Athleten ziehen Fell auf Skier
Skibergsteigen: Reporterin testet neuen Olympia-Trendsport

15.02.2026 | 08:30 UhrEs ist eine Mischung aus Wandern und Alpinski: In diesem Jahr feiert Skibergsteigen Premiere bei den Olympischen Spielen. ntv-Reporterin Katharina Reichardt probiert die anspruchsvolle Sportart gemeinsam mit dem Olympiateilnehmer Finn Hösch aus.
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Da, wo noch niemand war. Fernab vom Trubel und mit Fellen unter den Skiern bestreiten immer mehr Skibergsteiger ihren Weg den Berg hinauf.
Ich finde, die Möglichkeiten, die man da hat, finde ich großartig. Also einfach überall hochlaufen zu können, wo es sich gerade anbietet, wenn es der Schnee zulässt.
Skibergsteigen oder Skitourengehen, wie es umgangssprachlich heißt, ist in den letzten zehn Jahren immer beliebter geworden. Gerade während der Corona Pandemie, als die Lifte still standen, probierten immer mehr Menschen die Sportart aus. Hier unterhalb der Zugspitze, werde ich gleich zum Ersten Mal Skibergsteigen. Ich fahre seit meiner Kindheit alpin Ski, aber eine Tour bin ich noch nie gegangen. Und wenn ich dran denke, ich den Berg nicht nur runterzufahren, sondern auch noch raufzulaufen, dann stelle ich mich auf Muskelkater ein. An der Kreuzeckbahn in Garmisch Partenkirchen treffe ich Bergführer Michael Schott. Michael, Jetzt sind wir in der Gondel. Eigentlich würde man beim Skibergsteigen Skitourengehen nicht mit der Gondel fahren, sondern den Berg rauflaufen. Oder ist das jetzt untypisch für dich?
Nein, wir haben eigentlich beide Möglichkeiten. Es gibt Skitouren, da bietet sich das an, die Gondel noch zu benutzen, um einfach oben in einem viel attraktiveren Raum zu sein.
Genau diese Vielfalt macht das Skibergsteigen so beliebt. Vom Aufstieg entlang der Piste mit anschließender Abfahrt im gesicherten Gelände bis hin zur anspruchsvollen Tour abseits aller Infrastruktur durch unberührte Natur und frischen Tiefschnee.
Ja, es fällt schon auf, dass unter den Skitourengehen wesentlich mehr umweltbewusste Leute sind. Aber man kann jetzt nicht sagen, dass das ein besonderes Kriterium dafür wäre. Weil letztendlich muss ich auch mit dem Auto oder mit einem anderen Verkehrsmittel wohin fahren.
Knapp unterhalb des Kreuzeck auf rund 1550 Metern Höhe ziehen wir die Felle auf unsere Tourenski. Sie ermöglichen das Gleiten nach vorne und verhindern das Zurückrutschen. Die Bindungen werden auf Aufstieg umgestellt. Jetzt beginnt der eigentliche Weg nach oben. Servus. Wir sind verabredet mit Finn Hoesch. Er ist professioneller Skibergsteiger und Teilnehmer bei der Premiere der Sportart bei den Olympischen Winterspielen in den Disziplinen Sprint und Mixedstaffel.
Ja, es ist der absolute Wahnsinn. Ich betreibe das Skibergsteigen eigentlich schon von Kindesbeinen an ganz ohne den Gedanken Olympia. Die Faszination davon ist, draußen in der Natur unterwegs zu sein, sich vom Pistengeschehen zu entfernen und ähm, ja, eine Mega Tour zu haben. Draußen einfach. Zusätzlich hat es für mich als Sportler natürlich noch den sportlichen Aspekt, den den Trainingsaspekt. Also der Berg ist mehr so was Funktionales.
Damit bedeutet das gehen auf Skiern für Finnen etwas ganz anderes als für mich. Ah, jetzt ist ja Michael eher der Alpinist. Und Finn, du bist ja Sportler. Wir sind ja vermutlich ein bisschen zu langsam, oder?
