Mindestens 68 ToteMinister: Fehlentscheidung löste Zugunglück in Spanien aus
In Spanien kommt es zu einem verheerenden Zugunglück. Dabei sterben mindestens 68 Menschen. Nach einer Einschätzung des Verkehrsministers ist die Ursache für die Tragödie gefunden.
Das schwere Zugunglück mit mindestens 68 Toten in Spanien ist nach den Worten von Verkehrsminister Oscar Puente auf eine "unerklärliche" und "falsche" Entscheidung der Bahnleitstelle zurückzuführen. Obwohl das automatische Zugsicherungssystem nach einem Computerausfall noch nicht wieder funktionierte, sei einem der Züge grünes Licht zur Weiterfahrt gegeben worden, sagte Puente.
Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stießen am Morgen nahe Urda in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammen. Zwei Iryo-Wagen und ein Renfe-Waggon entgleisten und stürzten einen Bahndamm hinunter. In beiden Zügen waren nach amtlichen Angaben insgesamt rund 540 Passagiere von Madrid nach Andalusien unterwegs. Mindestens 68 Menschen starben, rund 50 wurden schwer verletzt.
Überlebende schilderten Medien die dramatischen Momente des Unglücks. Jesús Jerónimo saß in einem Waggon des Renfe-Zuges und arbeitete an seinem Laptop. "Ich spürte plötzlich eine heftige Beschleunigung und wurde mit voller Wucht gegen den Vordersitz geschleudert. Menschen flogen durch die Luft", sagte der 54-Jährige der Zeitung "El País".
"Es war brutal", erzählte Dirk, ein junger Tourist aus dem US-Staat Florida, im RTVE-Interview. "Überall Blut, Schreie. Menschen heulten. Schnell raus hier, habe ich zu meiner Frau gesagt." Der Pfarrer von Urda kämpfte im Gespräch mit RTVE mit den Tränen: "Es war erschütternd, sehr, sehr hart. Ich konnte einigen Verletzten helfen, andere Betroffene in den Arm nehmen und ihnen Trost spenden." Ein Psychologe, der in Madrid Angehörige möglicher Opfer betreute, sagte im Fernsehen: "Es ist wie in einem Horrorfilm."

