"Völlig unnötige" Ballverluste

Frankreich zu stark: Deutsche Basketballerinnen verpassen WM-Finale

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Deutschland lieferte Frankreich einen großen Kampf: Zum Sieg reichte es aber nicht. (Foto: IMAGO/Eibner)
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12.09.2026 | 18:11 Uhr
Der Traum der deutschen Basketballerinnen vom Finale bei der Heim-WM platzt gegen Frankreich. Gegen die Favoritinnen hält die DBB-Auswahl nur eine Hälfte mit. Es bleibt die Hoffnung auf Bronze.

Als die Hoffnung auf Gold dahin war, erhoben sich die 12.650 Fans in Berlin von ihren Sitzen und applaudierten dem Verlierer. "Das baut einen auf jeden Fall auf", sagte Alexandra Wilke nach der 64:86 (38:45)-Niederlage der deutschen Basketballerinnen im WM-Halbfinale gegen Frankreich, nun geht es beim Heimturnier bei der zweiten Medaillenchance um Bronze. Im Kleinen Finale am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Spanien oder Rekordchampion USA soll es einen gelungenen Abschluss geben.

Die Erklärung für das Scheitern war schnell gefunden. "Es waren zu viele Ballverluste, um Frankreich zu schlagen", sagte Bundestrainer Olaf Lange bei MagentaTV: "24 Turnover, die Zahl ist viel zu hoch." Mindestens die Hälfte sei "völlig unnötig" gewesen. Sein Team habe gegen den Favoriten aber "drei Viertel mitspielen" können. Emma Eichmeyer gab sich selbstkritisch: "Vor so einer Kulisse dürfen uns die Nerven nicht durchbrennen. In Phasen ist das passiert."

Nach dem überraschend klaren Viertelfinalsieg über Europameister Belgien (93:74) waren die Französinnen zu stark für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB), die zuvor viermal in Serie gewonnen und es erstmals in ein WM-Halbfinale geschafft hatte. Frankreich ist damit im Turnier weiter ungeschlagen und greift im Endspiel am Sonntag (20.00 Uhr/alle MagentaTV) nach WM-Titel Nummer eins. 

Der Siegeszug der deutschen Mannschaft hatte vor dem großen Duell mit dem Nachbarn viel Eindruck hinterlassen, auch bei Dirk Nowitzki. "Sie haben sich so richtig ins Turnier reingespielt, lassen sich tragen von der Euphorie", sagte die Basketballikone, Berlin erlebe mal wieder "ein kleines Märchen". Entsprechend klang auch die Kampfansage von Leonie Fiebich: "Wir sind nicht zu unterschätzen, sind kein Underdog mehr. Alle haben uns jetzt im Visier. Mit uns ist nicht zu spaßen."

DBB-Team vergeigt Start in zweite Hälfte

Allerdings war die Bilanz mit 33 Niederlagen in 42 Duellen vor dem Aufeinandertreffen ziemlich mies, der bislang letzte Sieg gelang 1994. So zog das deutsche Team etwa im Viertelfinale der Sommerspiele von Paris den Kürzeren (71:84), auch in der (außer Konkurrenz bestrittenen) WM-Qualifikation im Frühjahr (63:85). Es galt, das auszublenden - und an die zuletzt gezeigten Leistungen anzuknüpfen. 

Es gelang. Zwar leisteten sich die DBB-Frauen im ersten Viertel viele Fehler und zu viele Turnovers (4), hielten das Spiel aber offen. In der Offense ging viel über Nyara Sabally und Kapitänin Marie Gülich, die den Weltranglistenzweiten unter dem Korb vor Schwierigkeiten stellten. Fiebich versenkte ihre ersten zwei Dreier. Doch der Angriff stockte im weiteren Spielverlauf, Ballverluste blieben ein Problem, Frankreich um Starspielerin Gabby Williams ging mit einer knappen Führung in die Pause. 

Der Start in die zweite Hälfte misslang vor 12.650 Zuschauern in ausverkaufter Halle völlig, die Französinnen erarbeiteten sich die erste zweistellige Führung (49:38/22.), legten einen 9:0-Run hin. Sabally beendete ihn, ließ direkt einen Dreier folgen. Aber der Druck des Favoriten auf den Ball blieb enorm hoch, nach dem 18. (!) Turnover des Gastgebers stellte Williams auf 60:47 (29.).

Im Schlussviertel stemmten sich die Lange-Schützlinge nach Kräften gegen die drohende Niederlage, Emily Bessoir verkürzte auf neun Punkte (60:69/35.). Doch Frankreich hatte immer eine Antwort, wackelte nicht und verdiente sich den Sieg.   

Beste Werferin gegen Frankreich mit Topcscorerin Williams (22 Punkte), das im Turnier erstmals weniger als 90 Punkte verbuchte, waren Sabally und Gülich mit jeweils zwölf Punkten. Nun gilt es, die nächste Chance zum Gewinn einer Medaille zu nutzen. Aber selbst bei einer weiteren Niederlage ist es das erfolgreichste Abschneiden der WM-Geschichte. 1998 war bei der WM-Premiere (ebenfalls in Deutschland) die Qualifikation für die damals ausgespielte Zwischenrunde gelungen, mit dem Viertelfinaleinzug wurde es nichts. Die DDR-Auswahl hatte 1967 bei ihrer einzigen Teilnahme den vierten Platz belegt.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid