Erst Drohne, dann Debakel

Meister Arsenal blamiert sich bei Viertligist völlig

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Fleetwood Town im Glück. (Foto: picture alliance / PA Images)
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28.10.2026 | 06:14 Uhr
Krasser Außenseiter schlägt Fußball-Großmacht: Dem englischen Viertligisten Fleetwood Town gelingt im Ligapokal die Sensation und schickt den Meister FC Arsenal geschlagen heim. Trainer Mikel Arteta kann dem sogar etwas "Schönes" abgewinnen.

Bekannt war der englische Fußballklub Fleetwood Town bislang als Station von Angreifer Jamie Vardy, dem früheren englischen Nationalstürmer, der mit Leicester City einst sensationell englischer Meister wurde. Vardy spielte in der Saison 2011/2012 in Fleetwood. Seit Dienstagabend ist der Verein nun vor allem für seinen Pokal-Coup berühmt. Denn Fleetwood - der Viertligist - hat den Meister FC Arsenal mit 5:3 nach Elfmeterschießen aus dem Ligapokal gekegelt.

Die beiden Vereine trennen normalerweise Welten. Zum Vergleich: Arsenals Kader hat laut dem Portal transfermarkt.de einen Marktwert von 1,38 Milliarden Euro. Fleetwoods Spieler kommen zusammen auf 2,75 Millionen Euro. Und während die Gunners in der Premier League punktgleich mit Spitzenreiter Manchester City sind, ist Fleetwood Tabellen-18. in der 24 Teams umfassenden vierten Liga.

Entsprechend aus dem Häuschen war der Underdog nach dem Sieg. "Das ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, ich kann es wirklich kaum glauben, aber irgendwie haben wir den englischen Meister geschlagen", sagte Teammanager Matt Lawlor. Aaron Loupalo-Bi hatte sein Team in der 21. Minute sensationell in Führung gebracht, Arsenals Viktor Gyökeres traf zum 1:1 (50.). Dann ging es direkt ins Elfmeterschießen, wo sich der krasse Außenseiter durchsetzte. In der Schlussphase flog Gunners-Jungstar Max Dowman wegen einer Tätlichkeit auch noch mit einer Roten Karte vom Platz. Der 16-Jährige trat seinen Gegenspieler nach einem harten Foul.

Für ein Kuriosum hatte zudem eine Drohne gesorgt: Gleich zu Spielbeginn musste Schiedsrichter Michael Salisbury die Partie unterbrechen. Erst als das Fluggerät nach einer rund achtminütigen Unterbrechung verschwunden war, konnte das Spiel fortgesetzt werden. Und die Sensation nahm ihren Lauf.

"Ich habe keine Stimme mehr", krächzte Torhüter Jay Lynch: "Das Team war das gesamte Spiel über magisch, den englischen Meister im Elfmeterschießen zu schlagen, das hat sich jeder hier verdient." Er hatte gegen den vierten Arsenal-Schützen Bruno Guimaraes pariert und seinem Team den entscheidenden Vorteil verschafft. "Unglaublich für den Verein, die Stadt. Ehrlich gesagt bedeutet es allen alles", sagte Lynch.

Havertz in der Startelf

Arsenals Meister-Coach Mikel Arteta reagierte auf eine der größten Sensationen in der Geschichte des englischen Ligapokals tief enttäuscht, aber auch gefasst. "Ein wirklich trauriger Tag für uns", sagte der Trainer nach dem 3:5 nach Elfmeterschießen im Achtelfinale gegen den Viertligisten Fleetwood Town. "Ich bin traurig. Ich glaube, wir sind alle traurig", erklärte er.

Wie bei den Topteams aus der Premier League im Ligapokal üblich, schonte Arteta eine Reihe von Stars. So fehlten Mittelfeldspieler Declan Rice, Verteidiger Gabriel Magalhães und Keeper David Raya im Kader. Prominent besetzt war die Startelf trotzdem, unter anderem mit dem deutschen Fußball-Nationalspieler Kai Havertz und dem schwedischen Angreifer Viktor Gyökeres.

"Wir tragen eine enorme Verantwortung, dieses Wappen bestmöglich zu repräsentieren", sagte Arteta, der seinen Spielern zumindest bezüglich ihrer Einstellung keinen Vorwurf machen wollte. "Ich habe niemanden gesehen, der nicht das getan hat, was auf diesem Niveau erwartet wird", sagte der Spanier und ergänzte: "Es lag nicht an Einsatz, Fleiß oder dem Willen, zu gewinnen, aber uns fehlten andere Dinge." Der 44-Jährige haderte vor allem mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft. 78 Prozent Ballbesitz und 26 Schüsse reichten nicht für den Favoriten. "Wir haben uns so viele Chancen erarbeitet und diese nicht genutzt. Und dann werden die Unterschiede so gering", äußerte Arteta und fügte hinzu: "Das ist das Schöne am Fußball. Das ist auch das Schöne an diesem Wettbewerb."

Die Gunners standen in der vergangenen Saison noch im Endspiel, das sie gegen Manchester City (0:2) verloren. Die BBC schrieb von einer "schrecklichen" Vorstellung der Gäste, die "Sun" von der "größten Sensation in der Ligapokalgeschichte".

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa/sid