Borussia Dortmund - SV Werder Bremen 3:2 (2:0)
Niclas Füllkrug ärgerte seinen Ex-Klub schon wieder, doch Borussia Dortmund beendete mit einem Kraftakt die schwarze Pokalserie gegen Werder Bremen - rechtzeitig vor dem Bundesliga-Gipfel beim FC Bayern. Trotz eines Doppelpacks des eingewechselten Torjägers setzte sich der BVB im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals mit 3:2 (2:0) nach drei Pleiten in Folge erstmals seit Januar 2008 wieder gegen die Norddeutschen durch.
"Es ist ein emotionaler Sieg", sagte Sabitzer bei Sky. Nationalspieler Nico Schlotterbeck lobte dessen "Geniestreich" und meinte: "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Nach dem Anschlusstreffer wurden wir nervös, dann war es ein offenes Spiel, das wir gezogen haben." Werders Mitchell Weiser sagte: "Wir hatten die Chance, es ganz zu drehen, deswegen tut es sehr weh."
Wie beim 2:2 vor zweieinhalb Wochen in der Liga gab das Team von Trainer Niko Kovac eine 2:0-Führung durch frühe Tore von Serhou Guirassy (6.) und Carney Chukwuemeka (17.) aus der Hand. Füllkrug, nach knapp einer Stunde als Joker aufs Feld gebracht, sorgte mit seinen Saisontoren zehn und elf (65., Foulelfmeter und 69.) für den Ausgleich. Marcel Sabitzer (90.+3) entschied per Freistoßtreffer die Partie für die Dortmunder, die am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim punktgleichen Rekordmeister in München antreten. Für den SV Werder endete eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage.
Füllkrug, beim Bundesligaduell mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit schon der Bremer Spielverderber, saß fast eine Stunde auf der Bank. Nach acht Pflichtspielen mit neun Toren gönnte Werder-Trainer Daniel Thioune dem 33-Jährigen erstmal eine Verschnaufpause. Sein Gegenüber Niko Kovac musste auf den gesperrten Ramy Bensebaini ebenso verzichten wie auf Konstantinos Karetsas. Der junge Grieche ist nach seiner Bänderverletzung im Fuß noch nicht wieder einsatzfähig. Ob es für den Knaller gegen die Bayern reicht, ist noch offen.
Füllkrug und die anderen Bankdrücker sahen zunächst wie die Zuschauer wenig, weil die BVB-Fans auf der "Süd" ebenso wie der Werder-Anhang ein Feuerwerk abbrannten und das Spielfeld in Nebel hüllten. Schiedsrichter Robert Schröder pfiff mit fünf Minuten Verspätung an.
Als sich die Schwaden verzogen hatten, blickte die Bremer Abwehr noch nicht durch: Beim wiederholten Angriff über den schnellen Maximilian Beier auf der linken Seite gelangte der Ball in die Mitte zu Julian Ryerson, der ihn auf Guirassy verlängerte. Der Torjäger hatte keine Mühe, seinen achten Saisontreffer zu erzielen.
Werder hatte sich immer noch nicht richtig sortiert, da stand es bereits 2:0. Nach einer Flanke aus dem rechten Halbfeld von Joey Vermaan legte Jobe Bellingham per Kopf auf Chukwumueka ab, der Torhüter Karl Hein keine Chance ließ. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis Marco Grüll mit einem Distanzschuss BVB-Keeper Gregor Kobel erstmals Arbeit verschaffte (28.).
Nach der Pause begannen die Gäste mutiger. BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck rettete nach einer Hereingabe von Eren Dinkci in höchster Not (51.). Nach einer knappen Stunde schickte Thioune neben Füllkrug auch Mitchell Weiser und Ludovit Reis ins Spiel (59.). Füllkrug traf vom Elfmeterpunkt und mit einem platzierten Distanzschuss, doch Sabitzer erlöste Dortmund.
SV Elversberg - Darmstadt 98 0:2 (0:1)
Der "ewige" Pokalfluch hat die SV Elversberg auch bei der 13. Teilnahme und der ersten als Bundesligist erwischt. Das Überraschungsteam aus dem Saarland scheiterte beim 0:2 (0:1) in der 2. Runde überaus unglücklich an Zweitliga-Schlusslicht Darmstadt 98 und verpasste abermals den ersten Achtelfinal-Einzug der Vereinsgeschichte.
Ein Traumtor von Lars Kehl (6.) und Milan Smit (56.) ließen die eiskalten Gäste über den dritten Einzug in die Runde der letzten 16 in Serie jubeln. Und über den erst zweiten Auswärtssieg der Saison - neben dem 2:1 in der ersten Pokalrunde in Jena gab es vier Liga-Niederlagen in der Fremde.
Darmstadt wurde gewissermaßen zur Führung gezwungen: Kehl kam für den verletzten Nicolas Verkooijen ins Spiel und trat zwei Minuten später den Freistoß aus 25 Metern zum 1:0 in die linke obere Torecke.
Danach spielte an der Kaiserlinde nur noch Elversberg, doch der Bundesligist vergab Chance um Chance. Das 0:2 war erst der zweite Torschuss für 98 - die SVE hatte zu diesem Zeitpunkt 18. Der eingewechselte Noel Futkeu (61.) scheiterte an der Latte.
FC Köln - FC Union Berlin 5:0 (1:0)
Das kongeniale Offensivduo Said El Mala und Linton Maina hat den 1. FC Köln ins Achtelfinale geschossen und seinem angezählten Trainer René Wagner vorerst Ruhe verschafft. Gegen den Ligakonkurrenten Union Berlin gewannen die furiosen Kölner in der zweiten Runde mit 5:0 (1:0).
El Mala (32./60.) und Maina (51.) sorgten vor 49.000 Zuschauern für den überzeugenden Sieg, das 1:0 und 2:0 legten sich die beiden Flügelflitzer gegenseitig auf. Der eingewechselte Isak Johannesson (78.) und Sebastian Sebulonsen (88.) besorgten den Endstand. Union dagegen enttäuschte auf ganzer Linie, das Team von Trainer Mauro Lustrinelli hat am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) im direkten Wiedersehen in der Bundesliga die Chance auf Wiedergutmachung.
Borussia Mönchengladbach - Karlsruher SC 2:0 (1:0)
Arbeitssieg in Unterzahl: Borussia Mönchengladbach hat seinen zarten Aufwärtstrend unter Alexander Blessin auch im DFB-Pokal bestätigt. Das seit Wochen kriselnde Bundesliga-Schlusslicht bezwang das Zweitliga-Kellerkind Karlsruher SC 2:0 (1:0), zwei Kontertore brachten den Einzug ins Achtelfinale.
Robin Hack (7.) und Lukas Ullrich (49.) trafen im strömenden Regen für die Borussia, die in der Bundesliga zuletzt nach sechs Niederlagen ihren ersten Sieg gefeiert hatte. Nach der Roten Karte gegen Philipp Sander (39.) wartete ein hartes Stück Arbeit auf die Gladbacher - am Ende übersprangen die Fohlen aber wie schon in der zweiten Runde des Vorjahres die Hürde KSC.


