Der Tag

Der TagAuschwitz-Überlebende fordert AfD-Verbotsverfahren

11.09.2026, 21:10 Uhr

Der Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Debatte um ein Verbotsfahren neu entfacht. Die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, Eva Umlauf, hat sich für ein solches Verfahren ausgesprochen. In einem offenen Brief appelliert sie an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst von der CDU, sich für ein AfD-Verbotsverfahren einzusetzen. "Im Mai waren Sie zum ersten Mal in Auschwitz. An jenem Ort, an dem ich als kleines Mädchen beinahe ermordet worden wäre", schrieb Umlauf in einem offenen Brief an Wüst, aus dem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitierte. "Stoßen Sie ein AfD-Verbotsverfahren an. Jetzt, bevor es zu spät ist", schrieb Umlauf. Sie habe verstanden, dass es aus seiner Sicht "zuerst eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern braucht, welche die Erkenntnisse zusammenträgt und bewertet". Wüst könne aber das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober setzen - bei der Sachsen-Anhalt eigentlich den Vorsitz hätte. Das versucht der scheidende Landeschef Sven Schulze gerade zu verhindern.

598651475
Eva Umlauf, Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees (Foto: picture alliance/dpa)

"Was heute geschieht, weckt schlimmste Erinnerungen in mir", so Umlauf. Sie führte als Gründe ihrer Sorge die Pläne der AfD in Sachsen-Anhalt an, Flüchtlingskinder in Sonderklassen zu unterrichten und Kinder mit Behinderungen aus Regelklassen zu nehmen. Dies würde bedeuten, die Inklusion wieder abzuschaffen. Die Remigrationspläne der Partei bezeichnete sie als verfassungswidrig.

Quelle: ntv.de