Panorama

Toter wirbelt Wahlkampf aufBehörden exhumieren Rugby-Star

10.08.2015, 15:35 Uhr
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Politisch brisante Vorwürfe: Demonstranten begleiten den Abtransport des Leichnams zur gerichtsmedizinischen Untersuchung. (Foto: AP)

Der rätselhafte Fall eines toten Spitzensportlers überschattet die Parlamentswahlen in Sri Lanka: Gerichtsmediziner suchen in den sterblichen Überresten des Toten nach Hinweisen auf einen politisch brisanten Mord.

In Sri Lanka haben die Behörden die Exhumierung des im Mai 2012 verstorbenen Rugby-Stars Wasim Thajudeen angeordnet. Thajudeen war bisherigen Erkenntnissen zufolge mit seinem Auto gegen eine Wand gefahren, der Wagen ging daraufhin in Flammen auf und brannte aus.

Die Polizei ging damals von einem Unfall aus. Der Tote wurde nach muslimischem Ritus bestattet. Drei Jahre nach dem grausigen Todesfall kamen nun Zweifel auf, die dem Fall eine vollkommen neue Wendung geben könnten: Die Ermittler halten eigenen Angaben zufolge Hinweise in den Händen, die darauf hindeuten, dass es sich in Wahrheit nicht um ein tragisches Unglück, sondern um kaltblütigen Mord gehandelt haben könnte.

Sohn des Ex-Präsidenten verwickelt?

Thajudeen sei gekidnappt und misshandelt worden, heißt es. Der angebliche Unfall sollte lediglich dazu dienen, den Mord an dem populären Sportstar zu vertuschen. Der Fall bekommt damit auch eine politische Dimension, die in Sri Lanka hohe Wellen schlagen dürfte - wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten sollten.

Verstrickt in den gewaltsamen Tod des Sportlers soll auch der Sohn des ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa sein. Dabei handelt es sich um den mittlerweile 28 Jahre alte Ex-Nationalspieler Yoshitha Rajapaksa. Der Teamkollege des Toten könnte möglicherweise an den Vorgängen aus dem Jahr 2012 beteiligt gewesen sein, heißt es von offizieller Seite.

Der Vater des Verdächtigen war von 2005 bis Januar 2015 sechster Präsident von Sri Lanka. Die neuen Vorwürfe treffen ihn inmitten des Wahlkampfs. Mahinda Rajapaksa tritt in der kommenden Woche wieder zu den Parlamentswahlen an. Er streitet die Verstrickung seines Sohnes in ein Verbrechen ab und verweist darauf, dass es sich um politisch motivierte Anschuldigungen handele.

Quelle: ntv.de, mmo/sid

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