mitteilung erklärt. Außer Kippen hatten die zwei kaum etwas anderes dabei. Die Koffer und Rücksäcke waren "fast ausschließlich gefüllt mit knapp 57.000 unversteuerten Zigaretten", so der Zoll. Das "ist für uns ein neuer Rekordwert".
Die beiden versuchten, den Flughafen durch den grünen Ausgang zu verlassen. Wer durch diesen geht, sagt damit aus, dass er nichts zu versteuern hat. Bei Zigaretten gilt eine Freimenge von 200 Stück. Wenn jemand mehr dabeihat, kann er die Differenzmenge besteuern lassen und anschließend alle ins Land einführen. Die kleine Familie überschritt das Limit um ein 285-Faches und ging dennoch durch den falschen Ausgang.
Die Zollbeamten wussten genau, welches Gepäck sie kontrollieren wollen. Auf Röntgenbildern war bereits zuvor aufgefallen, dass sich in diesen Koffern kaum Kleidung befand. Der Zoll spricht von "eindeutigen Auffälligkeiten" beim Röntgen. "Meine Kolleginnen und Kollegen fanden in dem Gepäck kaum Bekleidung oder persönliche Gegenstände, sondern fast ausschließlich diese enorme Menge unversteuerter Zigaretten verschiedener Marken", so Zollsprecher Jens Ahland. "Selbst der Rucksack des Kindes war voll mit Schmuggelware."
Die Zigaretten wurden von den Zollmitarbeitenden sichergestellt. Gegen die Frau läuft jetzt ein Steuerstrafverfahren. Nach dem Abschluss des Verfahrens sollen die 57.000 Zigaretten vernichtet werden. Dass das passieren kann, hätte die 28-Jährige durchaus wissen können.
An genau derselben Stelle befand sich Ende August nämlich bereits ihre Mutter. Diese war auf dem Rückweg aus Istanbul und versuchte, mit 15.000 Zigaretten einzureisen. Doch die Zöllner kamen der Frau auf die Schliche und kassierten auch diese illegalen Kippen ein.