Ja, ich würde ein bisschen schneller gehen im Training. Tatsächlich.
Mit der Olympiapremiere wächst die Aufmerksamkeit für den Sport weiter. Das Angebot an Ausrüstung ist inzwischen groß. Equipment ist für etwa 80 ? pro Tag zu haben, inklusive Sicherheitsausrüstung. Denn mit der wachsenden Zahl an Skibergsteigern steigen auch die Risiken für Unfälle und Lawinenabgänge. Umso wichtiger sind Ausrüstung und Vorbereitung, Wetterbericht, Kartenmaterial und der Lawinenlagebericht Online oder an den Gondelstationen sind Pflicht.
Also die Stufen 1 bis 5. Und bei drei sollte es sich schon in die Hände von Profis geben.
Zur Notfallausrüstung gehören Schaufel, Sonde, Erste Hilfe Set und das LwsGerät, das Lawinen verschütteten Suchgerät, das wir uns schon vor Tourbeginn umschnallen.
Das ist das klassische Gerät, das beim Senden. Hast du das? Feldlinien. Das sind solche Ellipsen, die immer größer werden nach außen. Wenn du jetzt von hier kommst zum Suchen und dann mit deinem Gerät so eine Feldlinie erfasst, dann leitet dich dein Gerät entlang einer Feld linie direkt zu dem Gerät hin.
Für Einsteiger ist die Bedienung nicht immer einfach. Das merke auch ich beim Versuch, ein verstecktes Gerät zu finden.
Also es gibt jetzt dann ab nächstes Jahr was Neues. Das GPS basiert funktioniert. Ob es wirklich besser ist wie die herkömmliche Technologie, wird sich weisen. Aber die ersten Tests sind wohl sehr vielversprechend.
Hinter dieser neuen Technologie steckt die Firma Rosenberger, Eigentlich spezialisiert auf Hochfrequenztechnik. Seit acht Jahren aber arbeiten leidenschaftliche Wintersportler im Unternehmen an einem lws System, das GPS Daten in die Suche integriert.
Die bisherigen Lawinen verschütteten Suchgeräte gibt es in ihrer technischen Grundausführung seit 50 Jahren. Die Geräte senden eine Frequenz von 457 kHz. Das ist eine Frequenz, die die sich in der Materie im Schnee ausbreiten kann. Unser Gerät koppelt ab dem Moment, wo es Empfang hat, diese Information. Die, die aus dem Boden kommt, aus dem Schnee, kommt mit dem Satelliten Orientierungssystem mit GPS und zeigt sehr schnell dem Suchenden zentimetergenau, wo er hingehen muss.
Dabei greifen die Geräte auf mehrere Satellitennetze zurück, um auch im alpinen Gelände möglichst zuverlässig zu funktionieren.
Das ist.
Obligatorisch, ein lawinenverschütteten Gerät zu zu tragen und eben nicht nur, um gefunden zu werden, sondern um auch aktiv selber helfen zu können. Unser Gerät hilft da einen großen Schritt weiter. Dass auch ein Laie ohne große Vorbereitung seinen seine Aufgabe erfüllen kann.
Das neue System ist mit allen lws Geräten kompatibel und soll ab dem kommenden Winter für rund 500 ? erhältlich sein. Zurück auf meiner ersten Skitour wartet jetzt der schönste Teil Die Belohnung für den Aufstieg. Ohne Felle geht's bergab. Ich bin echt angetan vom Skibergsteigen. Es verbindet irgendwie Wandern mit Skifahren und ist echt eine tolle Aktivität in der Natur. Ich muss sagen, es war auch ein bisschen anstrengend, aber ich werde definitiv noch mal ausprobieren. Vielleicht bei besserem Wetter. Skibergsteigen verlangt Verantwortung. Nicht umsonst nennen es viele die Königsdisziplin des Wintersports.





























