Borussia Dortmunds Siegtorschütze Marcel Sabitzer und Abwehrchef Nico Schlotterbeck hatten nach dem Last-Minute-Sieg im DFB-Pokal gegen Werder Bremen noch einiges zu diskutieren. "Er hat einen unglaublichen Fuß, er hat einen unglaublichen Schuss. Ich habe trotzdem eigentlich gefordert, dass er die Flanke bringt", berichtete Schlotterbeck nach dem 3:2 (2:0) grinsend über Diskussionen mit Sabitzer vor der Ausführung des entscheidenden Freistoßes.
Der Österreicher entschied sich trotz des Ratschlags von Schlotterbeck in der dritten Minute der Nachspielzeit anders und verwandelte den Freistoß aus halblinker Position direkt zum Dortmunder Einzug ins Achtelfinale. "Also mein erster Gedanke war zu schießen. Schlotti kam und sagte: 'Bring den lieber'", berichtete Sabitzer nach dem Spiel. "Dann hat der Trainer von außen auch noch mal Input gegeben: 'Schieß!'"
Die Meinung von Cheftrainer Niko Kovac gab am Ende den Ausschlag beim Siegtorschützen, der den Ball mit dem rechten Fuß in die kurze Ecke zirkelte und Werder-Torwart Karl Hein damit überraschte. "Ich bin sehr glücklich, dass er drin war", sagte Sabitzer. Kovac sagte: "Er hat auf den Trainer gehört und dafür gebührt ihm auch ein Lob."
"Wer trifft, hat recht"
Der Treffer des 32-Jährigen setzte den Schlusspunkt unter eine furiose Partie im ausverkauften Dortmunder Signal-Iduna-Park. Dank einer 2:0-Führung sah der BVB lange wie der komfortable Sieger aus. "Die erste Halbzeit war richtig gut, das muss ich sagen", sagte Kovac im ZDF. "Das haben wir klasse gemacht, haben den Gegner hinten reingedrückt." Doch wieder gab das Team eine Führung aus der Hand - wieder gegen Werder. Wie schon vor gut zwei Wochen in der Liga.
Und wieder war es der eingewechselte Bremer Goalgetter Niclas Füllkrug, der für Furore sorgte. Er brachte die Bremer mit einem Doppelpack (65. Minute/ 69.) binnen kurzer Zeit zurück in die Partie. Dem Rückkehrer, der nun zum dritten Mal für Bremen spielt, war schon am 5. Spieltag der Ausgleich in der Nachspielzeit zum 2:2 gelungen, nachdem Ludovit Reis vier Minuten zuvor den Anschlusstreffer erzielt hatte. Auch diesmal schien das Spiel in Richtung der Gäste zu kippen.
"Wir haben das ganz einfach taktisch nicht gut gemacht. Wir waren viel zu offen. Das darf nicht passieren, du kannst nicht so offen sein in der Mitte", schimpfte Kovac. Doch Sabitzer verhinderte mit seinem Freistoß eine Verlängerung der wilden Zweitrunden-Partie in Dortmund. Dem konnte auch Schlotterbeck nichts mehr entgegensetzen: "Dann hat Sabi den Geniestreich gemacht. Wer trifft, hat recht."

