Panorama

Auch Schnee ist möglichDer Herbst bleibt launisch

27.10.2026, 16:18 Uhr
imageVon Paul Heger
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Die Sonne strahlt über Thüringen. (Foto: picture alliance/dpa)

Ein Sturm nach dem anderen fegt in den vergangenen Tagen über Teile Deutschlands. Das ist erstmal vorbei und der Herbst dürfte uns einige goldene Oktobertage bescheren. Doch nicht überall.

Die ersten Stürme der Herbstsaison sind über uns hinweggezogen - am vergangenen Freitag über den Westen, am Wochenende dann über den Norden. Auch wenn die Auswirkungen verglichen zu denen in Frankreich oder auf den Britischen Inseln sehr verhalten waren, so brachten die Tiefdruckgebiete eines mit sich: endlich ergiebigen Regen.

Die Flüsse verzeichnen in ganz Deutschland derzeit steigende Wasserstände. Der Pegel des Rheins bei Köln hat sogar gegenüber seinem Niedrigwasserrekord gut einen Meter aufgeholt. Auch die oberen Böden sind zumindest in vielen Regionen wieder nass. Da mag so mancher auf den Gedanken kommen: "Ja, das reicht doch. Jetzt darf der Herbst noch einmal golden werden!"

Und tatsächlich verändert sich die Großwetterlage aktuell. Am Mittwoch und Donnerstag stürmt es noch einmal in Norwegen, dann ziehen sich die Stürme und Orkane weit zurück auf den Nordatlantik, in Richtung Grönland und Island. Hier sind sie sogar extrem stark. In weiten Teilen Europas steigt dagegen der Luftdruck.

Auch Deutschland ist wieder mittendrin im Hochdruckgebiet. Eventuell sind wir sogar über mehrere Wochen von immer wiederkehrendem Hochdruck geprägt. Damit wird das Wetter sehr ruhig und trocken. Die Sonne dürfte uns einige goldene Oktober- oder Novembertage bescheren. Aber nur "schön" wird es wohl kaum.

Hoch im Herbst: Blauer oder grauer Himmel?

Mit den unvermeidbar länger werdenden Nächten wird es ohne Zustrom milder Luft Stück für Stück kühler. Die Sonne verliert an Kraft und das spüren wir, wenn uns in der Nacht keine Wolkendecke wärmt. Da die Natur wieder feuchter geworden ist, wird sich in der kälter werdenden Luft auch mehr Nebel bilden können.

Mit jedem Tag wird dabei die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich Nebel- und Hochnebel nicht auflösen. In manchen Regionen gibt es dann anstelle des goldenen Hochdruckwetters eher den grauen Herbstblues-Himmel und dazu noch frische Tage nach womöglich frostigen Nächten.

Wie oben schon erwähnt, scheint sich aber der hohe Luftdruck immer wieder neu aufzubauen. Unterbrochen wird er in den kommenden Tagen oder Wochen nur von wenigen Fronten weit entfernter Tiefs über dem Atlantik. Wie viel Regen dann in Deutschland ankommen wird, ist ungewiss.

Eher könnten Tiefs von der anderen Seite, also aus Richtung Skandinavien oder Russland, Deutschland erreichen. Mit im Gepäck hätten diese Tiefs womöglich die ersten winterlich kalten Luftmassen und gerade in der Osthälfte auch mal Niederschläge. Wenn man die höchsten Mittelgebirgsgipfel ausklammert, könnte sich da der erste Schnee bis in mittlere, wenn nicht sogar tiefe im Osten und Südosten Lagen andeuten.

Trockenheit wird sich wieder verschärfen

Unterm Strich dürfte allerdings die Niederschlagsausbeute der nächsten Zeit deutlich unterdurchschnittlich sein. Gerade im Westen und Südwesten Deutschlands könnte es nach ein paar Tropfen am kommenden Mittwoch für die nächste Zeit komplett trocken weitergehen. Wie lange? So weit, wie wir in den herkömmlichen Wettermodellen in die Zukunft schauen können: Zwei Wochen, vielleicht auch länger.

Für die Flüsse heißt das: Die gestiegenen Wasserstände sind dann wieder im freien Fall. Wenn kein neuer Regen fällt, geht es wieder gen Rekordtiefststände. Teilweise blieb die Erholung ohnehin aus. Im Bodensee verhinderten die Niederschläge der letzten Zeit zwar ein weiteres Sinken des Pegelstandes, brachten aber keinen Anstieg des Wasserspiegels.

Hoffnung machen weiterhin die langfristigen Berechnungen ab dem Jahreswechsel. Dann soll es deutlich nasser werden. Es wäre nicht nur der Natur, sondern auch unseren Trinkwasserreserven und der Schifffahrt zu wünschen.

Quelle: ntv.de

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